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Schwerer Entschluss

«Ich habe mein Amt sehr geliebt und liebe es auch heute noch»

Letzte Woche gab die Zürcher Mitte-Partei bekannt, dass ihre Co-Präsidentin Michelle Halbheer aus Volketswil zurücktritt. Was steckt hinter dem Entscheid und wie stehen die Chancen auf ein Comeback?

Die Volketswilerin Michelle Halbheer (Die Mitte) verabschiedet sich aus der Politik – vorerst. (Archiv)

Foto: Silas Zindel

«Ich habe mein Amt sehr geliebt und liebe es auch heute noch»

Schwerer Entschluss

Letzte Woche gab die kantonale Mitte-Partei bekannt, dass ihre Co-Präsidentin Michelle Halbheer aus Volketswil zurücktritt. Was steckt hinter dem Entscheid, und wie stehen die Chancen auf ein Comeback?

Ihr politischer Aufstieg ist beeindruckend. Nachdem Michelle Halbheer verschiedene Ämter innegehabt hatte, wurde die Volketswilerin mit nur 24 Jahren bereits ins Co-Präsidium der Mitte des Kantons gewählt. Gemeinsam mit der Hinwilerin Tina Deplazes führte sie die Partei seit dem April des letzten Jahrs. Doch per Anfang Oktober legt Halbheer ihr Amt wegen anhaltender gesundheitlicher Probleme nieder.

Dieser Entscheid sei ihr alles andere als leichtgefallen, sagt Halbheer auf Anfrage: «Ich habe mein Amt sehr geliebt und liebe es auch heute noch.» Doch ihre Krankheitsgeschichte zieht sich schon über ein Jahr hin. Damals habe es bei einer Operation eine Komplikation gegeben, die Heilung sei nicht wie erhofft erfolgt, weitere Eingriffe seien gefolgt. «Nach jeder Operation bin ich wieder zurückgekommen, jedoch wurde es gesundheitlich immer schwerer.» Zudem sei es nicht absehbar, wie viele Operationen noch nötig sein würden. Weiter ins Detail geht sie nicht.

Viel Arbeit in eineinhalb Jahren

Halbheer hat viel mit Deplazes über die Situation gesprochen. Mit Blick auf die Wahlen im kommenden Frühjahr wird die Arbeitslast nochmals stark zunehmen. So waren sich die beiden einig, dass Halbheers Gesundheit Vorrang hat. Sofern die Delegiertenversammlung dem Vorschlag folgt, wird Deplazes die Leitung allein fortführen. «Mit ihr ist das Amt in guten Händen», ist Halbheer überzeugt.

Im Duo hätten sie sich dafür eingesetzt, ihre Partei zu stärken. Im Fokus stand dabei, das Profil der Mitte zu schärfen und sich in Kernthemen klarer von anderen Parteien abzugrenzen – beispielsweise im Gesundheitswesen. «Wir haben viel Arbeit in unsere Vision gesteckt», sagt die Volketswilerin. «Und es ist uns in einigen Bereichen gelungen.» So habe die Partei einige wichtige Vorstösse im Kantonsrat eingereicht.

Auch bei der Organisation der regionalen und der kommunalen Parteien auf dem Kantonsgebiet habe sie Veränderungen angestrebt, da man – wie viele andere – mit Personalmangel zu kämpfen habe. Zu Halbheers Arbeit gehörten deshalb auch viele Besuche in den Gemeinden. Die Zeit habe sie jedoch gerne dafür investiert.

Ein mögliches Comeback

Neben dem Co-Präsidium gibt die 26-Jährige bald auch ihr Amt als Schulpflegerin in Volketswil auf. Bis zu den Neuwahlen wird sie sich dieser Aufgabe noch zuwenden. Unklar ist derweil, ob und in welchem Rahmen sich Halbheer weiterhin als Vizepräsidentin der Mitte Volketswil engagieren kann und wird. «Es ist ein Amt, das mich nicht jeden Tag beansprucht. Wie es hier weitergeht, werde ich noch entscheiden.»

Vorerst konzentriert sich Halbheer aber mit Sicherheit auf ihre Gesundheit. Aus diesem Grund musste sie auch das Studium in Geomatik an der ETH pausieren. Dort steht ihr nur noch die Masterarbeit bevor.

Die Hoffnung, sich zu einem späteren Zeitpunkt wieder der Politik zu widmen, lässt die junge Politikerin nicht los. «Ich bin immer noch motiviert», sagt Halbheer, «meine Ideenliste wird eher länger als kürzer.» Im Idealfall klappe das Comeback gar im Jahr 2027, wenn die nächsten Kantonsratswahlen anstünden.

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