Fällander verlangen bei der Zürichstrasse Nachbesserungen
Mehrere Einwendungen zur Sanierung
Am Grossprojekt «Zürichstrasse» in Fällanden haben Bevölkerung und Gemeinde einiges beanstandet. Der Kanton soll beim Temporegime über die Bücher und die Schwachstellen beim Lärmschutz verbessern.
Der Kanton will die Zürichstrasse vom «Sternen»-Kreisel im Zentrum von Fällanden bis zur Verzweigung Pfaffhausen sanieren. Mit diesen Arbeiten wird auch das Verkehrsregime geändert. Vom «Sternen»-Kreisel bis zum Brandholzweg werden neu Tempo 30 statt 50 und anschliessend Tempo 60 statt 80 gelten. Zudem sind verschiedene Anpassungen für die Fussgänger, die Velofahrer und den ÖV vorgesehen.
Fällanden hat beim Kanton einige Punkte angebracht, die auf Wunsch des Gemeinderats noch angepasst werden sollen. In der Kurve talwärts nach dem Schützenhaus etwa soll der Fussweg verbessert werden.
Dazu sagt der Verkehrsplaner Gregor Schärer, der für die Gemeinde Fällanden arbeitet: «Dieser Bereich ist für die Fussgänger in der Nacht sehr dunkel und stellt daher ein Sicherheitsrisiko dar.» Deshalb soll der Weg künftig beleuchtet werden.
Zudem entsteht auf Wunsch der Gemeinde ein neuer Fussgängerstreifen beim Brandholzweg. Diesen hatten Projektvertreter des Kantons zusammen mit dem Fällander Sicherheitsvorstand Ruedi Maurer (parteilos) bereits im vergangenen November der Öffentlichkeit präsentiert.
Schwachstellen für Velos bleiben
Mit einem Kompromiss müssen sich die Velofahrer begnügen. «Ein paar Schwachstellen werden mit dem vorliegenden Projekt behoben», sagt Schärer, «einige bleiben jedoch bestehen.» Letztlich sei es eine «Gesamtabwägung».
Bergabwärts fahrende Velofahrer müssen beispielsweise auf der Strasse bleiben – ohne abgrenzenden Radstreifen. Weil ein Teil der Strasse neu nur noch mit Tempo 30 befahren wird, geht Schärer von einem geringen Konfliktpotenzial mit anderen Verkehrsteilnehmern aus. «Wir können davon ausgehen, dass sich Velofahrer abwärts etwa im gleichen Tempo bewegen.»
Dafür können sie bergaufwärts zusammen mit den Fussgängern auf das Trottoir wechseln.
Aufwärts bleibt eine Schwachstelle nach der Kurve Brandholz bestehen. In der 60er-Zone, wo derzeit noch 80 km/h gefahren werden, ist statt eines erhöhten Trottoirs für die Velofahrer nur ein Radstreifen auf der Fahrbahn vorgesehen.
Landerwerb für Wartehäuschen
Veränderungen im Projekt sind nach der Intervention der Gemeinde auch entlang den Busverbindungen auf der Zürichstrasse vorgesehen. Gemäss Schärer sind neu bei den Haltestellen Eggler und Schützenhaus vier Buswartehäuschen geplant.
Ein weiteres Thema für die Gemeinde ist der Lärmschutz. Laut Schärer ist aus den Projektunterlagen des Kantons nicht ersichtlich, ob mit den vorgesehenen Massnahmen die Lärmgrenzwerte eingehalten werden können. «Im Rahmen der weiteren Projektierung soll dieser Nachweis transparent erbracht werden.»
Für das Projekt «Zürichstrasse» braucht es mehr Platz, der mit dem Erwerb von Land geschaffen werden soll. Pro Bushäuschen sind laut Gemeinde beispielsweise zirka zehn Quadratmeter Platz nötig.
Das Land für die Strasse oder das Trottoir muss der Kanton von den Privateigentümern erwerben. Im äussersten Fall kann dies auch gegen deren Willen geschehen, also mittels Enteignung.
Einwendungen aus der Bevölkerung
Zum Projekt konnte auch die Fällander Bevölkerung Einwendungen beim Kanton einreichen. Laut diesem sind zum Landerwerb, zu den Querungsmöglichkeiten der Veloinfrastruktur und zum neuen Temporegime Vorbehalte eingegangen.
Der Kanton hält sich allerdings bedeckt und gibt mit Verweis auf den Datenschutz nur wenige Details preis. Beim Thema Geschwindigkeiten etwa gehe es um den Wunsch nach tieferen respektive höheren Begrenzungen. Die Einwendungen zur Veloinfrastruktur betreffen die Linienführung bei der Bushaltstelle beim Egglerweg oder einen möglichen Radstreifen talwärts.
Was passiert nun mit den Begehren der Fällanderinnen und Fällander? Diese würden nun geprüft, heisst es vonseiten des Kantons. Danach würden sie entweder ins Projekt einfliessen oder im technischen Bericht zum Bauprojekt abgehandelt werden. Voraussichtlich im kommenden Jahr werde das Ganze öffentlich aufgelegt.
Baustart für die Zürichstrasse ist 2028. Zwei Jahre später sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Nach heutigem Stand wird das Projekt rund 18 Millionen Franken kosten.
