Gemeinderat von Gossau reagiert auf Petition zu Weihnachtsbeleuchtung
Knatsch um Polizeiverordnung
Eine Petition fordert, dass die Weihnachtsbeleuchtung in Gossau wieder unabhängig vom Datum eingeschaltet werden darf. Der Gemeinderat zeigt sich offen für Anpassungen.
Ein neuer Artikel in der Gossauer Polizeiverordnung sorgte Ende November 2025 für ordentlich Wirbel. Darin ist festgehalten, dass das Einschalten der Weihnachtsbeleuchtung jeweils erst ab dem ersten Advent und nur bis zum 6. Januar erlaubt ist. Ausserdem müssen die Lichter in der Nacht jeweils von 24 bis 6 Uhr ausgeschaltet bleiben.
Verordnet hatten sich diese Regelung die Gossauerinnen und Gossauer selbst. Nämlich mit der Teilrevision der Polizeiverordnung an der Gemeindeversammlung vom November 2024. Nur: Offenbar fiel der entsprechende Artikel den Stimmberechtigten damals nicht auf.
Die Empörung entfachte sich erst im letzten Jahr, nachdem die neue Polizeiverordnung in Kraft getreten war und das Onlineportal «Zürioberland24» über die Einschränkungen berichtete. Im Nu hatten mehrere hundert Personen eine Onlinepetition unterzeichnet, die eine Streichung der entsprechenden Passagen forderte.
Gemeinderat zeigt sich überrascht
Anfang März hat «Zürioberland24»-Verlegerin und Petentin Barbara Tudor über 700 Unterschriften an den zuständigen Gemeinderat Salvatore Giorgiano (parteilos) und Gemeindepräsident Jörg Kündig (FDP) überreicht, wie das Onlineportal kürzlich vermeldete.
Störend seien vor allem das Verbot vor dem ersten Advent sowie der «Freifahrtschein für die Gemeindebehörden», lässt sich Tudor zitieren. Gemeint ist damit jener Punkt in der Polizeiverordnung, der dem Gemeinderat sowohl Ausnahmen wie auch weitergehende Einschränkungen ermöglicht.
Nun scheint die Petition politisch ihre Wirkung zu entfalten. Gegenüber «Zürioberland24» kündigte Kündig an, die Polizeiverordnung im Gemeinderat noch einmal zu diskutieren. Man habe das Thema unterschätzt. Zunächst steht nun eine Prüfung der Unterschriften und des Anliegens an.
Entscheid im Juni?
Kündig stellt aber bereits in Aussicht, dass schon an der kommenden Gemeindeversammlung im Juni ein neuer Entscheid fallen könnte. Dies bestätigt der stellvertretende Gemeindeschreiber Matthias Graf auf Anfrage: «Voraussichtlich wird eine Teilrevision der Polizeiverordnung traktandiert.»
Detaillierter äussert sich die Gemeinde derzeit nicht. «Mit der Einladung zur Gemeindeversammlung werden die konkreten Vorschläge verschickt.»