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Oberlandautobahn: Regierungsrat rechnet nicht mit Verzögerung

Zankapfel Autobahnausbau. Welche Folgen das Volksnein vom November für die Oberlandautobahn hat.

Hier ist Schluss: das Ende der Oberlandautobahn bei Uster.

Foto: Simon Grässle

Oberlandautobahn: Regierungsrat rechnet nicht mit Verzögerung

Trotz Volksnein im letzten November

Kann die Oberlandautobahn nun doch ab 2038 gebaut werden? Der Zürcher Regierungsrat glaubt immer noch daran.

Drei Jahre ist es her, seit der Bundesrat die Lückenschliessung der Oberlandautobahn in sein Strategisches Entwicklungsprogramm (Step) Nationalstrassen aufgenommen hat. Das Bundesamt für Strassen (Astra) hatte das Projekt damals dem Realisierungshorizont 2040 zugeordnet. 2040 ist in 15 Jahren und bei Bauvorhaben dieser Art eigentlich schon übermorgen.

Gemäss Astra soll die Linienführung im Lauf dieses Jahrs geklärt werden. Die Genehmigung durch den Bundesrat sei 2027 geplant. «Mit dem Start der Realisierung des Projekts ist nicht vor 2038 zu rechnen», schreibt das Bundesamt auf seiner Website.

Der Volksentscheid vom November

Am 24. November 2024 lehnte das Schweizer Stimmvolk den «Bundesbeschluss über den Ausbauschritt 2023 für Nationalstrassen» mit 52,7 Prozent Nein-Stimmen ab. Die Oberlandautobahn war zwar nicht Teil der Vorlage. Trotzdem wurden gerade im Oberland Befürchtungen laut, dass der Bau der rund 10 Kilometer Nationalstrasse zwischen Uster Ost und dem Betzholzkreisel in Hinwil nach diesem Plebiszit auf den Sankt-Nimmerleins-Tag oder zumindest um Jahre hinausgeschoben würde.

Der Hombrechtiker Kantonsrat Tumasch Mischol (SVP) wollte deshalb gemeinsam mit den Mitunterzeichnenden Jörg Kündig (FDP, Gossau), Daniel Wäfler (SVP, Gossau) und Jean-Philippe Pinto (Die Mitte, Volketswil) vom Zürcher Regierungsrat wissen, wie er sich zum Volksentscheid vom November stelle, und vor allem, wie er die zu erwartende Verzögerung mit flankierenden Massnahmen abzufedern gedenke.

Regierungsrat teilt Befürchtungen nicht

Am Donnerstag traf die Antwort der Kantonsregierung ein – und die gibt für die verkehrsgeplagten Gemeinden im Aatal durchaus Grund zur Hoffnung. Beim Kanton ist der Glaube an eine rasche Lückenschliessung trotz dem Volksentscheid vom November – zumindest offiziell – nicht erloschen. «Die Projektierungsarbeiten durch die Bundesstellen laufen weiter, weshalb der Regierungsrat die Befürchtung einer Verzögerung derzeit nicht teilt», schreibt die Kantonsregierung in ihrer Antwort auf die Anfrage von Tumasch Mischol.

Eine Karte mit 5 Weg- und Tunnelvarianten zwischen Uster Ost und Hinwil.
So sieht der aktuelle Variantenfächer des Astra aus. 

Der Regierungsrat erwähnt in seiner Antwort neben der Lückenschliessung im Oberland auch die Glattalautobahn, die von Zürich Nord nach Baltenswil führen soll, und den Ausbau der Umfahrung Winterthur: «Wie das Bundesamt für Strassen sieht auch der Regierungsrat bei diesen drei Vorhaben den grössten Handlungsbedarf im Kanton Zürich.»

Und was, wenn der Kanton die A15 wieder übernimmt?

Bis 2020 hiess die Oberlandautobahn A53 und war eine kantonale Hochleistungsstrasse. Am 1. Januar 2020 wurde sie vom Bund übernommen und heisst seither A15. Kantonsrat Mischol wollte in seiner Anfrage auch wissen, unter welchen Voraussetzungen der Kanton die Lückenschliessung in Eigenregie weiter planen und ausführen könnte.

Damit das infrage käme, müsste die A15 wieder aus dem Nationalstrassennetz entlassen werden, so der Regierungsrat: «Dies würde den Kanton jedoch vor planungsrechtliche, personelle und finanzielle Herausforderungen stellen, weshalb bei einer Übernahme des Projekts mit entsprechenden Verzögerungen zu rechnen wäre.» Auch angesichts der steigenden Schulden des Kantons dürfte dies keine Option sein.

Dann also doch lieber den Bund weitermachen lassen und darauf hoffen, dass 2038 die Baumaschinen auffahren.

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