Bezirk Hinwil

Bezirk Pfäffikon

Bezirk Uster

Tösstal

Themen

Specials

Services

ZO Portale

Politik

Denkmalschutz als Herausforderung

Schulhaus Stägenbuck in Dübendorf nimmt wichtige Hürde

107 Millionen Franken soll die Sanierung und Erweiterung der Dübendorfer Schulanlage Stägenbuck kosten. Aber erst einmal musste der Gemeinderat den Projektierungskredit genehmigen, was nicht ohne Murren ablief.

Die Schulanlage Stägenbuck wurde Mitte der 1970er Jahre gebaut und ist dringend sanierungsbedürftig.

Foto: Thomas Bacher

Schulhaus Stägenbuck in Dübendorf nimmt wichtige Hürde

107 Millionen Franken soll die Sanierung und Erweiterung der Dübendorfer Schulanlage Stägenbuck kosten. Aber erst einmal musste der Gemeinderat den Projektierungskredit genehmigen, was nicht ohne Murren ablief.

Nach mehr als 15 Jahren Planung ist die Erweiterung und Sanierung der Schulanlage Stägenbuck einen wichtigen Schritt weiter: Der Gemeinderat genehmigte am Montag 3,6 Millionen Franken für die Projektierung. Der Entscheid fiel mit 23 zu 8 Stimmen deutlich aus.

Der Kredit muss noch vom Stimmvolk an der Urne genehmigt werden, als Termin ist der September angedacht. Zum selben Zeitpunkt wird über einen identischen Kredit der Sekundarschulgemeinde Dübendorf-Schwerzenbach abgestimmt, der die Anlage zur Hälfte gehört.

Aufwendige Planung, lange Bauzeit

Das vorliegende Projekt sieht vor, die bestehenden Gebäude energetisch zu sanieren, in Sachen Brandschutz zu optimieren und behindertengerecht zu machen, was aufgrund der vielen Halbgeschosse eine Herausforderung darstellt.

Um den steigenden Schülerzahlen gerecht zu werden, sind zwei Neubauten geplant – der eine am Standort des maroden Lehrschwimmbeckens, das mit dem Bau des Hallenbads Oberdorf nicht mehr gebraucht wird, der andere zwischen der Zwinggartenstrasse und dem bestehenden Sekundarschulhaus, das überdies aufgestockt werden soll.

In einer frühen Projektphase sollte eine unterirdische Mehrfachturnhalle gebaut werden, von dieser Idee rückte man aber aus Kostengründen wieder ab. Nun ist geplant, die Sporthalle so umzubauen, dass sie bei Bedarf in zwei Einheiten unterteilt werden kann; dadurch gewinnt man also eine weitere Turnhalle.

Aktuell werden die Kosten für das Projekt auf 107 Millionen Franken geschätzt, Schulprovisorien eingeschlossen. Die Umsetzung soll in zwei Etappen bis 2035 erfolgen.

Running Gag: «Nordafrikanische Lehmbauten»

Die lange Planungsdauer hängt einerseits damit zusammen, dass erst die Abstimmung über das neue Hallenbad abgewartet werden musste. Bei einem Nein hätte das bestehende Lehrschwimmbecken aufwendig saniert werden müssen, und für den einen Neubau hätte es keinen Platz gehabt.

Zeit gekostet hat aber vor allem der Umstand, dass sich die Gebäude im Inventar für schützenswerte Objekte der Denkmalpflege befinden. Für diese erinnert die Schule mit ihrer Kubatur an nordafrikanische Lehmbauten. Sie sei damit eine wertvolle Zeitzeugin der 1970er-Jahre-Bauten. Ein Running Gag, der in früheren Gemeinderatsdebatten immer wieder für einen Lacher gut war.

Dieser Aspekt war es, der SVP-Gemeinderat Lukas Schanz am Montag am meisten aufregte. Es sei die Schuld der Denkmalpflege, dass das veraltete Schulhaus nicht einfach abgerissen und durch einen Zweckbau ersetzt werden könne. Dabei hätte die Schulanlage laut Schanz gute Chancen gehabt, aus dem Inventar entlassen zu werden. «Doch den Verantwortlichen hat der Mut für ein Provokationsbegehren gefehlt.»

Das habe auch die Prüfung von Alternativstandorten verhindert, von denen mehrere vorhanden gewesen wären, sagte Schanz und prophezeite, dass das Vorhaben am Ende nicht 107, sondern 120 Millionen Franken kosten werde, wovon der SVP-Gemeinderat gar nicht angetan war.

«Nahe an den Wunschvorstellungen»

Ansonsten waren nur positive Voten zu hören. Die Kommission für Schulgeschäfte (KSG) erteilte dem Projekt Bestnoten. Und Primarschulpräsidentin Susanne Hänni (GLP) sagte: «Würde man heute eine Schulanlage auf dem Areal Stägenbuck planen, käme das den Wunschvorstellungen vermutlich ziemlich nahe.» Damit die heutigen Zusagen möglich gewesen seien, habe man mit der Denkmalpflege hart diskutiert.

Lob aus dem Plenum gab es dafür, dass das Projekt die schützenswerte Bausubstanz respektiert. Man bekomme ein neuwertiges Schulhaus, das erst noch günstiger sei als ein Neubau – wenn man das Land einrechne. Einziger Wermutstropfen: Die energetische Sanierung könne aufgrund der Auflagen des Denkmalschutzes voraussichtlich nicht zu 100 Prozent auf dem geforderten Stand erfolgen.

Die eindringliche Warnung aus dem Plenum, dass bei einem Nein zum Kredit das ganze Vorhaben um zehn Jahre zurückgeworfen würde, war am Ende angesichts des klaren Abstimmungsresultats gar nicht mehr nötig.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.

Kontakt

Inserieren

Abo

Services

Über uns