Stadtrat lehnt Veloschnellroute durch Zentrum von Effretikon ab
Verkehr in Illnau-Effretikon
Der Stadtrat kritisiert die Linienführung der Velobahn von Winterthur nach Effretikon. Er begründet dies mit Platzmangel und Sicherheitsrisiken und schlägt eine Alternative vor.
Der Stadtrat von Illnau-Effretikon hat sich gegen die Streckenführung einer Veloschnellroute von Winterthur bis ins Zentrum von Effretikon ausgesprochen. Die sogenannten Velobahnen sind im kantonalen Velonetz als höchste Hierarchiestufe festgehalten. Sie werden jeweils im Rahmen von einzelnen Korridorstudien vertieft untersucht. Dabei wird auch die definitive Linienführung festgelegt.
Die Velobahn Kemptthal soll vom Effretiker Zentrum entlang der Hinterbüel- (bestehende Hauptverbindung) respektive der Rikonerstrasse (bestehende Nebenverbindung) in Richtung Grafstal führen. Von dort geht es dann via Valley und den Bahnhof Kemptthal entlang der Kantonsstrasse nach Winterthur, wo sie an die Veloroute Töss anschliesst.
Stadtrat «deutlich ablehnend»
Der Stadtrat äussert sich im Rahmen der Vernehmlassung «insbesondere» zur Linienführung durch das Zentrum von Effretikon «deutlich ablehnend», wie er in seiner Stellungnahme schreibt. Sämtliche Velobahnen im Kanton seien peripher angeordnet. «Nur in Effretikon wird die Velobahn bis ins Zentrum geführt.»
Als Gründe für seine Ablehnung nennt er enge Platzverhältnisse und äussert Bedenken zur Sicherheit und im Hinblick auf langwierige Enteignungsverfahren. Zudem seien in Effretikon wegen Lärmschutzmassnahmen auf allen Einfallsachsen Tempo-30-Strecken geplant.
Für die Velobahnen würden verbreiterte Strassen gefordert, was in direktem Widerspruch zur Klimastrategie und Hitzeminderung bei Strassenprojekten stehe. «Der öffentliche Raum ist rar und muss unter dem Kompromiss aller Nutzenden ideal, sicher und kosteneffizient verteilt werden.»
Streckenführung via Tagelswangen
Statt der Veloschnellroute von Winterthur ins Effretiker Zentrum favorisiert der Stadtrat eine periphere Velobahn von Winterthur via Kemptthal über Tagelswangen in Richtung Zürich. Diese sei wegen der einfachen und raschen Realisierbarkeit und der bereits projektierten Fortsetzung bis zum Velonetzknoten Brüttisellen «deutlich vorteilhafter», schreibt er. Effretikons Anbindung ans Velonetz sei mit zwei bestehenden und einer geplanten Nebenverbindung «auch so bestens sichergestellt».
