Politik

Ämterverteilung des Stadtrats

Bauressort in Uster geht an neu gewählten FDP-Politiker

Der Stadtrat Uster hat sich nach den Wahlen für die neue Amtszeit konstituiert. Während vieles gleich bleibt, gibt es eine grosse Überraschung.

Das ist der neue Stadtrat: Pascal Sidler (Stadtschreiber), Petra Bättig-Frey (Soziales), Daniel Frei (Finanzen), Patricia Bernet (Bildung), Barbara Thalmann (Präsidium), Beatrice Caviezel (Sicherheit), Richard Sägesser (Bau), Karin Fehr Thoma (Gesundheit).

Foto: Christian Merz

Bauressort in Uster geht an neu gewählten FDP-Politiker

Der Stadtrat Uster hat sich nach den Wahlen für die neue Amtszeit konstituiert. Während vieles gleich bleibt, gibt es eine grosse Überraschung.

Was passiert mit dem wichtigen Bauressort in Uster während der nächsten vier Jahre? Bleibt es in den Händen der Linken oder übernimmt es nach der Nichtwiederwahl von Stefan Feldmann (SP) ein bürgerlicher Politiker? Diese Frage ist nun geklärt, nachdem sich der Gesamtstadtrat an seiner ersten Sitzung neu konstituiert hat.

Mit Richard Sägesser (FDP) übernimmt die Leitung der Abteilung Bau einer der beiden neu gewählten Stadträte. Und ein Bürgerlicher. Spannend ist die Tatsache, dass der neue Bauvorsteher einer der Parteien angehört, welche gegen den Richtplan das Referendum ergriffen hatten. Die FDP Uster hat daraufhin Mitte April die Nein-Parole zur Abstimmungsvorlage beschlossen.

«Kein Verlust»

Dass ihr Stadtrat das Bauressort führt, habe für die Abstimmung keinen Einfluss, so die FDP Uster. «Die Vorlage wurde noch vom Vorgänger erarbeitet, ebenso die Weisung im Stadtrat. Der Stadtrat nimmt sich in den Abstimmungen jeweils zurück.» Der Abstimmungskampf wird zwischen den Pro- und Kontra-Komitees stattfinden.

Inwiefern sich mit dem Wechsel des Abteilungsvorstehers von SP zu FDP die zukünftige Entwicklung der Stadt ändern wird, bleibt abzuwarten. Auch bei der FDP Uster heisst es auf Anfrage, dass es schwierig sei, heute schon die Auswirkungen abschätzen zu können.

Welche Bedeutung hat denn aber nun die Übernahme der Abteilung Bau für die FDP? Fraktionspräsident Marc Thalmann hatte im Vorfeld noch verlauten lassen, dass es aus Sicht der Partei sicher wünschenswert wäre, die Finanzen zu behalten. «Die Abteilungen Finanzen und Bau sind in den kommenden Jahren wichtige Aufgabenfelder. Daher und mit Blick auf den fachlichen Hintergrund von Richard Sägesser ist die Wahl auf die Abteilung Bau sicher richtig und kein Verlust», heisst es auf Anfrage.

Zwei Wechsel und viel Konstanz

Während also das Bauressort an die FDP geht, muss sie das Finanzressort abgeben: Auf Cla Famos (FDP), der nicht mehr zur Wahl angetreten war, folgt Daniel Frei (GLP). Dank ihm wird die GLP im Stadtrat zur Mehrheitsmacherin in der Exekutive.

Denn in der neuen Legislatur verschiebt sich mit dem Wahlausgang die Ausrichtung des Stadtrats in die politische Mitte. So haben die Grünen nach wie vor einen Sitz und die FDP, die GLP und die SP jeweils zwei Sitze in der Ustermer Exekutive inne.

Die übrigen Ressorts werden von den bisherigen Exekutivmitglieder geführt. Das amtsälteste Mitglied ist Barbara Thalmann (SP), die dem Gremium seit 2006 angehört. Sie steht dem Rat weiterhin als gewählte Stadtpräsidentin vor, Vizepräsidentin ist neu Petra Bättig (FDP), die diese Funktion von Famos übernimmt.

Der Stadtrat setzt sich somit wie folgt zusammen:

  • Barbara Thalmann (SP), Präsidiales
  • Richard Sägesser (FDP), Abteilungsvorsteher Bau
  • Daniel Frei (GLP), Abteilungsvorsteher Finanzen
  • Petra Bättig (FDP), Abteilungsvorsteherin Soziales
  • Karin Fehr Thoma (Grüne), Abteilungsvorsteherin Gesundheit
  • Beatrice Caviezel (GLP), Abteilungsvorsteherin Sicherheit
  • Patricia Bernet (SP), Abteilungsvorsteherin Bildung

Patricia Bernet (SP) wurde bei den Erneuerungswahlen als Präsidentin der Primarschulpflege bestätigt. Sie amtet damit auch im Stadtrat als Vorsteherin der Abteilung Bildung. Ihre neue Legislaturperiode – bereits die vierte – beginnt allerdings erst mit dem neuen Schuljahr am 20. August.

Stadtrat lädt zum Pavillon-Gespräch

Wer mit dem neu gewählten Stadtrat den Dialog und Austausch suchen möchte, dem bietet sich am 21. Mai von 17.30 bis 19 Uhr im Stadtpark die Gelegenheit dazu. Dann lädt die Ustermer Regierung zum zweiten Pavillon-Gespräch ein. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Das Dialogformat soll Raum für direkte Begegnung und eine offene Gesprächskultur bieten. So schreibt die Stadt in einer Mitteilung, dass es in einer wachsenden Stadt wie Uster zentral sei, Anliegen der Bevölkerung frühzeitig aufzunehmen, den Zielgruppen zuzuhören und Lösungen zu diskutieren.

Auch nach dem Pavillon-Gespräch bleibt der Dialog offen: Mit der Social-Media-Kampagne «Frag’ den Stadtrat» greift der Stadtrat ab Ende Mai erneut aktuelle Fragen aus der Bevölkerung auf und beantwortet diese auf den entsprechenden Kanälen öffentlich. (erh)

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