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Darum will Uster bei der nächsten Landesausstellung dabei sein

Winterthur hat sich kürzlich entschieden, aus dem Projekt Nexpo für eine neue Landeausstellung auszusteigen. In Uster hält man an den Plänen fest.

Kunst im Stadtbild kennt Uster beispielsweise schon im Zellweger-Park. Ebenso verbindend wie hier die Kawamata-Brücke soll auch die Landesausstellung Nexpo sein. (Archiv)

Foto: Eleanor Rutman

Darum will Uster bei der nächsten Landesausstellung dabei sein

Projekt «Nexpo»

Winterthur hat sich kürzlich entschieden, aus dem Projekt «Nexpo» für eine neue Landesausstellung auszusteigen. In Uster hält man an den Plänen fest.

Eine «Wolke» oder ein «Monolith» auf dem Greifensee? So spektakulär und aufsehenerregend wie die schwimmenden Arteplages an der Expo.02 in Yverdon und Biel wird die nächste Landesausstellung vermutlich nicht werden. Gross sind die Pläne, die insgesamt 25 Städte in der ganzen Schweiz mit der Nexpo verfolgen, aber allemal. Und eine dieser Städte ist Uster.

Das Ausstellungsprojekt soll nachhaltig, zukunftsgerichtet und dezentral ausgerichtet sein, wie im Grundkonzept nachzulesen ist. Es soll Gräben überwinden und den nationalen Zusammenhalt stärken. Geschehen soll dies beispielsweise durch die Vernetzung der Austragungsorte mit ÖV, Velo- und Wanderwegen. So richtig greifbar ist die Nexpo bisher allerdings noch nicht.

Uster und Zürich als Kantonsvertreterinnen

Fest steht aber, dass im Kanton Zürich inzwischen nur noch zwei Städte beim Projekt für diese neue Landesausstellung mit dabei sind. Zürich ist eine der Gründungsstädte und damit ein Hauptaustragungsort. Etwas später ist Uster dazugestossen. Sie gilt deshalb als sogenannte assoziierte Stadt.

Das Projekt «Nexpo» sieht eine Landesausstellung mit Fokus auf verschiedene Städte in der ganzen Schweiz vor. Es wurde im Jahr 2016 ins Leben gerufen, und 2018 wurde ein entsprechender Verein gegründet. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten die zehn grössten Städte. Hinzu kamen bisher 16 sogenannte assoziierte Städte, zu denen auch Uster zählt. Stattfinden soll die Landesausstellung voraussichtlich im Jahr 2032.

Winterthur hat sich Anfang Februar aus finanziellen Gründen zurückgezogen und ist nur noch Passivmitglied. Den umgekehrten Weg ging man vor gut einem Jahr in Uster. Damals entschied der Stadtrat, sich neu als Aktivmitglied zu engagieren.

Dafür bewilligte er einen jährlichen Kredit über 36’000 Franken bis ins Jahr 2028. Dies entspricht ungefähr einem Franken pro Einwohner pro Jahr. Durch das finanzielle Engagement ist Uster nicht nur Austragungsort, sondern hat auch direktes Mitspracherecht in den Planungen.

«Wir haben uns gut überlegt, ob wir mitmachen wollen», erklärt die Ustermer Stadtpräsidentin Barbara Thalmann (SP). «Ideal ist für uns die Nähe zu Zürich.» Die Wege seien kurz, man könne beispielsweise auch mit dem Velo von Zürich nach Uster fahren, findet sie.

Eine Frau an einem Rednerpult.
Die Ustermer Stadtpräsidentin Barbara Thalmann (SP) setzt sich für das Projekt «Nexpo» ein. (Archiv)

Thalmann hofft auf einen engen Austausch mit Zürich – auch mit einer neuen Stadtregierung. Denn die abtretende Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP) war bisher eine der treibenden Kräfte hinter dem Projekt.

Bedeutender Wirtschaftsfaktor?

Die Vernetzung ist gemäss Thalmann aber nur einer der Gründe, weshalb sich der Ustermer Stadtrat für eine Teilnahme am Nexpo-Projekt ausgesprochen hat. «Wir wollen die Qualitäten von Uster herausstreichen und die Stadt bekannter machen», sagt sie. «Wir wollen Teil von etwas Grösserem sein.»

Hinzu kommt der erhoffte wirtschaftliche Mehrwert. Thalmann räumt zwar ein, dass der Umsatz pro Besucherin oder Besucher noch nicht kalkuliert werden könne. Doch ein Blick auf die letzte Landesausstellung zeigt, dass sich das Engagement für die Austragungsorte durchaus lohnen kann.

Zwar kämpften die Veranstalter zuerst mit finanziellen und organisatorischen Problemen. Inzwischen gilt die Expo.02 aber als grosser Publikumserfolg, der in der Drei-Seen-Region nicht nur Arbeitsplätze schuf, sondern auch den Umsatz in der Hotellerie ankurbelte. Gemäss einer anschliessenden Studie der Universität Neuenburg profitierte indirekt letztlich die ganze Schweiz finanziell. Und zwar in Milliardenhöhe.

Noch sind solche Zahlen Zukunftsmusik, das Projekt ist immer noch im Frühstadium. Seit Kurzem erst hat die Nexpo ein neues Kuratorium. Zum Team gehören der Szenograf Xavier Bellprat, Sibylle Lichtensteiger, langjährige Leiterin des Lenzburger Stapferhauses, und Daniel Cordey, der unter anderem 2019 die Fête des Vignerons mitorganisiert hatte. Sie arbeiten nun ein detaillierteres Konzept aus. Voraussichtlich 2028 entscheidet dann der Bundesrat über eine finanzielle Beteiligung.

Neue Ausgangslage

Entsprechend vage sind vorerst auch noch die Pläne in Uster. Naheliegend wäre, dass sich die Oberländer Stadt thematisch ebenfalls an Zürich orientieren wird. Dort läuft das Nexpo-Konzept aktuell unter dem Motto «Freiraum und Gemeinschaft». Die Ausarbeitung liegt aber erst skizzenhaft vor.

Auch in Uster hätten Workshops oder Ideensammlungen bisher noch nicht stattgefunden, sagt die Stadtpräsidentin. Im Nexpo-Konzept gebe es aber Elemente, die gut zur Ustermer Stadtentwicklung passen würden. Sie verweist auf mögliche neue Velorouten oder den Einbezug des neuen Kultur- und Begegnungszentrums auf dem Zeughausareal.

Einer der Kritikpunkte sei in der Vergangenheit gewesen, dass Uster neben Winterthur und Zürich etwas untergehen würde, sagt Thalmann. Mit dem Ausstieg von Winterthur habe sich die Ausgangslage jetzt geändert. «Unsere Position ist prominenter», sagt sie.

Trotzdem warte auf das Projekt weiterhin ein kurvenreicher Weg. «Es kann auch sein, dass sich der Plan nochmals verändert.» Und es könne auch sein, dass die Stadt Uster die Teilnahme nochmals überdenke. Vorerst bleibt aber alles beim Alten. «Wir halten daran fest», sagt Barbara Thalmann. Geht es nach dem derzeitigen Stadtrat, ist Uster im Jahr 2032 einer der Schauplätze der nächsten grossen Landesausstellung.

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