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«Gaht’s-no-Priis»

FDP ehrt Grüninger Gemeindeschreiberin für ihren Einsatz

Die FDP verleiht der Grüninger Gemeindeschreiberin Yvonne Cassol den «Gaht’s-no-Priis». Im Zentrum stehen die Folgen eines erzwungenen Wohnsitzwechsels beim Umzug in ein Heim, was vor allem ältere Menschen benachteilige.

Gemeindeschreiberin Yvonne Cassol und der Zürcher FDP-Präsident Filippo Leutenegger bei der Preisübergabe.

Foto: FDP Kanton Zürich

FDP ehrt Grüninger Gemeindeschreiberin für ihren Einsatz

Die FDP verleiht der Grüninger Gemeindeschreiberin Yvonne Cassol den «Gaht’s-no-Priis». Im Zentrum stehen die Folgen eines erzwungenen Wohnsitzwechsels beim Umzug in ein Heim.

Manchmal schreibt die Bürokratie wilde Geschichten. Eine davon spielt im Kanton Zürich – und endet damit, dass Gemeindeschreiberin Yvonne Cassol aus Grüningen für ihren Einsatz ausgezeichnet wird.

Cassol hat sich gegen eine kantonale Praxis gestellt, die seit 2024 verbindlich ist und beim Eintritt ins Pflegeheim automatisch einen Wohnsitzwechsel auslöst. Was als juristische Klärung gedacht war, sorgt seither für eine ganze Reihe Probleme.

«Ich bin der Meinung, dass da bürokratischer Unsinn praktiziert wird», sagt Cassol. Statt wie früher als Aufenthalter gemeldet zu bleiben, verlieren Betroffene ihren bisherigen Wohnsitz – mit Folgen für Steuern, Pflegefinanzierung und Bestattung.

Deshalb hat sich die Gemeindeschreiberin gewehrt: In einem offiziellen Schreiben an den Regierungsrat kritisierte sie das Vorgehen, das besonders Ehepaare trifft. Administrativ werden sie getrennt, das Steuerdomizil beider Personen verschiebt sich an den Heimstandort – selbst wenn der gesunde Partner weiterhin zu Hause lebt.

Gleichzeitig zahlt die ursprüngliche Gemeinde weiterhin hohe Pflegekosten, erhält aber keine Steuern mehr. Cassol nennt diese Kombination «absolut unverständlich und menschenverachtend».

Rückkehr zur pragmatischen Lösung

Für ihr Engagement erhält Cassol nun den «Gaht’s-no-Priis», der besonders belastende Bürokratie sichtbar machen soll. Der Zürcher FDP-Präsident Filippo Leutenegger kommentiert: «Die Regelung zeigt in aller Deutlichkeit, wie weltfremd Bürokratie manchmal sein kann.»

Die NZZ machte im Frühjahr Cassols Standpunkt publik, woraufhin sich Betroffene bei ihr meldeten. Die Diskussion gelangte bis in den Kantonsrat – dennoch hält der Regierungsrat nach wie vor an der Praxis fest. «Ich wünsche mir eine Rückkehr zu einer pragmatischen Lösung, die niemanden benachteiligt», sagt die Grüninger Gemeindeschreiberin.

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