Illnau-Effretikon setzt trotz Widerstand auf beleuchteten Veloweg
Nach Einsprache durch Naturschutz
Pro Natura Zürich wollte den Rad- und Fussweg entlang der Kempt möglichst unbeleuchtet lassen. Der Stadtrat gewichtet den Sicherheitsaspekt höher als den Fledermausschutz.
Im April entschied der Stadtrat von Illnau-Effretikon, die Beleuchtung des kantonalen Rad- und Fusswegs entlang der Kempt von der Wohnüberbauung Talmüli in Richtung Unterillnau zu verbessern. Entlang dem Weg sollten 23 neue Kandelaber erstellt werden. Daraufhin erhob Pro Natura Zürich im Rahmen der öffentlichen Auflage Einsprache.
Die geplante Beleuchtung beeinträchtige natürliche und naturnahe Lebensräume in und entlang der Kempt und gefährde eine bekannte Fledermauspopulation, argumentierte die Naturschutzorganisation. Deshalb sei auf das Projekt zu verzichten.
Der Stadtrat hat die Einsprache nun abgewiesen. Um die Forderung von Pro Natura Zürich zu erfüllen, müsste die Fuss- und Radwegverbindung in der Dunkelheit komplett unbeleuchtet belassen werden, schreibt er in seinem Beschluss. Er erachte es jedoch als ein wichtiges öffentliches Interesse, dass diese nicht nur tagsüber genutzt werden könne, sondern auch in der Dunkelheit aus Sicherheitsgründen beleuchtet werde.
Um die Auswirkungen der Beleuchtung auf die Fauna möglichst gering zu halten, sei für die Projektierung das Merkblatt «Massnahmen gegen Lichtverschmutzung» des Bundesamts für Umwelt berücksichtigt worden. Weiter erfolgte die Wahl der LED-Lampen in Absprache mit der Stiftung Fledermausschutz Zürich. Die neuen Kandelaber sind nun mit Bewegungsmeldern ausgestattet und springen jeweils erst an, wenn sich jemand zu Fuss oder auf einem Velo nähert.
