Die «Volketswiler Nachrichten» dürfen bleiben
Die Anwesenden waren sich einig: Das Gemeindeblatt «Volketswiler Nachrichten» ist für das Dorfleben unverzichtbar. Bei den restlichen Geschäften verfolgte die Versammlung dann ein gemeinsames Ziel.
Heisse Sommerabende verbinden offenbar: Jedes einzelne Geschäft der Politischen und der Schulgemeinde wurde an der Versammlung in Volketswil einstimmig angenommen. Fragen oder Anregungen gab es wenige. «Wir machen schnell, damit wir im Anschluss noch ein Bier trinken können», verkündete Gemeindepräsident Jean-Philippe Pinto (Die Mitte) gleich zu Beginn.
Am gespanntesten von rund 120 Anwesenden war an diesem Freitagabend wohl Toni Spitale, der auf der Tribüne bei den nicht Stimmberechtigten sass. Denn bei dieser Gemeindeversammlung ging es um die «Volketswiler Nachrichten», dessen Chefredaktor er ist.
Nachdem die Verlegerin, die Lokalinfo AG, wegen steigender Druckkosten und sinkender Werbeeinnahmen den Vertrag mit der Gemeinde gekündigt hatte, wurde der Auftrag neu ausgeschrieben. Der Gemeinderat entschied sich darauf für die teurere der zwei Offerten – die der Lokalinfo AG.
Differenz bei Qualität
Lediglich der Preis von jährlich 300’000 Franken im Gegensatz zu früher 180’000 Franken gab Anlass zu einer Frage. Dejan Malcic, Präsident der SVP Volketswil, wollte wissen: «Was rechtfertigt die Entscheidung für die teurere Offerte?»
Pinto erklärte: «Der tiefere Preis war der einzige positive Aspekt der günstigeren Offerte.» Deren Urheber dürfe er aus Datenschutzgründen nicht nennen. «Bei allen anderen Aspekten – sei es bei Ausführung Print und digital, Inhalt, Organisation und Qualität – war die Offerte der Lokalinfo AG bei Weitem besser.»
Mit dieser Antwort schienen sich die Stimmberechtigten zufriedenzugeben, nahmen sie doch den Antrag des Gemeinderats einstimmig an. Auch der Präsident der Rechnungsprüfungskommission (RPK) und der Vorsteher der Senioren-Interessengemeinschaft (Senig) hatten sich davor für die Annahme ausgesprochen. Hätte die Versammlung die Vorlage abgelehnt, hätte die Gemeinde ab Ende 2025 kein Publikationsorgan mehr.
Wenig Kritik an den roten Zahlen
Die anderen drei Traktanden der Versammlung der Politischen Gemeinde gaben kaum noch zu reden. Und das, obwohl die Jahresrechnung vom Jahr 2024 mit einem roten Stift geschrieben wurde. Pinto sagte: «Als Finanzvorstand kann ich mit dem Aufwandüberschuss von rund 570'000 Franken nicht zufrieden sein. Aber als Gemeindepräsident kenne ich die guten Gründe dafür.» Als diese nennt er die Wertverluste eines Grundstücks, die steigenden Pflegekosten und die Verluste des Seniorenzentrums Vitafutura AG.
RPK-Präsident Michael Wyss (FDP) wusste: «Viele der Ausgaben, die im Jahr 2024 getätigt wurden, wären für das Jahr 2023 geplant gewesen.» Er erwarte deshalb vom Gemeinderat eine sorgfältigere Periodisierung, um in Zukunft solche massiven Verfälschungen zu verhindern.
Auch die Vitafutura AG bereite der RPK weiterhin Sorgen. «Der Gemeinderat soll mit der Gemeinde als Aktionärin die eingeleiteten Massnahmen gegen die Verluste sehr genau begleiten.» Pinto konterte: «Wir begleiten die Massnahmen extrem eng. Aber so einfach lässt sich ein Supertanker nicht umpolen.»
Trotz Kritik empfahl der RPK-Präsident das Geschäft dann zur Annahme. Ihm folgten einstimmig die anwesenden Stimmbürger. So lief es auch bei der Bewilligung von 540'000 Franken für den Ersatz der LED-Beleuchtung für die Fussballplätze Gries und beim Kredit von 410'000 Franken für die Sanierung der Spielplätze im Griespark.
Erfolgreicher Abend für die Schulpflege
Gleich zügig ging es mit der Versammlung der Schulgemeinde weiter. Die Schulpflege brachte den Einsatz von Klassenassistenzen in den Kindergärten zur Abstimmung. Auch die Jahresrechnung, welche sich durch einen Überschuss von fast fünf Millionen auszeichnete, stand zur Genehmigung. Beide Traktanden wurden einstimmig angenommen. Somit grünes Licht, um sich am heissen Juniabend mit Bier abzukühlen.
