Abo

Politik

Eine Frau, ein Mann - ein Ziel

Steht bald die einst jüngste Gemeinderätin Dürnten vor?

In Dürnten hört der langjährige Gemeindepräsident Peter Jäggi bald auf. Im nächsten Frühling kommt es zu einer Kampfwahl. Diese Zwei wollen ihn beerben.

Das Dorf Dürnten gilt als eher «verschlafen». Die zwei Kandidaten fürs Gemeindepräsidium wollen dies auf alle Fälle ändern.

Foto: Simon Grässle

Steht bald die einst jüngste Gemeinderätin Dürnten vor?

In Dürnten hört der langjährige Gemeindepräsident Peter Jäggi bald auf. Im nächsten Frühling kommt es zu einer Kampfwahl. Diese zwei wollen ihn beerben.

In den vergangenen 20 Jahren gestaltete Peter Jäggi (FDV) die Kommunalpolitik in Dürnten massgeblich mit. So sitzt er seit 2006 im Gemeinderat und schaltet und waltet ab 2018 als Gemeindepräsident. Schon im letzten Frühling gab er preis, dass er für die nächste Legislatur nicht mehr antritt.

Dies wollen sich zwei bisherige Gemeinderäte zunutze machen: Die einst jüngste Gemeinderätin Jasmin Aeschbacher (FDV) und Urs Roth (parteilos) wollen den bald freien Sitz im Präsidium für sich sichern. Wer das Rennen macht, wird sich im kommenden März zeigen.

Aeschbacher stieg vor knapp acht Jahren als 24-Jährige und als damals jüngste Gemeinderätin im Kanton Zürich in die Gemeindepolitik ein – also just zu dem Zeitpunkt, als Jäggi das Präsidium übernahm. Inzwischen ist die dreifache Mutter, die auf der Gemeindeverwaltung ihre kaufmännische Lehre absolvierte, schon seit zwei Legislaturen politisch im Dürntner Gemeinderat aktiv. Dort ist sie für das Ressort Schutz und Sicherheit zuständig.

Der Elektroinstallateur Urs Roth, in seiner Funktion Liegenschafts- und Kulturvorsteher, wirkt in der Dürntner Politik mit rund 16 Jahren schon etwas länger. Beide verbindet ein langjähriger Erfahrungsschatz, während sie etwas unterschiedliche Führungsansätze pflegen.

Eine frische Perspektive

Den definitiven Entscheid für eine Kandidatur, erzählt Jasmin Aeschbacher (FDV), habe sie im August gemeinsam mit ihrem Mann gefällt, da sie beide intensiv über die Vereinbarkeit der Familie mit den Ansprüchen des höchsten Amts in Dürnten hätten nachdenken müssen.

Die Politikerin hat noch keine Gemeinderatssitzung verpasst und balanciert nebenbei schon lange zwischen Kinderbetreuung und einem Teilzeitstudium für Angewandtes Recht. Ihr Partner sicherte der jungen Politikerin, die sich als authentische, verantwortungsbewusste Persönlichkeit mit Freude an den Menschen beschreibt, also weiterhin Unterstützung zu.

Auf die Frage, weshalb sie für das Präsidium die richtige Person wäre, entgegnet Aeschbacher: «Als Angehörige einer jüngeren Generation bringe ich eine frische Perspektive in das Politikumfeld, ohne den Blick fürs Gesamte zu verlieren.»

Eine Frau mit dunklen Haaren und einem roten Blazer.
Jasmin Aeschbacher (FDV) sitzt schon seit 2018 im Gemeinderat und will den nächsten grossen Schritt gehen.

Dies werde in den nächsten Jahren wichtig sein, da hohe Investitionen und die Gestaltung der Dorfkerne auf Dürnten zukämen. Aeschbacher möchte sich für eine lebendigere Gemeinde einsetzen. «Die an einem Mitwirkungsanlass geäusserten Wünsche (beispielsweise Dorfcafé, Wohnraum und Spielplatzerhalt) werden wir sicher weiterverfolgen, um der Stimmbevölkerung einen möglichst ausgewogenen Belebungsvorschlag zu unterbreiten.»

Die Dürntnerinnen und Dürntner hätten die Möglichkeit, sich für eine dynamische Gemeindepräsidentin auszusprechen, die mitten aus dem Leben agiere. 

Wenn sie auf ihre bisherige Amtszeit zurückblickt, hebt Aeschbacher das Bundesverfahren zur Reaktivierung des Flugfelds Hasenstrick hervor, das die Bevölkerung stark bewegte. «Wir liessen es uns nicht nehmen, den Informationsanlass trotz Abwesenheit der verfahrensleitenden Behörde durchzuführen.» Sie habe 200 Teilnehmende durch diesen Abend geführt und den Informationsteil der beteiligten Gemeinden gestaltet. «Es war mir wichtig, den Austausch zu fördern und die Betroffenen anzuhören.»

Ein Rucksack voll Erfahrung

Auch Aeschbachers Konkurrent Urs Roth (parteilos) setzte sich früh mit einer Kandidatur auseinander. Der langjährige Gemeinderat hatte sich länger mit der Idee befasst und Abklärungen getroffen. «Ein solches Amt ausüben zu können, ist kein Alleingang, es braucht sowohl Befürworter im beruflichen Umfeld wie auch Unterstützung im Privatleben.» Nachdem auch einige Bürgerinnen und Bürger auf ihn zugekommen seien und ihn in seinem Vorhaben bestärkt hätten, habe er den definitiven Entschluss gefasst.

Im Vergleich zu seiner Konkurrentin blickt der Liegenschaftsvorsteher auf eine deutlich längere Amtszeit im Gemeinderat zurück. Er wirkte unter anderem am Bau des Feuerwehrgebäudes, an der Sanierung und dem Ausbau verschiedener Schulhäuser sowie aktuell beim Bau des neuen Gemeindehauses mit.

Er selbst bezeichnet sich als beharrlich und begeisterungsfähig für Ideen aller Dürntnerinnen und Dürntner. Ihm bereite es grosse Freude, im Dorf etwas zu bewegen. «Ich bin jemand, der offen auf andere zugeht, sie motivieren und für neue Vorhaben begeistern kann», sagt Roth.

Ein Mann im Porträtbild.
Urs Roth (parteilos) sitzt seit 16 Jahren im Gemeinderat. Er setzt auf seine Erfahrung und die Unterstützung seiner Befürworter in Dürnten.

Auch Roth kommt auf den Dorfkern zu sprechen: «Rund um Dürnten werden wir oft als Schlafgemeinde bezeichnet.» Dieses Bild stört Roth spürbar, weshalb er sich wünscht, dass seine Gemeinde entschlossener als Einheit auftritt – sowohl nach innen als auch nach aussen. «Das lokale Gewerbe genauso wie die Vereine sind für Dürnten von grosser Bedeutung und sollen gezielt gestärkt und unterstützt werden.»

Sollte Urs Roth Gemeindepräsident werden, will er weiterhin unterschiedlichste Interessen für tragfähige Projekte zusammenführen. Hinsichtlich des Dorfkerns wäre eben eine solche Grossaufgabe gestellt: «Die Bevölkerung wünscht sich einen attraktiven Dorfkern mit Einkaufsmöglichkeiten, Gastronomie und Begegnungsorten», sagt Roth.

«Gleichzeitig muss die Gemeinde Anforderungen wie ausreichend und bezahlbaren Wohnraum für Familien und ältere Menschen sicherstellen.» Dem vielleicht künftigen Gemeindepräsidenten müsste es demnach gelingen, all diese Interessen zu vereinen.

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.