Veloweg zwischen Bisikon und Illnau bleibt vorerst Zukunftsmusik
Moorschutz hat Vorrang
Der geplante Veloweg Örmis wird sistiert, wie es seitens der Stadt Illnau-Effretikon heisst. Gründe sind das angrenzende Moorgebiet und die damit verbundenen Auflagen.
Der Stadtrat von Illnau-Effretikon hat die Lückenschliessung des Radwegs Örmis zwischen Bisikon und Illnau bis auf Weiteres auf Eis gelegt. Der geplante Weg «kollidiert unüberwindbar mit den strengen Schutzvorschriften für das national geschützte Flachmoor Örmis», heisst es in einer Mitteilung.
Das Projekt ist nicht neu. Seit mehreren Jahren wurde daran gearbeitet – mit verschiedenen Varianten, die auch Umweltbelange berücksichtigen sollten. Doch die intensive Suche nach einer Lösung sei erfolglos geblieben, schreibt der Stadtrat. Gespräche mit kantonalen Stellen zeigten: Keine der untersuchten Varianten ist mit den gesetzlichen Vorgaben zum Flachmoorschutz vereinbar.
Das zentrale Problem dabei ist: Ein Radweg würde zu zusätzlichen Störungen am Moorrand führen – genau das, was die Schutzbestimmungen verhindern sollen. Selbst Alternativen neben der bestehenden Bisikonerstrasse wurden von Fachleuten kritisch gesehen. Sie könnten künftig definierte Pufferzonen tangieren, jene Schutzbereiche, die den wertvollen Lebensraum abschirmen sollen.
Die Stadt versuchte noch einen Kompromiss: eine Geschwindigkeitsreduktion mit einer Kernfahrbahn auf der Bisikonerstrasse. Konkret also eine optische Schmälerung der Strasse ohne bauliche Eingriffe, zum Beispiel durch Markierungen oder Poller. Doch die Kantonspolizei Zürich winkte ab.
Damit ist das Projekt vorerst gescheitert. Im kommunalen Richtplan Verkehr bleibt es jedoch verankert und wird weitergeführt – falls sich die rechtlichen Rahmenbedingungen einmal ändern sollten.
