Veloweggegner sind erfreut – Hinwil prüft Massnahmen
Kein Veloweg bei Ettenhausen
Der Kanton hat das Velowegprojekt zwischen Hinwil und Ettenhausen vorerst sistiert. In Hinwil überlegt man sich nun eine bessere Ausschilderung des bestehenden Wegs.
Der Veloweg zwischen Hinwil und Ettenhausen ist vorerst kein Thema mehr. Wegen der angespannten Finanzlage hat der Kanton Zürich das Projekt sistiert, wie er Ende Februar mitteilte.
Das Vorhaben hätte neben dem Bau des neuen Velowegs entlang der Kantonsstrasse auch die Sanierung der Strasse selbst sowie den Bau von zwei neuen Lichtsignalanlagen umfasst. Die Kosten hätten sich auf 12,8 Millionen Franken belaufen – Geld, das vorerst eingespart wird.
Widerstand gegen den Veloweg
Eine gute Nachricht für die Gegner des geplanten Velowegs: Ein Komitee bürgerlicher Parteien hatte sich vehement gegen die Pläne des Kantons gewehrt. Neben einer Petition gingen auch Rekurse gegen das Vorhaben ein. Die Gegner störten sich an den hohen Kosten und verwiesen auf den bereits bestehenden Veloweg zwischen Ettenhausen und Hinwil über die Bächelackerstrasse.
Der ehemalige Wetziker Stadtparlamentarier Stefan Burch (EVP) ist ein prominenter Gegner des Projekts. Er äussert sich im Namen der Petenten zum Entscheid des Kantons: «Wir sind froh, dass die Baudirektion das Projekt überdacht hat. Ob für die Baudirektion nur finanzielle Gründe gegen die Umsetzung sprechen, lassen wir offen.»
Auf den Hinweis, dass das Projekt lediglich sistiert, aber nicht endgültig vom Tisch sei, sagt Burch: «Eine vorübergehende Sistierung ist Stillstand – was in diesem Fall stimmig ist.» Dadurch erhielten sie noch mehr Zeit, weiter gegen den «unnötigen, doppelt geführten Radweg» einzusprechen. Ihr Anliegen werde im Kantonsrat mit Unterstützung aus EVP, SVP, Mitte, EDU und FDP gut vertreten.
Man werde weiterhin an breiter Front gegen das geplante Projekt einstehen. «Es gibt sinnvollere Radwegprojekte, die realisiert werden sollten.»
Wetzikon wartet ab
Für das Projekt ausgesprochen hatte sich im letzten Jahr der Wetziker Stadtrat. Einerseits sei der kantonale Velonetzplan für die Behörden verbindlich, begründete die Stadtregierung damals ihre Haltung. Andererseits sei der bisherige Veloweg über die Bächelackerstrasse weniger direkt, und es gebe Nutzungskonflikte mit anderen Verkehrsteilnehmern.
Die Stadt Wetzikon habe den kantonalen Entscheid zur Sistierung des geplanten Velowegs zur Kenntnis genommen, erklärt jetzt der zuständige Stadtrat, Tiefbauvorsteher Heinrich Vettiger (SVP). Da es sich um ein kantonales Projekt handle, plane die Stadt vorerst keine weiteren Schritte. Vettiger verweist auf zwei Stellungnahmen zum Projekt aus den vergangenen zwei Jahren.
Darin hatte der Stadtrat unter anderem in Aussicht gestellt, die Beschilderung der bestehenden Route über die Bächelackerstrasse gemeinsam mit der Gemeinde Hinwil «zu überprüfen und wenn nötig zu verbessern». Allerdings sollte dies erst nach dem Bau des neuen Velowegs geschehen. Daran hält man in Wetzikon anscheinend fest.
Beschilderung beim Spiralkreisel
In Hinwil zeigt man sich hingegen offen für mögliche Anpassungen am bestehenden Veloweg. Den Projekthalt nehme auch der Hinwiler Gemeinderat zur Kenntnis, teilt Gemeindeschreiberin Martina Buri auf Anfrage mit. Man habe das Projekt ebenfalls unterstützt.
Nun denke die Gemeinde darüber nach, den bestehenden Veloweg über die Bächelackerstrasse besser zu markieren. Im Fokus steht die Situation rund um den Spiralkreisel. Dort überprüft die Gemeinde die Beschilderung. Vom Kreisel aus führt der Veloweg durch das Wihalden-Quartier in Richtung Ettenhausen beziehungsweise ins Hinwiler Dorfzentrum.

Die Hinwiler Gemeindeschreiberin verweist aber ebenfalls darauf, dass der Gemeinde ansonsten die Hände gebunden seien. Der Bau der Veloschnellrouten sei ein kantonales Projekt. Man wolle sich deshalb nicht weiter einbringen.