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Längere Gemeindeversammlung als gewohnt

Wila bekommt eine optimierte Sammelstelle

Die Wilemer entschieden am Donnerstagabend über einen Kredit für den Ausbau ihrer Sammelstelle. Und diskutierten über ein altbekanntes Thema.

Der ehemalige Werkhof soll bedarfs- und dienstleistungsorientiert umgebaut werden. (Archiv)

Foto: Bettina Schnider

Wila bekommt eine optimierte Sammelstelle

Die Wilemer entschieden am Donnerstagabend über einen Kredit für den Ausbau ihrer Sammelstelle. Und diskutierten über ein altbekanntes Thema.

Die Gemeinde Weisslingen hat an der vergangenen Urnenabstimmung «vorgelegt», am Donnerstagabend war nun Wila dran: An der Gemeindeversammlung im Schulhaus Eichhalde entschied die Stimmbevölkerung über einen Objektkredit für die Wertstoffsammelstelle.

«Wir haben die Urnenabstimmung mit Spannung verfolgt», erzählte Gemeinderat Michael Hutzli (parteilos) in seiner Präsentation des Geschäfts. Dass die Weisslinger den Kredit angenommen haben, unterstreicht seiner Meinung nach die Erkennung der Wichtigkeit einer Wertstoffsammelstelle.

Die Projekte seien vom Angebot her vergleichbar. «Auch wenn wir in Wila von kleineren Dimensionen und etwas weniger Geld sprechen», sagte der Ressortvorsteher Soziales und Gesundheit schmunzelnd.

Beim aktuellen Objektkredit über 480’000 Franken geht es nun um den Neubau einer Remise für die Sammelstelle. Diese soll gemäss Hutzli die Benutzerfreundlichkeit erhöhen, denn Wertstoffe könnten dadurch im Trockenen entsorgt werden und die Mitarbeitenden unter Dach arbeiten.

Die Remise sei bewusst so angeordnet, dass die bestehende Unterflurstelle auf dem Areal nicht angerührt werden muss. «Sie ist verhältnismässig neu und soll weiterhin bestehen bleiben.»

Nicht zuletzt soll die Verkehrsführung optimiert werden, sodass die Feuerwehr jederzeit ungehindert rausfahren kann. Für die versammelten 73 Stimmberechtigten schien der Fall klar zu sein: Diskussionslos und einstimmig sprachen sie sich für den Kredit aus. Finanziert wird diese Investition über die Abfallgebühren.

Nutzungsplanung sorgt für langen Abend

Die Teilrevision der Bau- und Zonenordnung (BZO) hingegen war dafür verantwortlich, dass sich die Gemeindeversammlung für Wilemer Verhältnisse ungewohnt in die Länge zog. Inhaltliche Schwerpunkte der Teilrevision waren die Festsetzung des Mehrwertausgleichs, die Anpassung der Begriffe in der Bau- und Zonenordnung sowie die Überprüfung der Zonierungen.

Ein Änderungsantrag, der eine offizielle Beschränkung der Gebäudebreiten in der Wohnzone forderte, wurde einstimmig verworfen.

Gemeindepräsident Simon Mösch (Die Mitte) erklärte vorab die «Spielregeln» über die Präsentation der wichtigsten Änderungen und die entsprechenden Abstimmungen. Scherzend fügte er hinzu: «Sie haben es in der Hand, wie lange sie auf das anschliessende Raclette warten wollen.»

Wenn es um Windkraftanlagen geht, scheinen die Wilemer Stimmberechtigten ihren Hunger hintanstellen zu können. Denn um dieses Thema gab es doch noch eine kurze Diskussion.

Im Dezember 2023 wurde die Einzelinitiative des ehemaligen Gemeindepräsidenten Hans-Peter Meier (SVP) über den Mindestabstand von Windrädern angenommen.

Am Donnerstagabend ging es nun um den entsprechenden Abschnitt in der BZO. Die Empfehlung des Gemeinderats lautete, die Vorlage nicht anzunehmen. Dies nicht nur aus dem allgemein bekannten Grund, dass die Vorlage seitens Kanton als nicht genehmigungsfähig eingeschätzt werde. «Die Gemeinde Wila ist von Windkraftanlagen nicht betroffen», ergänzte Simon Mösch. Und: «Eine rechtliche Auseinandersetzung kostet und bietet keinen erkennbaren Mehrwert.»

Es geht ums Prinzip

Hans-Peter Meier setzte sich dafür ein, es wie andere Gemeinden zu machen und ein Zeichen zu setzen. Er verwies auf einen ihm bekannten Fall einer Gemeinde im Jura, die bei einer solchen Auseinandersetzung recht bekommen habe. «Wir könnten abwarten, ob auch andere Oberländer Gemeinden Erfolg haben.»

Schliesslich einigte man sich darauf, Meiers Änderungsantrag zwar vorzunehmen, diese aber erst einzureichen, wenn die Rechtsgrundlage geklärt ist. «Wenn die so angepasste Teilrevision nicht genehmigungsfähig ist, nehmen wir die Änderung wieder raus», erklärte der Gemeindepräsident.

Dieser Kompromiss wurde mit 32 Ja- zu 22 Nein-Stimmen – und einigen Enthaltungen – angenommen.

Die weiteren Traktanden

Die Politische Gemeinde hat an der Versammlung:

das Budget 2026 und die Festsetzung des Steuerfusses auf 49 Prozent bewilligt.

die Teilrevision der Nutzungsplanung Wila genehmigt.

Die Primarschul- und die Sekundarschulgemeinde haben ihre Budgets 2026 ebenfalls genehmigt. Der Steuerfuss der Primarschulgemeinde wurde auf 50 Prozent, jener der Sekundarschulgemeinde auf 23 Prozent festgesetzt.

Zudem wurden die Jungbürger sowie Neuzuzüger mit der roten Wila-Mütze ausgestattet, die gemäss Michael Hutzli schon fast Kultstatus erreicht habe: «Wir erhielten viele Fotos von Wilemern, die sie sogar auf Ferienreisen tragen.»

Man sieht die Jungbürger und Neuzuzüger mit roten Mützen.
Die Jungbürger und Neuzuzüger wurden mit der kultigen roten Wila-Mütze ausgestattet.

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