Nach «Eiszeit» – Anwohner fordern sicheren Fussweg in Bauma
Im Altlandenberg-Quartier
Ein vereister Fussweg sorgt in Bauma für Unmut. Anwohner fordern Asphalt, damit der Winterdienst einfacher möglich ist. Die Gemeinde hingegen verweist auf den bestehenden Weg, der aber nicht barrierefrei ist.
«Eiszeit» – so bezeichnet Emilio Mühlemann den Zustand des Fusswegs vom Bahnhof Bauma zum Schulhaus Altlandenberg in diesem Winter.
«Am 3. Januar hat es nochmals geschneit», erinnert er sich. Im Anschluss sei der Weg zwei Wochen lang kaum mehr sicher begehbar gewesen. «Der Schnee schmolz, es gab aber kalte Nächte», sagt er. Vor allem am Morgen sei der Weg dann fast zwei Wochen lang spiegelglatt gefroren gewesen.

Mühlemann, der selber im Altlandenberg-Quartier wohnt, war nur noch mit speziellen Schuhen mit Spikes unterwegs. Gute Alternativverbindungen zwischen dem Dorf und dem Altlandenberg-Quartier gebe es nicht.
Zwar gelangt man über eine Treppe auf die Autobrücke, die über die Unterdorfstrasse führt. «Aber im Winter ist diese auch keine Alternative», betont Mühlemann. Zudem sei der Weg nicht barrierefrei.
Anfang Jahr vernahm der Baumer ausserdem, dass mehrere Personen auf dem aalglatten Weg ausgerutscht waren – unter anderen sein Nachbar.
Mehrere Unfälle
Es ist nicht das erste Mal, dass der Fussweg, der eigentlich ein Wanderweg ist, für Ärger sorgt. Bereits im Winter 2019 seien die eisigen Verhältnisse ein Problem gewesen, sagt Mühlemann. Er und weitere Anwohner machten sich damals dafür stark, dass auf dem Fussweg der Winterdienst durchgeführt wird. «Der Kanton gestattete dies der Gemeinde», erinnert er sich.
Doch die Gemeinde macht laut Meinung von Mühlemann zu wenig von diesem Recht Gebrauch. Weshalb das so ist, liegt für ihn auf der Hand. «Gibt es durch den Winterdienst Schäden auf dem Fussweg, muss die Gemeinde dafür aufkommen.»
Um zu vermeiden, dass weitere Fussgänger ausrutschen, hat er eine Petition lanciert. Sein Ziel: Der Fussweg soll asphaltiert werden, damit im Winter ein regulärer Winterdienst möglich ist.
«Ich habe mich bei der Gemeinde erkundigt, es wohnen hier im Quartier 650 Menschen», sagt er. Auch viele Schulkinder aus dem Dorf nutzen den Fussweg. Deshalb ist es ihm ein Anliegen, dass der Weg auch im Winter sicher ist.
Gemeinde verweist auf Alternative
Diese Woche wird er sein Anliegen, das über 200 Personen unterschrieben haben, der Gemeinde überreichen. Und dies, obwohl die Gemeinde eigentlich gar nicht zuständig ist. Denn der Weg entlang der Töss fällt in die Hoheit des Kantons. «Die Gemeinde soll sich aber für eine Lösung einsetzen», betont der Petent.
Mühlemann stand bereits im Austausch mit der Baudirektion – und ist sich sicher, dass sich eine Lösung finden lässt. Doch dafür müsse auch die Gemeinde beim Kanton aktiv werden.
Beim Gemeinderat rennt er mit seinem Anliegen aber keine offenen Türen ein. «Der Gemeinderat betrachtet es insbesondere für die Schülerschaft als zumutbar, gegebenenfalls im Winter einen etwas längeren Schulweg in Kauf zu nehmen», teilt Gemeindeschreiber Roberto Fröhlich mit. Denn die Fussverbindung über die Brücke werde im Winter vorrangig geräumt.
Nicht jedoch die Fussverbindung entlang der Töss. «Auf unbefestigten Wanderwegen sollte der Winterdienst grundsätzlich nicht erfolgen», sagt Fröhlich. Da aber eine Absprache mit dem Kanton bestehe, räume die Gemeinde den Weg entlang der Töss auf eigene Kosten – wenn auch sehr zurückhaltend.
Der Gemeinderat sieht den Kanton in der Pflicht: «Würde der Kanton auf dem Stück bis zum Schulhaus einen Belag einbauen, könnte der Winterdienst einfacher ausgeführt und höher priorisiert werden.»
Ob die Gemeinde das Gespräch mit dem Kanton sucht, ist noch offen. Der Gemeinderat wird als Nächstes zur Petition Stellung nehmen müssen.