Ab August kommt die Online-Steuererklärung für Firmen
Stocker informiert in Rüti
Sein traditioneller Sommerspaziergang führte Ernst Stocker nach Rüti. Der Finanzdirektor hat im Oberland eine Neuerung präsentiert, die das Leben für KMU vereinfachen soll.
Mehr als 50 Prozent aller Privatpersonen im Kanton Zürich reichen ihre Steuererklärung online ein. Nun können dies auch Unternehmen und Vereine tun. Finanzdirektor Ernst Stocker (SVP) hat am Freitag in Rüti die Online-Applikation «ZHcorporateTax» vorgestellt. Zuvor hatte ihn die Rütner Gemeindepräsidentin und Nationalrätin Yvonne Bürgin (Die Mitte) in einem kurzen Spaziergang durch ihre Gemeinde geführt.
Derzeit laufen die letzten Tests. Am 18. August ist das Go-live des Programms geplant, ab dann können die mehr als 97’000 juristischen Personen im Kanton Zürich ihre Steuererklärung für das Jahr 2024 auf der neuen Plattform einreichen.
An jenem Montag werden sämtliche Unternehmen, Vereine oder Stiftungen, die ihre Steuererklärung bis dann noch nicht eingereicht haben, einen (noch sehr analogen) Brief vom kantonalen Steueramt erhalten. Inhalt wird ihr Zugangscode zur Online-Steuerdeklaration sein.
«Die Einführung von ‹ZHcorporateTax› ist ein wichtiger Schritt in der Digitalisierung des Zürcher Steuerwesens», sagt Stocker. Die Steuererklärung soll mit der neuen Applikation einfacher und effizienter werden. In den letzten fünf Jahren hat die Zahl der Firmen im Kanton um 16 Prozent zugenommen. Entsprechend ist das Volumen an Steuererklärungen für die Gewinn- und Kapitalsteuern gewachsen.

Das kantonale Steueramt hatte das Projekt für die digitale Steuererklärung Ende 2023 gestartet. Im Juli 2024 schrieb es in einer Submission eine Standardsoftware aus, die auch in anderen Kantonen genutzt werden kann. Ein gutes Jahr später erfolgt bereits der Startschuss.
KMU administrativ entlasten
Zwei Ziele standen bei der Ausschreibung im Fokus: Erstens sollte der administrative Aufwand insbesondere für KMU geringer werden, und zweitens sollte das Steueramt die eingereichten Unterlagen effizienter bearbeiten können.
Das Programm erlaubt einen direkten Upload von Belegen. Es läuft über einen Browser, das heisst, es muss nichts auf den Computer heruntergeladen werden. Und da es sich um eine Standardlösung handelt, konnte der Kanton die Kosten tief halten. «Unter einer Million», beantwortete Finanzdirektor Stocker die Frage nach der Zahl auf dem Preisschild.
«Die Schere zwischen den Kantonen öffnet sich»
Neben der Online-Steuererklärung thematisierte Ernst Stocker im Amtshaus von Rüti das Ressourcenpotenzial des Kantons Zürich, also den Wert der steuerlich ausschöpfbaren Ressourcen.
«Die Schere zwischen den einzelnen Kantonen öffnet sich immer weiter», stellte der Finanzdirektor fest. Mit der Folge, dass die ressourcenstarken Kantone immer mehr in den nationalen Finanzausgleich (NFA) einzahlen müssten.
Stocker forderte zudem höhere Abgeltungen für Zentrumsleistungen von den anderen Kantonen. Die heutigen Abgeltungen seien zu tief. Die ungedeckten Kosten für den Kanton Zürich bezifferte er auf rund 100 Millionen Franken jährlich.


Vor der Informationsveranstaltung im Amtshaus hatte die Rütner Gemeindepräsidentin Yvonne Bürgin, die im Nationalrat auch Mitglied der Finanzkommission ist, den Besucher aus Zürich am Bahnhof empfangen und auf einem kurzen Spaziergang zum Amtshaus begleitet.
Dabei kam auch die Finanzlage ihrer Gemeinde zur Sprache. Bürgin bezeichnete sie als «solid, mit Herausforderungen» und erwähnte die steigenden Ausgaben im Sozialbereich und in der Bildung. So stimmen die Rütnerinnen und Rütner am 30. November über den Neubau eines Schulhauses und den Ersatz der Turnhalle in der Schulanlage Ferrach ab. Kostenpunkt: 29,5 Millionen Franken.
Dazu kämen Investitionen in die Kläranlage und die Fernwärme. Und dann ist ebenfalls am 30. November die Abstimmung über die Kapitalerhöhung des GZO Spitals Wetzikon. Es geht um 6,72 Millionen Franken. Der Gemeinderat empfiehlt ein Nein zur Kreditvorlage.
Stocker lädt seit zehn Jahren jeweils im Juli Medienschaffende zum Sommerspaziergang. Im letzten Jahr war der SVP-Politiker in Elgg bei Winterthur unterwegs. 2023 spazierte er ins kantonale Steueramt in Zürich, in den Jahren davor war der Finanzdirektor in Opfikon (2022), Stäfa (2021) und Hinwil (2020).
