SP und Grüne setzen sich für ein 100-Franken-Abo in Wetzikon ein
Volksinitiative lanciert
Das Abo für die Zone 132 soll für die Wetzikerinnen und Wetziker günstiger werden. Jetzt beginnt aber erst das Unterschriftensammeln für das Anliegen.
Eine Hunderternote – so viel soll das ÖV-Billett für Wetzikerinnen und Wetziker in der eigenen Stadt noch kosten. Die SP und die Grünen haben am Dienstag eine entsprechende Volksinitiative lanciert.
So sollen Erwachsene, die in der Stadt wohnen, für ein Jahresabonnement der 2. Klasse für die Zone 132 nicht mehr 474 Franken wie bisher bezahlen, sondern 100 Franken. Für Kinder und Jugendliche bis 25 Jahre soll der Preis gar auf 50 Franken reduziert werden. Die Vergünstigung soll aber auch für Nutzerinnen und Nutzer anderer Abonnemente – beispielsweise des Generalabonnements (GA) – einlösbar sein.
Die Parteien wollen damit die Bevölkerung finanziell entlasten. Denn die Belastung sei mit den gestiegenen Mieten, Krankenkassenprämien und ÖV-Abo-Preisen bereits enorm. Ausserdem könnten die Kaufkraft und die Attraktivität des öffentlichen Verkehrs mit vergünstigten Abos verbessert werden. Zu alledem werde auch ein Beitrag zur Erreichung des Netto-null-Ziels geleistet.
Der Wetziker Stadtrat hat die kommunale Volksinitiative «Zone 132 für 100 Franken» auf gesetzliche Vorgaben hin überprüft und für gültig erklärt. Damit startet jetzt das Sammeln der Unterschriften. Die Initiative kommt jedoch nur zustande, wenn binnen sechs Monaten 500 gültige Unterschriften eingereicht werden.
Ähnliche Forderungen
Dass die Forderung nach vergünstigten ÖV-Abos auch die Politik in Wetzikon erreicht, überrascht nicht. So hat letztes Jahr die Stadt Zürich an der Urne über ein 365-Franken-Abo abgestimmt. Rund zwei Drittel befürworteten die Vorlage.
Der Zürcher Stadtrat hat nun ein Jahr Zeit, um die Umsetzungsvorlage auszuarbeiten. Noch steht die Stadt aber vor grossen Herausforderungen: Zum einen müssten jährlich gut 140 Millionen Franken an Steuereinnahmen für die Subventionierung aufgewendet werden. Zum anderen stellt sich die Frage, auf welchem Weg der Rabatt die Bevölkerung auch erreicht. Je nach Ausgestaltung der Vorlage wird das Volk nochmals über das Vorhaben befinden müssen. Ob und wann das 365-Franken-Abo tatsächlich eingeführt wird, ist noch nicht absehbar.
Im vergangenen November erreichte zudem auch das Kantonsparlament eine ähnlich lautende Forderung. Mit einer Motion verfolgen Vertreter der SP das Ziel, eine Vergünstigung kantonsweit einzuführen. Diese soll allerdings nicht nur für 1- oder 2-Zonen-Abos des Zürcher Verkehrsverbunds (ZVV) zur Anwendung kommen, sondern generell für ÖV-Abos. Die Regierung hat sich derweil gegen das Vorhaben ausgesprochen, da die Umsetzung zu einer starken finanziellen Belastung führen würde.
