Drei Projekte aus dem Oberland sind für den Zukunftspreis nominiert
Kantonale Auszeichnung
Zum ersten Mal vergibt der Kantonsrat ein fünfstelliges Preisgeld an die Gewinner des Zukunftspreises. Drei Projekte aus der Region haben es in die engere Auswahl geschafft.
Der Kantonsrat verleiht am kommenden Montag erstmals den Zürcher Zukunftspreis. Für die Gewinner lockt ein Preisgeld von 50’000 Franken – bezahlt aus der Jubiläumsdividende 2020 der Zürcher Kantonalbank.
Im Rahmen der ersten Kantonsratssitzung dieses Jahrs zeichnet die Legislative Personen und Organisationen aus, die mit herausragenden Leistungen und Projekten herausstachen. Diese müssen die Zukunft des Kantons in der Politik, der Gesellschaft und für eine nachhaltige Entwicklung mitprägen.
Aus 102 eingereichten Projekten wählten die Fraktionen ihre Favoriten aus. Nun sind noch acht Kandidaten im Rennen, aus denen eine sechsköpfige Jury die Gewinner kürt. Das Preisgeld kann sie auf maximal drei Preisträgerinnen und Preisträger verteilen.
Unter den acht Kandidaten, die eine Chance auf das Preisgeld haben, kommen gleich drei aus dem Oberland.
Solarradweg zwischen Volketswil und Dübendorf
Der Volketswiler Standortförderer Marcel Muri gab im letzten April sein ehrgeiziges Vorhaben bekannt: einen mit Solarpanels überdachten Weg zwischen Volketswil und Dübendorf. Der Veloweg erstreckt sich auf 5,9 Kilometer vom Innovationspark über den Bahnhof Schwerzenbach, die Industrie Zimikon und den Griespark bis nach Volketswil.

Von der Gemeinde hat er damals grünes Licht erhalten, die Idee weiter voranzutreiben. Kommt es zur Umsetzung, dürften sich die Kosten auf geschätzte 15 Millionen Franken belaufen. Im Gegenzug würden dann 16’000 Solarmodule Strom für rund 1000 Haushalte liefern.
Einfach und nachhaltig ins Ausland reisen
Drei Oberländer Gymnasiasten gründeten 2020 ein Start-up und packten somit ihre Vision an: eine Plattform, auf der Zugreisen in andere Länder einfach gebucht werden können. Denn bei Auslandsreisen mit dem öffentlichen Verkehr könne man schnell die Nerven verlieren. Im Tarifdschungel und bei den teils dürftigen digitalen Buchungsmöglichkeiten seien die Menschen gerne überfordert.

Die visionären Köpfe aus der Region lancierten deshalb vor vier Jahren die Plattform Simple Train. Seither haben sie 9000 internationale Bahnreisen möglich gemacht – von Marokko bis nach Finnland oder in die Türkei.
Privat finanzierte Trainingshalle Schürwies in Egg
Die Turnhallen in Egg reichten für den Schul- und Vereinsbetrieb nicht mehr aus. Die Gemeinde plante deshalb den Bau einer Dreifachturnhalle, den die Egger Stimmbevölkerung aber an der Urne ablehnte. Sportbegeisterte aus der Gemeinde liessen das aber nicht auf sich sitzen und nahmen ihr Schicksal gleich selbst in die Hand.

2020 gründeten mehrere Vereine den Trägerverein Trainingshalle Schürwies. Unter der Leitung des Präsidenten Renato Studer setzten sie sich für eine Doppelturnhalle ein. Durch Spenden und ein zinsloses Darlehen der Gemeinde setzte der Verein das Projekt auch gleich selbst um. Nach nur zweieinhalb Jahren eröffnete er die Halle dann bereits im Mai 2023. Heute dient sie als Trainingsstätte für Vereine.
