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Mit 70 Jahren will es Erika Attinger noch einmal wissen

Wie ist es, wenn man nach 14 Jahren Pause sein Comeback im Gemeinderat Dübendorf gibt? Erika Attinger verrät es im Interview.

Sie ist zurück: Am Montag nahm Erika Attinger erstmals wieder an einer Sitzung des Gemeinderats teil.

Fotos: Christian Merz/PD

Mit 70 Jahren will es Erika Attinger noch einmal wissen

Zurück im Gemeinderat Dübendorf

14 Jahre nach ihrem Rücktritt aus dem Dübendorfer Gemeinderat hatte Erika Attinger (GEU/GLP) am Montag ihr Comeback. Was sich in der langen Parlamentspause verändert hat? Einiges.

Frau Attinger, 2011 sind Sie nach fast 20 Jahren aus dem Gemeinderat zurückgetreten, weil Ihnen die zeitliche Belastung neben der Arbeit und den Kindern zu gross wurde und Sie Platz für Jüngere machen wollten. Nun sind Sie zurückgekehrt. Wieso?

Erika Attinger: Nennen wir es Pflichterfüllung gegenüber der Partei und dem Staat. Als Inhaberin eines KMU bin ich unabhängig und darüber hinaus auch keiner Interessengruppe verpflichtet. Es ist aber nicht so, dass ich sonst nichts zu tun hätte.

Genau, Sie sind 70 Jahre alt und haben eine Reitschule mit 25 Angestellten und 200 Schülern …

Aber man kann auch nicht einfach zu Hause bleiben und nichts machen. Deshalb habe ich die grösste Hochachtung vor Leuten, die sich in der Politik engagieren – auch wenn sie aus einem anderen politischen Lager kommen.

Bei der Gemeinderatswahl vor drei Jahren landeten Sie auf dem 29. Platz. Mit einem Comeback kann man da eigentlich nicht rechnen, oder?

Ich habe mich immer auf den hinteren Listenplätzen aufstellen lassen, um meine Verbundenheit mit der Partei zu unterstreichen. Als sich der Rücktritt in der Fraktion angedeutet hat, ging die Partei dann Name um Name der Reihe nach durch, aber bei allen hatte sich in der Zwischenzeit die Lebenssituation geändert. Und so ist man ganz unten in der Kiste noch auf mich, das alte Eisen, gestossen.

Durch geschicktes Argumentieren und Taktieren war es früher noch möglich, Mehrheiten zu ändern.

Erika Attinger

Gemeinderätin (GEU/GLP)

Haben Sie das Ratsgeschehen seit Ihrem Rücktritt noch verfolgt?

Ich war vielleicht ein-, zweimal als Zuschauerin dabei, habe aber immer an unseren Fraktionssitzungen teilgenommen. Da wurden wir regelmässig über die Arbeit in den Kommissionen und Unterkommissionen informiert, sodass ich bestens über die traktandierten Geschäfte informiert war und auch die Mehrheitsverhältnisse kannte.

Wie unterscheidet sich der heutige Ratsbetrieb von früher?

Früher wurde man mit viel mehr Papier zugemüllt, heute läuft alles digital, und jeder kommt mit seinem Laptop ins Parlament. Und natürlich der neue Ort. Der Speichersaal ist zwar sehr schön, als Gemeinderätin hätte ich aber vehement dagegengestimmt, weil nun einfach die anderen Säle häufiger leer stehen. Und das muss schliesslich jemand bezahlen.

Und sonst?

Die Debatten sind anders. Früher verliefen die Diskussionen viel spontaner; durch geschicktes Argumentieren und Taktieren war es noch möglich, Mehrheiten zu ändern und Ratsmitglieder auf seine Seite zu ziehen. Heute, so scheints mir, werden die Voten sorgsam zu Hause vorbereitet und dann auch so in der Debatte vorgetragen. Da geht eine gewisse Dynamik verloren.

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