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Mehr politisches Mitspracherecht

In Dübendorf formt sich ein Jugendparlament

Auf Initiative der Jugendkommission sollen die Kinder und Jugendlichen mehr in die Politik einbezogen werden. Und so stellen die Jungen sich das vor.

Die vier Mitglieder der Gründungsgruppe (von links): Serena Flachsmann, Angie De Monaco, Nils Zell und Rudaina Aldahouk.

Foto: Fiorella Koch

In Dübendorf formt sich ein Jugendparlament

Mehr politisches Mitspracherecht

Auf Initiative der Jugendkommission sollen die Dübendorfer Kinder und Jugendlichen mehr in die Politik einbezogen werden. Am Info-Anlass über die Entstehung eines Jugendparlaments zeigten rund 30 junge Bürger Interesse.

Vor einiger Zeit verschickte die Kinder- und Jugendarbeit Dübendorf (KJAD) eine Umfrage an die 13- bis 25-Jährigen in der Stadt. Ziel war es, die Bereitschaft der Jugendlichen zur politischen Mitgestaltung zu ermitteln.

Rund 550 junge Menschen nahmen an der Umfrage teil. Zwei von ihnen waren Rudaina Aldahouk und Nils Zell. Sie sowie zwei weitere Jugendliche wurden von der KJAD kontaktiert, da sie eine besonders hohe politische Bereitschaft signalisiert hatten, und gefragt, ob sie Teil der Gründungsgruppe werden möchten.

Also trafen sich die vier ersten Jugendparlamentarier, um selbständig einen Info-Anlass in der Oberen Mühle zu organisieren. Dieser fand am vergangenen Freitag für die anderen interessierten Jugendlichen statt.

Von Jungen für Junge

«Für mich war mein politisches Interesse der Ausschlag, um mitzumachen», sagte Aldahouk. Zell ergänzte: «Ich engagiere mich gerne für einen guten Zweck.» Er erklärte das Ziel des geplanten Jugendparlaments: «Wir möchten Ideen von den Jugendlichen sammeln, gemeinsam diskutieren, Projekte daraus entwickeln und diese an eine politische Instanz weitergeben.» Politische Befugnisse hätte das Jugendparlament nämlich keine.

«Wir konnten den Anlass frei gestalten», sagte Aldahouk am Freitagabend. Die Programmpunkte hätten sie sich selbst überlegt: ein Meet & Greet, eine kurze Vorstellung des Jugendparlaments, ein Quiz, Pizza zum Abendessen und zum Abschluss ein Konzert von Chapo Mulato und King NB.

Das fand Anklang: Am Abend trafen nacheinander etwas mehr als 30 Dübendorfer Jugendliche in der Oberen Mühle ein. Eine bunt durchmischte Schar reihte sich dann um die Gründungsgruppe, die ihre Idee für die Lancierung eines Jugendparlaments vorstellte. Im Anschluss widmeten sich die Jugendlichen einem Quiz und stürzten sich auf die 40 Pizzas, die bestellt worden waren.

Ein leichter Einstieg

Auch vor Ort waren zwei Mitglieder der Jugendkommission, die die Gründungsgruppe unterstützten. «Es ist ein Legislaturziel der Kommission, die politische Teilnahme von Kindern und Jugendlichen zu fördern», erklärte Mitglied Björn Von der Crone.

Dieses Ziel versuchen sie mit dem Jugendparlament zu verwirklichen. «Wir haben uns von bestehenden Jugendparlamenten in der Umgebung inspirieren lassen – einige davon gibt es sogar in kleineren Gemeinden als Dübendorf», so Von der Crone.

Joel Vuilleumier, ebenfalls Kommissionsmitglied, argumentierte: «Für viele Kinder und Jugendliche ist der Einstieg in die Politik sehr schwer. Sie erscheint ihnen hochkomplex, und das schüchtert sie ein.» Das Jugendparlament soll die hohe Eintrittsschwelle senken.

Dabei möchten sie eine nicht zu starre Struktur pflegen. Vuilleumier sagte: «Wir wollen den Jugendlichen Platz lassen, sich zu entwickeln und herauszufinden, ob ihnen die institutionelle Politik entspricht.»

Die Jugendlichen kritzeln erste Ideen für das Jugendparlament auf einen grossen Papierbogen.
Die Jugendlichen kritzeln erste Ideen für das Jugendparlament auf einen grossen Papierbogen.

Das konkrete Ziel am Info-Abend erklärte Von der Crone so: «Wir möchten neue Mitglieder gewinnen, damit die Verantwortung des Parlaments auf mehr Schultern verteilt wird als nur auf jene der vier Gründungsmitglieder.»

Nach Abschluss des Konzerts von Chapo Mulato und King NB, das noch einige Jugendliche mehr anzog, standen immerhin zwölf neue Namen auf dem Einschreibeformular. Wie es danach weitergehe, sei noch offen. «Wir entscheiden je nach Feedback an einer Sitzung im Juni», sagte Von der Crone.

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