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Ehemaliger GLP-Präsident aus Uster wechselt zur FDP

Der Ustermer Politiker Massimo Bardelli hat die GLP still verlassen. Nun, wenige Monate später, ist er Mitglied der FDP. Seinen Wechsel verriet erst ein Zusatz auf den sozialen Medien.

Ehemaliger GLP-Präsident aus Uster wechselt zur FDP

Der Ustermer Politiker Massimo Bardelli hat die GLP still verlassen. Nun, wenige Monate später, ist er Mitglied der FDP. Seinen Wechsel verriet erst ein Zusatz auf den sozialen Medien.

Der Präsident der GLP Stadt Uster, Massimo Bardelli, der die Partei seit Juni 2023 führte und zuvor auch die Bezirkspartei präsidierte, ist nicht mehr Mitglied der GLP. Das lässt zumindest sein Auftritt auf den sozialen Medien vermuten.

Gemäss eigenen Angaben ist Bardelli bereits im September 2025 aus der GLP ausgetreten. Öffentlich kommuniziert wurde dieser Schritt nicht – weder von ihm noch von der Partei. Erst auf Nachfrage bestätigt Bardelli seinen Austritt aus der GLP und seinen Beitritt bei der FDP – und schildert, wie es dazu kam.

Kritik an internen Abläufen

Für seinen Entschluss, die GLP zu verlassen, habe es durchaus konkrete Entwicklungen und Entscheide gegeben. «Ich halte es jedoch nicht für zielführend, einzelne Situationen oder Personen im Nachhinein öffentlich zu kommentieren.»

Für ihn sei letztlich entscheidend gewesen, dass sich über längere Zeit ein Gesamtbild ergeben habe, in dem er seine Vorstellungen von politischer Zusammenarbeit und strategischer Führung nicht mehr ausreichend wiedergefunden habe. Besonders kritisch sieht er interne Abläufe.

Ich habe festgestellt, dass die Bereitschaft, Führung gemeinsam zu tragen und Konflikte sachlich zu lösen, nicht immer in der nötigen Verbindlichkeit vorhanden war.

Massimo Bardelli

ehemaliger Präsident der GLP Stadt Uster

Dabei trug er als damaliger Parteipräsident eine Mitverantwortung für die Kultur innerhalb der Ortspartei. In dieser Position habe er sich «intensiv dafür eingesetzt», Strukturen zu klären, Verantwortlichkeiten zu definieren und eine gemeinsame strategische Linie zu entwickeln.

Doch habe er festgestellt, dass die Bereitschaft, Führung gemeinsam zu tragen und Konflikte sachlich zu lösen, nicht immer in der nötigen Verbindlichkeit vorhanden gewesen sei. «Deshalb habe ich für mich die Konsequenz des Austritts gezogen.»

Dennoch bleibt Bardelli diplomatisch. Er blicke auf eine intensive Zeit zurück: Als vergleichsweise unerfahrener Politiker in der Führungsposition habe er viel gelernt und sicher auch einiges unterschätzt. Er nimmt die Erfahrungen, sowohl persönlich als auch politisch, als sehr lehrreich wahr.

Ausserdem wünscht er der Partei «für die kommenden Wahlen viel Glück». Am 12. April werden nämlich die zukünftigen Gemeinderätinnen und Gemeinderäte sowie der Stadtrat gewählt.

Präsidium hat nicht die höchste Priorität

Zwei Wochen vor den anstehenden Wahlen bestätigt Ursula Räuftlin, Vorstandsmitglied der GLP Stadt Uster, es gebe bisher keine Nachfolge für das offene Präsidium. Die GLP greift an den kommenden Wahlen gleich nach zwei Stadtratssitzen. «Wir sind der Ansicht, wir haben mehrere fähige und willige Personen in unseren Reihen», sagt sie. Und: «Der Wahlkampf ist kein Thema, das vom Präsidium geleitet werden muss.»

Das Präsidium der GLP Stadt Uster zu besetzen, habe aufgrund der Wahlen nicht die höchste Priorität und werde danach angegangen. «Nach den Wahlen werden wir gezielt nach geeigneten Personen suchen.» Die präsidialen Aufgaben würden aktuell auf die Vorstandsmitglieder verteilt.

Unvorbereitet sei Bardellis Austritt bei der GLP nicht gekommen, sagt sie. «Massimo Bardelli wurde sein langjähriges Engagement als Präsident auf Stadt- und Bezirksebene im Rahmen einer ordentlichen Mitgliederversammlung verdankt.» Bardelli war bis dato knapp sechs Jahre Mitglied in der Partei.

Dass nicht über Bardellis Austritt kommuniziert worden sei, sei nicht in Zusammenhang mit den Wahlen zu stellen und gang und gäbe – man kommuniziere grundsätzlich nicht über den Abgang von Mitgliedern über die Parteigrenzen hinaus.

«Überzeugungen konsequent einbringen»

Auch über seinen Beitritt bei der FDP hat der Politiker nicht informiert. Bardelli ist seit Januar 2026 Mitglied bei den Freisinnigen. «Ich war in jungen Jahren Mitglied der FDP – somit kehre ich zurück zu meinen politischen Wurzeln.»

Themen wie Generationengerechtigkeit, Eigenverantwortung, wirtschaftliche Rahmenbedingungen und eine zurückhaltende Rolle des Staats seien für ihn politisch schon immer wichtig gewesen. «In der FDP finde ich das Umfeld, in dem ich diese Überzeugungen konsequent einbringen und weiterentwickeln kann.»

Politische Ambitionen innerhalb der FDP hält er sich grundsätzlich offen, setzt aber vorerst andere Prioritäten. «Im Moment ist es mir wichtig, in der Partei anzukommen und die Strukturen sowie die Entscheidungsträger besser kennenzulernen.» Eine Gemeinderatskandidatur sei perspektivisch denkbar, stehe aber aktuell nicht im Vordergrund.

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