Bürger von Bauma empfehlen Ja zu Wellenau-Wasserprojekt
Zu wenig Druck auf der Leitung
Der Wasserdruck im Baumer Weiler Wellenau genügt den Anforderungen der Gebäudeversicherung nicht. Diesen Umstand will die Gemeinde mithilfe eines Wasserprojekts korrigieren. Dazu plant sie Umbauten und Sanierungen.
Es brennt, doch statt eines Wasserstrahls plätschert das Wasser nur gemächlich aus den Leitungen – ein Schreckensszenario. Zugegeben, so schlimm dürfte es nicht stehen um die Versorgung des Baumer Weilers Wellenau mit Löschwasser.
Doch: Um dieses im grossen Stil zu beziehen, muss der Wasserdruck bestimmte Mindestvorgaben der kantonalen Gebäudeversicherung erreichen. Das Reservoir Wellenau erfüllt diese Anforderungen nicht.
Deshalb will die Gemeinde jetzt handeln und ein Vorhaben, das bereits seit Ende der 1990er Jahre existiert, endlich umsetzen: Sie plant, die beiden Versorgungsgebiete Lipperschwendi und Wellenau zusammenzuführen.
So entsteht die neue Versorgungszone Weid – das höher gelegene Reservoir im gleichnamigen Gebiet bestimmt damit in Zukunft den Wasserdruck in den beiden Weilern.
Die Umsetzung soll im Rahmen eines zusammenhängenden Projekts geschehen, weil gleichzeitig mehrere Werkleitungen altershalber ersetzt werden müssen. Einige davon sind aus Eternit und enthalten Asbest.
Ausserdem ist das Reservoir Wellenau – es stammt aus dem Jahr 1936 – technisch nicht mehr auf aktuellem Stand. Geplant ist deshalb, dieses in ein Quellwasserpumpwerk umzubauen. Somit kann das Wasser der dortigen Quelle zum Reservoir Weid gepumpt werden.
Eine Anpassung beim Pumpwerk im Gebiet Tüfenbach macht es neu möglich, überschüssiges Wasser aus der Quelle bei Wellenau künftig ins Dorf zu pumpen.
Kredit kommt im Mai vors Volk
Insgesamt belaufen sich die Kosten auf rund 2,4 Millionen Franken. Der grösste Teil davon entfällt auf die Leitungsarbeiten, sie schlagen mit rund 1,6 Millionen Franken zu Buche.
Am Montag hat die Gemeindeversammlung das Geschäft behandelt. Das Projekt schien bei den anwesenden Stimmberechtigten gut anzukommen. Gemeindeschreiber Roberto Fröhlich informierte am Dienstag, dass es einige Fragen, aber kaum Diskussionsstoff gab. So wollte ein Bürger wissen, ob die Arbeiten Einfluss auf den Wasserpreis haben.
Der zuständige Gemeinderat Rudolf Rüegg (parteilos) konnte beruhigen: Die Wasserversorgung sei aktuell gut finanziert. In den nächsten vier bis fünf Jahren rechnet er nicht mit einer Erhöhung. Die Anwesenden sprachen sich ohne Gegenstimmen, dafür mit sieben Enthaltungen, für eine Ja-Empfehlung aus.
An die Urne kommt der Kredit voraussichtlich diesen Mai. Der Baubeginn ist für Sommer 2025 geplant. Zuerst stehen die Leitungsbauten an, im Sommer 2026 starten die Arbeiten am Reservoir. Bis im Frühling 2027 soll das Projekt abgeschlossen sein.