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Stadt Dübendorf erzielt Rekordplus von fast 73 Millionen Franken

Dübendorf überrascht mit einem historischen Abschluss: Statt des budgetierten Defizits weist die Rechnung 2025 ein Plus von 72,7 Millionen Franken aus. Finanzvorstand Martin Bäumle mahnt jedoch zur Vorsicht – ein grosser Teil des Gewinns sei buchhalterisch. Was wohl das Parlament dazu sagt?

Nicht ein Meer, sondern einen Ozean aus Münzen erwirtschaftete Dübendorf.

Foto: Pixabay

Stadt Dübendorf erzielt Rekordplus von fast 73 Millionen Franken

Dübendorf überrascht mit einem historischen Abschluss: Statt des budgetierten Defizits weist die Rechnung 2025 ein Plus von 72,7 Millionen Franken aus. Finanzvorstand Martin Bäumle mahnt jedoch zur Vorsicht – ein grosser Teil des Gewinns sei buchhalterisch. Was wohl das Parlament dazu sagt?

Die Stadt Dübendorf schliesst das Rechnungsjahr 2025 deutlich besser ab als erwartet: Statt eines budgetierten Aufwandüberschusses von 4,3 Millionen resultiert ein riesiges Plus von 72,7 Millionen Franken. Dies bei einem Aufwand von 233,5 Millionen und einem Ertrag von 306,2 Millionen Franken.

Einen solch hohen Gewinn hat selbst Martin Bäumle (GLP) in seinen 28 Jahren als Dübendorfer Finanzvorstand nie erlebt. Ein Grund für einen Freudensprung also?

«Man muss das Ergebnis relativieren», sagt Bäumle. Die 32 Millionen Franken von der Neubewertung des Baurechts Hoffnig seien eine reine buchhalterische Aufwertung. «In der Bilanz sieht das schön aus, mehr Geld ausgeben können wir deswegen aber nicht.»

Mit der angesprochenen Neubewertung erzielt die Stadt einen zusätzlichen Ertrag von 32,2 Millionen Franken. Weil die Stadt das Grundstück Hoffnig im Baurecht abgegeben hat, profitiert sie jährlich von Zinsen in Höhe von 2,3 Millionen Franken.

Begehrlichkeiten im Parlament

Ein tiefschwarzes Plus in der Rechnung sorgt jeweils im Parlament für ein kritisches Echo oder weckt zumindest Begehrlichkeiten. Das dürfte auch Ende Jahr an der Budgetversammlung nicht anders sein, wenn die linke Ratsseite grosszügigere Ausgaben fordert und die Bürgerlichen auf eine Steuersenkung pochen. Die letzte Senkung beschloss der Gemeinderat auf Antrag des Stadtrats in der Budgetsitzung von 2025, wo der Steuerfuss um 3 Prozentpunkte auf 75 Prozent reduziert wurde. Zusammen mit der Sekundarschule Dübendorf-Schwerzenbach ergibt das einen Gesamtsteuerfuss von 92 Prozent.

Bei den Grundstückgewinnsteuern hat es schön ‹klöpft› und ‹tätscht›.

Martin Bäumle

Dübendorfer Finanzvorstand (GLP)

Auf die Frage, ob der Stadtrat im Voranschlag 2025 zu vorsichtig kalkuliert habe, erwidert Martin Bäumle: Bei der Rechnung 2024 habe die Stadt bei den ordentlichen Steuern nicht so gut abgeschnitten. «Deswegen sind wir im Budget 2025 vorsichtig gewesen.» Allerdings erzielte Dübendorf auch in der vergangenen Rechnung ein höheres Plus als prognostiziert.

Bäumle weist auf die «gute Budgetgenauigkeit» auf der Aufwandseite hin, die lediglich um 2,6 Prozent von der Prognose abweicht. Demgegenüber ist die Abweichung auf der Ertragsseite mit 37,2 Prozent massiv grösser. 

Mit ein Grund sind die hohen Grundstückgewinnsteuern, die mit einem Mehrertrag von 17,3 Millionen Franken gegenüber dem Voranschlag ins Gewicht fallen. «Bei den Grundstückgewinnsteuern hat es schön ‹klöpft› und ‹tätscht›», sagt Bäumle. Diese seien jedoch immer schwierig zu prognostizieren. Einzelne «grosse Positionen» hätten zum deutlich besseren Ergebnis im Jahr 2025 geführt. Welche, gibt der Finanzvorstand unter Berufung aufs Steuergeheimnis, nicht preis.

Investitionen im Verzug

Zudem hat die Stadt bei den juristischen Personen ein Plus von 10,9 Millionen verzeichnet sowie Mehreinnahmen bei den natürlichen Personen von 9,8 Millionen Franken generiert. Der Fiskalertrag kommt auf insgesamt 146,3 Millionen zu liegen – 38,3 Millionen Franken höher als budgetiert.

Zum positiven Ergebnis tragen höhere Entgelte von 3,4 Millionen, ein tieferer Personalaufwand von 1,1 Millionen und ein höherer Nettotransferertrag von 3,2 Millionen Franken bei.

Bei den Investitionen blieb die Stadt unter den Erwartungen: Von geplanten Nettoinvestitionen in Höhe von 38,5 Millionen Franken wurden lediglich 61 Prozent realisiert.

Zu den grössten Positionen zählen Schulliegenschaften (10 Millionen Franken), Strassenunterhalt (6,7 Millionen Franken) sowie der Neubau des Hallenbads Oberdorf (4 Millionen Franken). Verzögerungen gab es unter anderem beim Hallenbad, bei Kanalsanierungen und bei Liegenschaften im Verwaltungsvermögen.

In der Bilanz schlägt sich der starke Abschluss deutlich nieder: Per Ende 2025 weist die Stadt ein Eigenkapital von 390,7 Millionen Franken aus. Das Nettovermögen steigt innert Jahresfrist von 90,3 auf 151,3 Millionen Franken. Pro Einwohnerin und Einwohner entspricht das 4564 Franken (Vorjahr: 2782 Franken).

 

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