Schulpräsident von Russikon tritt zurück
Mit sofortiger Wirkung
David Goldschmid hat per 1. Februar seinen Rücktritt als Präsident der Schulpflege eingereicht. Der Auslöser sei die zunehmend hohe Belastung.
Seit 2018 war David Goldschmid Mitglied der Russiker Schulpflege. Im selben Jahr wurde er auch gleich deren Präsident. Nun tritt der SVP-Politiker von seinem Amt als Schulpräsident zurück. Er habe am 1. Februar beim Bezirksrat sein Rücktrittsschreiben eingereicht, teilt die Gemeinde mit. Der Rücktritt erfolgt per sofort, sofern der Bezirksrat zustimmt.
Ganz aus der Politik zurückziehen möchte sich Goldschmid allerdings nicht, wie er auf Anfrage schreibt. «Das ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt kein Thema.» Die Anforderungen an die Stelle des Schulpräsidenten seien zuletzt aber ständig gestiegen, weshalb er das Amt nun abgebe.
Für Goldschmid war das Schulpräsidium nicht mehr mit seiner beruflichen Vollzeitstelle zu vereinbaren. In der Mitteilung verweist auch die Gemeinde auf die Doppelbelastung. Es sei Goldschmid darum zeitlich nicht mehr möglich, sowohl das Amt des Schulpräsidenten auszuüben als auch den zusätzlichen Aufwand für die anstehenden Veränderungsprozesse in der Schule zu bewältigen.
Mit diesen Veränderungsprozessen sind zuletzt gleich drei Abgänge von leitenden Angestellten in der Schule Russikon gemeint. Neben einer Frühpensionierung reichte eine weitere Schulleiterin ihre Kündigung ein. Zwar bestehe kein direkter Zusammenhang zum Rücktritt von Goldschmid, schreibt die Gemeinde, doch die aktuellen Umstände hätten zuletzt besonders hohe Anforderungen an den Schulpräsidenten gestellt.
«Das Tagesgeschäft und die Rekrutierung neuer Kaderpersonen sind eine sehr hohe Belastung, die mit einer Vollbeschäftigung kaum mehr zu leisten sind», heisst es in der Mitteilung.
Termin für Ersatzwahl offen
Wann eine allfällige Ersatzwahl stattfindet, ist noch offen. Bis auf Weiteres übernimmt der aktuelle Vizepräsident der Schulpflege, Peter Minder (FDP), die Aufgaben der Schulpflege sowie die Personalgeschäfte. Dabei soll eine enge Koordination mit dem Gemeinderat stattfinden. Minder möchte sich nicht weiter zur Situation der Schule äussern.
Barbara Schmid (parteilos) vertritt aktuell den krankgeschriebenen Gemeindepräsidenten Philip Hirsiger (parteilos). Die Vizepräsidentin des Gemeinderats äussert sich ebenfalls nur knapp. «Der Rücktritt kommt nicht überraschend», sagt sie. Er habe sich zuletzt abgezeichnet.
«Das Hauptproblem ist der stetig steigende Arbeitsaufwand. Hinzu kommen nun die Kündigungen. Die Neubesetzungen geben viel tun», sagt Schmid. Dabei spiele auch eine Rolle, dass entsprechendes Personal derzeit nicht einfach zu finden sei. «Der Markt sieht nicht rosig aus.»
Dies bestätigt auch David Goldschmid. «Die Personalrekrutierung ist zunehmend schwierig.» Eine Herausforderung seien aber auch die steigenden Fälle in der Sonderpädagogik, insbesondere für die Lehrpersonen, aber auch für die Schulleitung und die Schulpflege.
