Landihaus in Illnau bleibt – der ewige Kampf beginnt erneut
Nach Bundesgerichtsentscheid
Das Bundesgericht hat entschieden, dass das Landihaus schutzwürdig ist. Steht jetzt die Sanierung des Gebäudes an? Viele Fragen müssen nun erneut gestellt werden.
«Mit dem Entscheid des Bundesgerichts wird der Stimmbevölkerung von Illnau-Effretikon eine Schelle erteilt», schreibt die SVP in ihrer neusten Medienmitteilung. Die Partei bezieht sich dabei auf den Entscheid des Gerichts, das Landihaus im Schutzinventar zu behalten.
2020 entschied das Volk an der Urne mit 55 Prozent, dass Illnau einen grösseren Dorfplatz erhalten soll und die Häuser an der Usterstrasse 23 und 25 abgerissen werden sollen – die Stimmbevölkerung wollte ebenfalls einen Neubau.
Der Heimatschutz rekurrierte dagegen, worauf der Stadtrat vor das Baurekursgericht, dann vor das Verwaltungsgericht und zuletzt vor das Bundesgericht zog. Vor sämtlichen Instanzen scheiterte die Stadt mit ihrem Vorhaben. Somit steht das Gebäude dem grösseren Dorfplatz nicht nur im Weg, sondern verwirft den Plan endgültig.
Die SVP hat dafür kein Verständnis. Damit werde nicht nur der Volkswille missachtet, sondern der Bevölkerung auch eine teure Sanierung aufgezwungen.
Sanierung: Ein Fass ohne Boden?
«Jetzt bleibt die Bevölkerung auf den Mehrkosten sitzen», sagt Ueli Kuhn, Präsident der SVP Illnau-Effretikon. Dass es möglich sei, Gebäude unter Schutz zu stellen, sei eine gute Sache. Jedoch müsse man die Verhältnismässigkeit der Kosten bedenken. «Die Sanierung dieser Gebäude ist schlicht ein Fass ohne Boden.»
Kuhn sieht eine Lösung darin, die beiden Gebäude zu verkaufen. Oder diese so zu bewirtschaften, dass die Sanierung bezahlt werden könnte. «Sonst bleiben die Sanierungskosten einfach beim Steuerzahler hängen», so der SVP-Präsident.
Mit dem Entscheid des Bundesgerichts ist Illnau-Effretikon in die ursprüngliche Ausgangslage zurückgeworfen worden. Nun stehen wieder dieselben Fragen wie vor vielen Jahren im Raum: Was passiert mit dem Landihaus? Wie geht es mit dem Dorfplatz weiter?
Wieder gehts von vorne los
«Sicher ist, dass wir das Landihaus unter Schutz stellen müssen. Alles andere ist jetzt aber offen», sagt Stadtpräsident Marco Nuzzi (FDP). Da der Volkswille nicht umgesetzt werden könne, müsse man die Lage neu beurteilen.
Auch der ursprüngliche Gegenvorschlag des Stadtrats stelle wohl keine Option dar – damals wollte er das Landihaus sanieren und modernisieren, dafür würde der Dorfplatz etwas kleiner ausfallen –, da dieser durch die Stimmberechtigten abgelehnt worden sei.
Klar sei jedoch, dass das Landihaus saniert werden müsse. Doch wie diese Sanierung aussehen werde, sei noch unklar. «Wir können wirklich noch nicht sagen, was das für die Stadt oder den Dorfplatz heisst», so Nuzzi.
Der Stadtrat wird nun die Möglichkeiten erneut prüfen. Somit beginnt die ganze Angelegenheit wieder von vorne.