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Nur die SVP war dagegen

Kanton beteiligt sich mit 10 Millionen an Usters Kulturzentrum

Einen Viertel der vorgesehenen Baukosten für das Zeughausareal in Uster übernimmt der Kanton. Das hat der Kantonsrat am Montag beschlossen.

Das Kultur- und Begegnungszentrum auf dem Zeughausareal soll über 30 Millionen Franken kosten.

Visualisierung: Nightnurse Images AG

Kanton beteiligt sich mit 10 Millionen an Usters Kulturzentrum

Nur die SVP war dagegen

Klare Sache am Montag im Kantonsrat. Die Stadt Uster erhält aus dem Kultur- und dem Gemeinnützigen Fonds insgesamt 10 Millionen Franken für das Kultur- und Begegnungszentrum auf dem Zeughausareal.

Das sind erfreuliche Nachrichten für die Stadt Uster – und vor allem für den Nachfolger oder die Nachfolgerin von Finanzvorsteher Cla Famos (FDP): Der Kanton beteiligt sich mit insgesamt 10 Millionen Franken an den Baukosten für das Kultur- und Begegnungszentrum auf dem Zeughausareal.

Insgesamt 36,6 Millionen Franken will die Stadt in den östlichen Teil des Areals stecken, den sie 2017 von der Armasuisse erwarb. 33,3 Millionen sollen ins Kultur- und Begegnungszentrum fliessen, für 3,3 Millionen ist eine neue Tiefgarage mit 72 Parkplätzen vorgesehen.

Einem entsprechenden Investitionskredit hatte die Stimmbevölkerung von Uster im Juni 2024 zugestimmt. Bereits im März 2024 hatte der Stadtrat beim Kanton das Gesuch für einen Beitrag von 10 Millionen Franken eingereicht. Ein weiteres Gesuch über 1,5 Millionen liegt bei der Ernst-Göhner-Stiftung.

124 stimmten für den Beitrag

Der Zustupf aus dem Kulturfonds (7 Millionen) und dem Gemeinnützigen Fonds (3 Millionen) war zwar nicht unumstritten, aber letztlich setzte sich eine klare Mehrheit von 124 Stimmen im 180-köpfigen Kantonsrat durch.

Schon die vorberatende Kommission für Bildung und Kultur unter dem Vorsitz der Ustermer Stadträtin Karin Fehr Thoma (Grüne) hatte sich mit 11 zu 4 Stimmen hinter den Antrag des Regierungsrats gestellt. Fehr Thoma erinnerte an die vier Abstimmungen über das Entwicklungskonzept, den Gestaltungsplan, den Projektierungskredit und den Investitionskredit, in denen sich der Ustermer Souverän viermal für das Kultur- und Begegnungszentrum ausgesprochen hatte.

«Kultur darf nicht nur in Zürich und Winterthur stattfinden», sagte die grüne Kantonsrätin und erinnerte ihre Kolleginnen und Kollegen daran, dass der Beitrag des Kantons einmalig ist. «Alle Folgekosten werden von der Stadt Uster und der Zeughaus Uster AG getragen.»

Die ablehnende Minderheit in der Kommission störte sich an der Höhe des kantonalen Beitrags und hegte die Befürchtung, dass weitere Begehrlichkeiten geweckt werden könnten.

In der kurzen Debatte äusserte sich einzig die SVP-Fraktion gegen den Beitrag des Kantons. Von einer grossen Begeisterung in Uster für das Projekt könne keine Rede sein, meinte Tobias Infortuna (SVP, Egg): «Bei der Abstimmung im Sommer 2024 sagten lediglich 54 Prozent Ja, obwohl sich ausschliesslich die SVP gegen das Projekt ausgesprochen hatte.» Auch würden sich nur drei von zehn Gemeinden im Bezirk an der Betreibergesellschaft Zeughaus Uster AG beteiligen.

Feldmann: «Schlüsselprojekt für die Stadt»

Das sah Stefan Feldmann (SP) – wie Karin Fehr Thoma sowohl Ustermer Stadtrat als auch Zürcher Kantonsrat – ganz anders. Das Zeughausareal sei ein «Schlüsselprojekt für die Stadt» und habe eine grosse Bedeutung auch für die Region, sagte er: «Es ist das wichtigste Bauvorhaben für Uster in den letzten zwei Jahrzehnten.»

Während im westlichen Teil des Areals im Baurecht erschwinglicher Wohnraum geschaffen werde, entstehe im östlichen Teil ein eigentlicher Stadtteil, wo sich Kultur, Gesellschaft und Wirtschaft begegneten, erklärte Feldmann das Projekt in groben Umrissen und erinnerte daran, dass geeignete Infrastrukturen für grössere Anlässe in Uster Mangelware seien.

Die beiden denkmalgeschützten Zeughäuser bleiben erhalten. Dazwischen entstehen zwei einfache Gebäude: Der grosse Saal mit bis zu 700 Plätzen wird den sanierungsbedürftigen Stadthofsaal ersetzen, das «Regal» ist als Ersatz für das Kulturhaus Central vorgesehen. Dort ist neben der Gastronomie ein kleinerer Saal mit 150 Plätzen integriert.

2005 wurden die Zeughäuser aufgegeben

Mittlerweile ist es 20 Jahre her, seit sich die Schweizer Armee aus Uster zurückgezogen hat. Wo zuerst Notvorräte, später Munition und Betriebsmittel für Panzertruppen gelagert worden waren, entstand in den folgenden Jahren ein Veranstaltungsort für Public Viewings, Kunstausstellungen, Food-Festivals, politische Veranstaltungen und seit 2016 sogar ein eigenes Open Air.

2017 erwarb die Stadt Uster den östlichen Teil des Areals und machte sich an die Planung des Kultur- und Begegnungszentrums. Für diese Arbeit erhielt sie in der Debatte im Kantonsrat viel Lob. «Das Projekt ist überzeugend und gut durchdacht», sagte etwa die Grüne Livia Knüsel aus Schlieren. Hanspeter Hugentobler (EVP, Pfäffikon) sprach von einem «sehr guten Projekt, das unsere Unterstützung verdient».

Lisa Letnansky (AL, Zürich) lobte das Projekt als regional verankert und als «kulturpolitisch starkes Signal». Mit dem sanierungsbedürftigen Stadthofsaal und dem Kulturhaus Central als Provisorium drohe der Stadt Uster ein kulturelles Vakuum ohne das Zeughausareal.

Für Regierungsrätin Jacqueline Fehr (SP) ist es nichts weniger als ein «Leuchtturmprojekt» der Kulturförderung in den Regionen: «Kultur darf nicht nur in den Zentrumsstädten stattfinden.»

Im Oktober 2026 sollen die Baumaschinen auffahren. Das heisst, dass das Areal im kommenden Sommer nochmals uneingeschränkt genutzt werden kann. Usters Stadtpräsidentin Barbara Thalmann (SP) rechnet damit, das Zeughausareal Ende 2028 eröffnen zu können, «wenn alles ideal läuft».

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