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Uster hält an der Sek A, B und C fest

Die Sek C abschaffen und leistungsdurchmischte Klassen einführen: Diese Idee hatte im Parlament Uster keine Chancen.

In Uster werden auch künftig Schüler in die Stufen A, B und C eingeteilt. (Archiv)

Foto: Christian Brütsch

Uster hält an der Sek A, B und C fest

Im Parlament gescheitert

Die Sek C abschaffen und leistungsdurchmischte Klassen einführen: Diese Idee hatte im Parlament Uster keine Chancen.

Sind die ersten sechs Jahre in der Primarschule erst mal durchgestanden, folgt für die Schülerinnen und Schüler der Übertritt ins Gymnasium oder in die Oberstufe. Bei Letzterer teilt die Stadt Uster die Kinder in eine der drei Leistungsstufen ein: A, B oder C.

Doch die SP steht dieser Einteilung kritisch gegenüber. So sei ebendieses Vorgehen diskriminierend, was besonders die Sek-C-Schüler spätestens beim Bewerben um eine Lehrstelle zu spüren bekämen. «Über A- und B-Schüler wird man noch reden, aber die C-Schüler sind schon abgeschrieben», sagte Peter Mathis-Jäggi (SP) stellvertretend für seine Fraktion am Montagabend im Parlament. Zudem entspreche die Einteilung nicht den Bedürfnissen der Kinder, weshalb die SP Uster auch ein Postulat im Parlament eingereicht habe.

Was, wenn nicht A, B und C?

Die bisherige Einteilung soll hinterfragt und beispielsweise durch Niveaus in Fächern wie Mathematik und Deutsch ersetzt werden. Alternativ seien auch leistungsdurchmischte Klassen denkbar.

Die Sekundarschulpflege Uster (SSU) zeigte sich indes bereit, ihre aktuellen Strukturen zu hinterfragen und das Postulat entgegenzunehmen. Allerdings hielt die SSU in ihrer Stellungnahme fest, dass die aktuelle Einteilung in der Bevölkerung gut verankert sei.

Und auch die Lehrpersonen scheinen dahinterzustehen. Zumindest sei das Thema seitens der Lehrpersonen in den vergangenen acht Jahren nicht an die Schulpflege herangetragen worden.

Das «ABC» der Sekundarschule

Bis auf die Grünen stellte sich jedoch der Gemeinderat gegen das Vorhaben der SP und somit gegen eine Überweisung des Postulats. «Indem Sie die Einteilung in die Abteilungen A, B und C abschaffen wollen, widersprechen Sie ganz klar dem Volksschulgesetz», monierte die GLP/EVP-Fraktion. Die SVP, die FDP und die Mitte wiesen ebenfalls auf das geltende Recht hin.

Denn das Volksschulgesetz schreibt auf der Sekundarstufe zwei oder drei Abteilungen vor. «Eine Sekundarschule mit nur einer Abteilung und damit dem Verzicht auf eine Selektion nach der 6. Klasse entspricht nicht den gesetzlichen Vorgaben», legte auch die Sekundarschulpflege dar.

Allerdings wäre der Verzicht der Sek C oder die Bildung einer sogenannten Mosaikschule möglich. Dabei setzen sich Klassen aus Schülern der Sek A und B zusammen. Sie besuchen in diesem Fall denselben Unterricht, die Benotung wird aber gemäss eingeteilter Stufe vorgenommen.

Gibt es überhaupt Bedarf für Veränderungen?

Inwiefern auch die Betroffenen hinter einer Reorganisation der Oberstufe gestanden hätten, ist unklar. Die Haltung der Schulleitungen, der Lehrpersonen und der Eltern hätte die Schulpflege zu einem späteren Zeitpunkt eingeholt.

Die GLP/EVP-Fraktion bezweifelte, dass die Lehrpersonen eine solche Vorlage unterstützen würden. «Solange wir einen Mangel an Lehrkräften zu beklagen haben, sollten wir am bewährten System nicht grundlegend herumschrauben.»

Und auch die SVP sah zurzeit keinen Handlungsbedarf. «Es gibt keinerlei Hinweise darauf, dass das bestehende System nicht funktioniert.» Deshalb sollten die bestehenden Strukturen gezielt verbessert werden.

Die Selektion beginne, so Isabel Eigenmann (Die Mitte) von der Fraktion FDP/Die Mitte, ohnehin bereits vor dem Eintritt in die Oberstufe. Die Weichen für den Sek-Abschluss würden demnach in der Primarschule gelegt. Zudem hätten sich die Stufen A, B und C in vielen Gemeinden bewährt.

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