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Dringend notwendige Sanierung

Die Turnhalle Bachtel in Egg nimmt die erste grosse Hürde

Nach dem gescheiterten Projekt für die Schulanlage Bützi wird der Neubau der Turnhalle Bachtel konkreter.

Die Turnhalle Bachtel in Egg soll durch einen Neubau ersetzt werden. Jetzt wurde auch der Planungskredit gesprochen. (Archiv)

Foto: PD

Die Turnhalle Bachtel in Egg nimmt die erste grosse Hürde

Dringend notwendige Sanierung

In der Schulraumplanung hinkt die Gemeinde Egg noch hinterher. Nach dem gescheiterten Projekt für die Schulanlage Bützi wird der Neubau der Turnhalle Bachtel konkreter.

Angespannt. So lässt sich die Stimmung der Gemeindeversammlung am Montagabend in Egg wohl am treffendsten in einem Wort beschreiben. Verpackt in emotionale Voten bekundete die Bevölkerung ihren Unmut und stellte dem Gemeinderat kritische Fragen. Obwohl die Traktandenliste nicht sehr lang war, sorgte sie für Diskussionsbedarf. So auch eine schriftliche Anfrage wegen der Anschaffung eines neuen Polizeiautos, die im letzten Herbst für rote Köpfe sorgte.

Ein Geschäft hat dabei für die Zukunft in Egg eine grosse Bedeutung: die Turnhalle Bachtel am Standort Zentrum. Diese möchte der Gemeinderat durch einen Neubau ersetzen. Das Gebäude soll ausserdem um einen Stock erweitert werden. In den Räumen könnten künftig der Schulpsychologische Dienst, die Schulsozialarbeit, der ICT-Support, Förderprogramme wie die Logopädie sowie der Hort Platz finden.

Der Gemeinderat rechnet mit Kosten von rund 9,5 Millionen Franken. Um mit der Detailplanung zu beginnen, beantragte er einen Kredit von 820’000 Franken – mit Erfolg. Die Stimmberechtigten genehmigten den Betrag mit grosser Mehrheit. Mit Blick auf die Vorgeschichte der Egger Schulraumplanung ist dies aber alles andere als selbstverständlich.

Mehrere gescheiterte Versuche

Bisher hatte die Gemeinde zwei Versuche unternommen, die Schulraumplanung voranzutreiben. Der erste wurde 2018 durch die Versammlung überraschend gestoppt, da die Bevölkerung zu wenig in den Planungsprozess mit eingebunden wurde. Danach berief der Gemeinderat eine Begleitgruppe, welche die Bedürfnisse der Bevölkerung einbringen sollte.

Der zweite Anlauf scheiterte 2023 dennoch – gut drei Monate nachdem das Siegerprojekt für die Erweiterung der Schulanlage Bützi vorgestellt worden war. Diese hätte die Gemeinde anstatt 17,5 Millionen gut 25 Millionen Franken gekostet. Diese Investition hätte sich Egg nicht leisten können, weshalb der Gemeinderat die Reissleine zog. Das Projekt verursachte bis dahin Kosten von gut 420’000 Franken.

Dringender Handlungsbedarf

Nach den missglückten Anläufen tüftelte die Gemeinde an neuen Plänen für die Turnhallen Bützi und Bachtel, wobei besonderes Augenmerk auf den Kosten lag. In einem ersten Schritt fokussiert sich die Gemeinde jetzt auf die Bachtelhalle.

Dass sich jenes Gebäude in einem miserablen Zustand befindet, ist kein Geheimnis. Der Boden der Halle ist gewellt, die Ringe mussten aus statischen Gründen abmontiert werden, und auch die Masse der Halle entsprechen nicht den Normen. Zudem sind die Duschen nicht nach Geschlechtern getrennt.

Ob die mittlerweile 62 Jahre alte Turnhalle ersetzt werden soll, war an der Gemeindeversammlung unumstritten. So hätte die Gemeinde im Fall einer Ablehnung des Kredits die Halle für 5,8 Millionen Franken eins zu eins sanieren müssen. Dabei wäre auch die Erweiterung um ein Stockwerk weggefallen.

Urnenabstimmung 2027 geplant

Trotz Annahme des Kredits gab es aus der Bevölkerung einige Fragen. So bemerkte ein Egger, dass die Gestaltung der Schulhausgebäude dem Lehrpersonenmangel entgegenwirken könne. «Wenn Bewerbende durch die Schule geführt werden, hat die Attraktivität des Gebäudes Einfluss auf die Entscheidung, ob die Person zusagt.»

Zudem trieb die Frage um, was mit dem Schwimmlehrbecken nebenan geplant ist. Dieses ist nicht im Projekt integriert. Gemäss Gemeinderat wird das Becken weiterhin betrieben, und allfällige Reparaturen werden ausgeführt.

Ein Egger stellte den Antrag, dass beim Bau nur elektrisch betriebene Baustellenfahrzeuge zum Einsatz kommen sollen. Gemeindepräsident Tobias Bolliger (FDP) erklärte den Antrag für ungültig, da es erst um die Planung geht.

Diese wird in den kommenden Monaten konkretisiert und bis und mit Baueingabe vorbereitet. Die letzte Hürde hat das Projekt aber noch nicht genommen. Im Sommer oder Herbst 2027 gilt es an der Urne erst den Baukredit zu genehmigen. Baustart dürfte im Idealfall 2028 sein, gut ein Jahr später soll die neue Halle in Betrieb genommen werden.

Das entschied die Gemeindeversammlung

Die Versammlung genehmigte die Jahresrechnung 2024.

Der Abschnitt der Pfannenstielstrasse 40 bis 56 ist sanierungsbedürftig. Deshalb wurde ein Kredit von 870’000 Franken zur Instandsetzung der Strasse gesprochen. Die Bauarbeiten sollen bereits im August starten.

Im Dezember 2023 genehmigte die Versammlung einen Kredit von rund 1,2 Millionen Franken zur Erstellung von Asylcontainern in Hinteregg. Die effektiven Kosten fielen um rund 170’000 Franken höher aus, die Versammlung stimmte der Abrechnung zu. (jgu)

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