Kann eine Schuldenbremse die Finanzlage von Gossau geraderücken?
Gossaus Finanzen stehen immer wieder in der Kritik. Eine Initiative, auf die ein Gegenvorschlag des Gemeinderats folgte, will eine Schuldenbremse in der Gemeindeordnung verankern.
Um die Selbstfinanzierung von Gossau, sprich die allgemeine Finanzlage, steht es seit geraumer Zeit nicht allzu gut. Vor allem die SVP bemängelte den finanziellen Zustand der Gemeinde in der Vergangenheit regelmässig und sprach von einer «sehr unkomfortablen Lage». Über die letzten Jahre sind die Ausgaben oft stärker gestiegen als die Einnahmen, während Geld für Investitionen fehlt.
Der Selbstfinanzierungsgrad liegt derzeit bei lediglich 47 Prozent, vor zwei Jahren war er noch bei 91 Prozent. Dieser zeigt den Anteil der Nettoinvestitionen, der aus eigener Tasche bezahlt wurde. 2024 finanzierte Gossau rund 4,6 Millionen von rund 9,8 Millionen Franken selbst.
Gemeindeschreiber Thomas-Peter Binder betont jedoch: «Von einer Schieflage kann nicht gesprochen werden, da in den vergangenen Jahren regelmässig Überschüsse erzielt wurden.» Zudem hätten sich die Schulden der Gemeinde von 30 Millionen Franken um die Hälfte reduziert.
Die Herausforderung liegt aus seiner Sicht vielmehr darin, die nötigen Erneuerungen und die Sanierungen in die Infrastruktur so zu steuern, dass dabei innert absehbarer Zeit weder zu viel gespart noch zu viel ausgegeben wird.
