Neuer Kinderhort im alten Lehrerhaus nimmt erste Hürde
Das alte Lehrerhaus musste an der Fällander Gemeindeversammlung einen «Vernichtungsantrag» überstehen. Zudem ist nun klar, wann die Steuererhöhung in den Ring geworfen wird und wie teuer die Flüchtlingsunterbringung ist.
Der Gemeinderat will das alte Lehrerhaus zwischen dem Schulhaus Lätten und dem Zwicky-Parkplatz als Hort-, Kindergarten- oder Klassenraum umgestalten. Die Räume sollen mehrfach genutzt werden können und so auch für eine Musikschule oder eine Dorfwerkstatt Platz bieten.
Aufgegleist wird das Ganze mit einem Projektierungskredit in Höhe von 900’000 Franken. Darüber hatte die Gemeindeversammlung am Mittwochabend in der Zwicky-Fabrik zu entscheiden.
Im Gebäude an der Maurstrasse 25 sind heute zwei Mietwohnungen untergebracht. Früher diente es auch als Gemeindehaus. Laut einem Gutachten der Gemeinde wird das Haus als schutzwürdig eingestuft. Allerdings ist es in einem schlechten Zustand und muss saniert werden.
Ich finde es überrissen, dass man für einen so kleinen Bau zehn Architekturbüros einbinden will.
Votant an der Gemeindeversammlung
Neben dem bestehenden Lehrerhaus soll ein Erweiterungsbau errichtet werden. Eine erste vage Visualisierung präsentierte Liegenschaftenvorsteherin Rita Niederöst (SP) der Versammlung.
Kritik am Verfahren
Das Wettbewerbsverfahren für das Vorhaben sorgte bei einem Votanten für Unverständnis: «Ich finde es überrissen, dass man für einen so kleinen Bau zehn Architekturbüros einbinden will.» Das sei doch mit hohen Kosten verbunden. Wie denn die Ersparnis bei weniger Teilnehmern wäre, wollte er wissen.
Markus Dreyer, Abteilungsleiter Hochbau und Liegenschaften der Gemeinde, erwiderte: « Ob das jetzt fünf oder zehn sind, macht ungefähr eine Differenz von 30’000 bis 40’000 Franken aus.» Er denke, dass das im Rahmen der Gesamtkosten für das Projekt verträglich sei. «Das Verfahren soll das beste Ergebnis herausbringen.»
Statt einer Sanierung des Lehrerhauses legte ein Stimmberechtigter nahe, das Gebäude dem Erdboden gleichzumachen und einen Neubau hinzustellen, was, so seine Vermutung, wahrscheinlich gleich viel wie eine Restauration koste.
Ein anderer war der gleichen Meinung und wollte, dass ein Neubau geprüft werde. Er stellte einen Rückweisungsantrag, der mit 50 zu 28 Stimmen abgelehnt wurde. Für den Antrag des Gemeinderats mit dem Projektierungskredit in Höhe von 900’000 Franken sprachen sich letztlich 56 der 84 anwesenden Stimmberechtigten aus.
Steuererhöhung mit Datum
Ebenfalls traktandiert war das Budget 2026 mit einem Minus von 1,5 Millionen Franken. Dies bei einem Aufwand von 86,082 Millionen Franken.
Die alljährliche Botschaft einer drohenden Steuererhöhung verkündete dieses Jahr für einmal nicht der Finanzvorstand, sondern Martin Oeschger (SP), Präsident der Rechnungsprüfungskommission (RPK). Voraussichtlich nächstes Jahr sei eine solche zum Erhalt «eines ausbalancierten Gemeindehaushalts» zwingend erforderlich. Gemäss Finanzplanung der Gemeinde werden es sogar zwei Steuererhöhungen sein. Für das übernächste Jahr 3 Prozent, und für 2029 sind 2 Prozent angekündigt. Das Budget 2026 und der unveränderte Steuerfuss von 99 Prozent wurden danach einstimmig gutgeheissen.
Wie teuer sind Flüchtlinge?
Eine Anfrage zum Thema Asylwesen stellte SVP-Präsident Huldrych Thomann. Er wollte wissen, wie viel die Unterbringung der Flüchtlinge die Fällander Steuerzahler die letzten Jahre gekostet hat.
Zumindest die Jahre 2021 und 2022 verursachten laut Gemeindeschreiberin Leta Bezzola keine Kosten. Es schaute gar ein Plus von 8500 beziehungsweise 74’000 Franken heraus. Dieser Überschuss ist aufgrund der Zahlungen von Bund und Kanton an Fällanden entstanden. 2023 war es jedoch ein Minus von 44’000 Franken, und ein Jahr später entstanden gar Kosten von 897’000 Franken.
Eine weitere Anfrage stellte ein Einwohner zum Einbruch, der sich vergangenen Oktober in Benglen ereignet hatte. Damals stieg ein 35-jähriger Schweizer in ein Haus ein, wurde von den Bewohnern erwischt und kurz darauf verhaftet.
Weil der Einbrecher in einem Asylheim in Ebmatingen untergebracht war, welches auch Sozialhilfeempfänger beherbergt, mutmasste der Fällander in seiner Anfrage, dass die Bewohner von Benglen einem erhöhten Sicherheitsrisiko ausgesetzt seien.
Gemeindeschreiberin Bezzola relativierte. Es handle sich um einen Einzelfall. Gemäss Einschätzung der Kantonspolizei liege die Zahl der Einbrüche in dieser Jahreszeit im üblichen Rahmen.