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Nur noch Tempo 30 auf Fällandens Hauptschlagadern

Der enorme Autoverkehr durch Fällanden ist eine Last für die Bevölkerung. Mit diesen Massnahmen will der Gemeinderat nun dagegen ankämpfen.

Derzeit wird auf der Dübendorfstrasse kurz vor dem Sternenkreisel ein Ampelbetrieb getestet, der dem Bus durchs Nadelöhr ein besseres Durchkommen ermöglichen soll.

Foto: David Marti

Nur noch Tempo 30 auf Fällandens Hauptschlagadern

Alles dreht sich um den Sternenkreisel

Fällanden beschäftigt sich mit der Frage, wohin und wie schnell der Verkehr künftig fliessen soll. Geht es nach dem Gemeinderat, werden Autos im verkehrsgeplagten Zentrum nur noch 30 km/h fahren.

Die Gemeinde Fällanden ächzt unter dem Durchgangsverkehr. Zu Stosszeiten staut sich der Verkehr auf den Hauptachsen durchs Dorf. Daneben gibt es noch viele weitere Baustellen, die der Gemeinderat nun mit einem Gesamtverkehrskonzept bewältigen will.

Der Kanton bestimmt

Der Gemeinderat will auf allen Hauptachsen im Zentrum von Fällanden Tempo 30 einführen. Doch weil die Dübendorf-, die Maur- und die Schwerzenbachstrasse sowie weite Teile der Zürichstrasse dem Kanton gehören, entscheidet dieser letztlich darüber. Zumindest bei der Zürichstrasse ist der Kanton mit der Gemeinde auf einer Linie, wo mit der Sanierung vom Sternenkreisel bis zum Brandholzweg Tempo 30 umgesetzt wird. Den Strassenabschnitt kurz vor Pfaffhausen, der im Fällander Besitz ist, will der Gemeinderat ebenfalls neu auf 30 Stundenkilometer beschränken.

Eine Strasse mit Ortsschild mitten in einer Wiese.
Der Gemeinderat plant, auf der Zürichstrasse im Ortsteil Pfaffhausen ebenfalls neu Tempo 30 umzusetzen.

Mit der tieferen Geschwindigkeit soll die Verkehrssicherheit verbessert werden, und Lärm sowie Schadstoffe sollen reduziert werden. Angedacht sind dafür auf dem ganzen Gemeindegebiet sogenannte Eingangstore, die eine Bremswirkung erzielen. Als Beispiele werden am äusseren Siedlungsrand kleine Mittelinseln oder Fussgängerstreifen genannt.

Auch der Schleichverkehr auf den Quartierstrassen soll unterbunden werden. Bei künftigen Neubauprojekten wollen die Behörden verhindern, dass neue Verkehrsverbindungen entstehen – und setzen darum auf Sackgassen.

Ampel auf Grün für den Bus

Der Gemeinderat strebt eine Bevorzugung des öffentlichen Verkehrs an. Die Busse sollen pünktlicher fahren, als das heute der Fall ist. Geplant sind neue Ampeln, die dem ÖV die Vorfahrt ermöglichen. Eine soll beim Ortseingang auf der Maurstrasse eingerichtet werden und eine weitere beim Schützenhaus. Schon heute sind Autofahrern diese Lichtsignale in Fällanden bekannt. So steht etwa bei der Ortseinfahrt von Dübendorf her kommend und auf der Schwerzenbachstrasse je eine Ampel. Zurzeit ist vor dem Sternenkreisel eine Ampel installiert, die als Pilotversuch bis zum 6. April dort verbleiben wird.  

Busbevorzugung auf der Schwerzenbachstrasse.
Die Busbevorzugungsanlage auf der Schwerzenbachstrasse ist schon lange in Betrieb. Künftig soll der ÖV in Fällanden noch an weiteren Stellen Vorfahrt bekommen.

Eine grosse Veränderung hat der Kanton bereits auf der Buslinie zwischen dem Heinz-Stoop-Kreisel in Fällanden und der Stadtgrenze von Dübendorf aufgegleist. Neu wird die ÖV-Spur in der Mitte der Strasse verlaufen, wobei die Busse die Mittelline in beide Richtungen befahren werden. Mit dem Projekt wird die Fahrbahn auf einem rund 700 Meter langen Teilstück erneuert, wofür der Regierungsrat bereits 6,55 Millionen Franken bewilligt hat. Eine neue Lichtsignalanlage soll die Durchfahrt des ÖV verbessern.

Gefährliches Pflaster für Velofahrer

Das Velowegnetz in Fällanden weist diverse Schwachstellen auf. Ein Beispiel ist der Strassenabschnitt vor dem Alten Schulhaus, wo der markierte Velostreifen plötzlich endet. Als Sofortmassnahme will die Gemeinde nun zumindest die bereits bestehenden Wege beschildern, damit die Velofahrer dieser und anderen heiklen Passagen ausweichen können. Was offenbar auch nötig ist: Laut Gemeinde ist es in den letzten fünf Jahren zu 46 Unfällen mit Velobeteiligung gekommen, was fast die Hälfte aller Unfälle in Fällanden ausmacht.

Aufnahme einer Strasse aus der Froschperspektive.
Der Radstreifen auf der Dübendorfstrasse löst sich kurz vor dem Sternenkreisel im Nichts auf.

Überarbeiten will die Gemeinde auch die Veloparkplätze. Dabei sind je nach Verwendung verschiedene Typen der Abstellvorrichtungen angedacht. In die Pflicht genommen werden sollen auch die Privaten. Ähnlich wie bei den Abstellanlagen für Autos sei in der Bau- und Zonenordnung die Anzahl Veloparkplätze festzusetzen.

Ein Fussweg durch den Wigarten

Wer zu Fuss durch Fällanden unterwegs ist, soll künftig zusätzliche Wege nutzen können. Eine deutliche Verbesserung ist am Rand des Wigarten-Quartiers vorgesehen. Hier plant die Gemeinde eine Verbindung, die von der katholischen Kirche bis zum Kreisel bei der Migros führt. Allgemein sollen Fuss- und damit auch Schulwege sicherer gemacht werden.

Blick auf Wohngebäude am Siedlungsrand.
Am Rand des Wigarten-Quartiers ist eine neue Fusswegverbindung vorgesehen. Der Weg soll zwischen Migros-Kreisel und katholischer Kirche entstehen.

Was passiert mit den Fussgängerstreifen bei Tempo 30?

Am Mittwochabend fand eine Informationsveranstaltung zum Gesamtverkehrskonzept in der Zwicky-Fabrik statt. Von den etwa 90 Personen aus dem Publikum sorgten sich einige um die bestehenden Fussgängerstreifen auf den Hauptstrassen, wo neu Tempo 30 angedacht ist. Denn auf Strassen mit diesem Temporegime sind keine Fussgängerstreifen vorgesehen. Sicherheitsvorstand Ruedi Maurer (parteilos) entgegnete darauf, dass dies grundsätzlich nur für 30er-Zonen gelte. «Auf einer 30er-Strecke, wie es diejenige vom Sternenkreisel bis zum Schützenhaus ist, sind Fussgängerstreifen möglich.» Weitere Themen waren unübersichtliche Kreisel, wie derjenige bei der Migros, gefährliche Situationen auf den geteilten Rad- und Fussgängertrottoirs oder ungenügende Wege für Menschen mit Rollstühlen und Rollatoren. Mehrmals haben sich Fällanderinnen und Fällander auch einen verbesserten Taktintervall für die Busse durch Fällanden gewünscht. Weil dies aber nicht Teil des Gesamtverkehrskonzepts ist, gingen die Verantwortlichen nicht weiter darauf ein. 

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