Juso verurteilen rechtsextreme Sprayereien in Wila
Reaktion auf Vandalismus
Am Bahnhof von Wila prangte letzte Woche ein Graffiti mit Bezug zur rechtsextremen Gruppierung Junge Tat. Die Juso Zürcher Oberland zeigen sich nun besorgt.
Am Montag vor einer Woche tauchten in Wila an verschiedenen Orten Sprayereien und Schmierereien auf. Unter anderem war beim Bahnhof der Schriftzug der rechtsextremen Gruppierung Junge Tat zu sehen. An eine Gemeindeliegenschaft, in der ukrainische Flüchtlinge wohnen, hatte jemand das Wort «Russia» gesprayt.
Die Sprayereien auf dem Bahnhofgebäude wurden schnell wieder entfernt. Die Kantonspolizei Zürich hat Ermittlungen nach den Urhebern aufgenommen. Der Gemeinderat von Wila reagierte im Anschluss besorgt und verurteilte die Aktionen «aufs Schärfste». Man toleriere solche Haltungen nicht.
Nun äussern sich auch die Juso Zürcher Oberland zu den Graffiti-Tags. Auch sie zeigen sich «zutiefst besorgt über das vermehrte Auftreten rechtsextremer Symbole in der Region». Insbesondere von jenen der Jungen Tat. Man dürfe die jüngsten Sprayereien in Wila nicht verharmlosen, heisst es in der Mitteilung. Rechtsextremismus habe im Zürcher Oberland keinen Platz.
Die Jungsozialisten verweisen auf den Diskriminierungsbericht der Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus aus dem Jahr 2023. Die Junge Tat bestimme die Szene des Schweizer Rechtsextremismus, heisst es darin. Die Gruppierung sei eine reale Bedrohung für Demokratie, Freiheit und Menschenrechte, schreiben die Juso.
Sicherheitsrisiken und Aufklärung
Die Junge Tat steht der Identitären Bewegung nahe. Sie sucht auch immer wieder den Kontakt zur Politik. In der Vergangenheit zeigte etwa die Junge SVP wiederholt Sympathien für die rechtsextreme Gruppierung. Erst im vergangenen Dezember wollte die Junge Tat in Illnau ein Treffen mit Vertretern der Alternative für Deutschland (AfD) abhalten.
Nachdem die Stadt die Veranstaltung als Besitzerin der betroffenen Liegenschaft untersagt hatte, fand das Treffen schliesslich in Kloten statt. Ein Treffen, das nun auch auf politischer Ebene ein Nachspiel hat.
In den nächsten Wochen muss sich der Regierungsrat damit beschäftigen. Zwei Kantonsräte haben sich mit mehreren Fragen zum Umgang mit solchen Veranstaltungen an ihn gewandt. Sie möchten wissen, wie die Regierung die Sicherheitsrisiken beurteile und wie sie verhindern möchte, dass der Kanton Zürich «ein Hotspot für Versammlungen und Treffen von extremistischen Gruppen und Personen aus dem In- und Ausland» werde.
Die Juso Zürcher Oberland wiederum fordern in ihrer Mitteilung ein konsequentes Vorgehen der Behörden gegen rechtsextreme Gruppierungen. Zudem brauche es «mehr Aufklärung, Jugendarbeit und Bildung in öffentlichen Institutionen».