Uster schreibt Verwaltungsratsmandate für neues Kulturzentrum öffentlich aus
Grossprojekt auf dem Zeughausareal
Der Bau des neuen Kultur- und Begegnungszentrums auf dem Zeughausareal rückt näher. Jetzt hat der Ustermer Stadtrat deshalb die Verwaltungsratsmandate öffentlich ausgeschrieben – ein ungewöhnliches Vorgehen.
Im Jahr 2024 stimmte die Ustermer Bevölkerung dem Bau zweier Gebäude für 36,6 Millionen Franken auf dem Zeughausareal zu. Ebenso gab das Stimmvolk grünes Licht für die Gründung der gemeinnützigen Zeughaus Uster AG, die das neue Kultur- und Begegnungszentrum bewirtschaften wird. Nun unternimmt der Stadtrat den nächsten Schritt. Er schreibt die Verwaltungsratsmandate öffentlich aus. Bewerben können sich demnach alle Personen, die sich als geeignet erachten. Ein ungewöhnliches Vorgehen.
«Das Zeughausareal soll offen für alle sein, das gilt auch für den Verwaltungsrat», erklärt die Ustermer Stadtpräsidentin Barbara Thalmann (SP). Im Vorfeld habe der Stadtrat bemerkt, dass das Interesse an den Verwaltungsratsmandaten gross sei. «Es ist durchaus möglich, dass sich Personen melden, die wir nicht auf dem Radar gehabt hätten.»
Interessierte haben bis zum 22. Januar die Möglichkeit, sich zu bewerben. Danach sortiert der Stadtrat die eingegangenen Bewerbungen aus. Gesucht sind Menschen, die über Wissen in der Unternehmensentwicklung verfügen. Kompetenzen in den Bereichen Kultur, Finanzen und Marketing sind ebenso wichtig, wie Thalmann erläutert. «Wir erwarten nicht, dass alle Verwaltungsräte dieselben Qualitäten mitbringen. Letztlich suchen wir Menschen, welche die Freude am Zeughaus teilen.»
Diese Aufgaben übernimmt der Verwaltungsrat
Der Verwaltungsrat wird die Aufgaben des Vereins Zeughaus Uster übernehmen, der das gleichnamige Areal bisher bewirtschaftete. Die strategische Führung obliegt dann dem fünfköpfigen Gremium, das bereits Mitte Jahr mit der Gründung der gemeinnützigen AG seine Arbeit aufnimmt, bevor dann voraussichtlich im Herbst 2028 die Neubauten eröffnet werden sollen.
Wie der Stadtrat in der Medienmitteilung schreibt, soll der Verwaltungsrat Netzwerke in den Bereichen Kultur, Politik, Wirtschaft, Bildung und Gesellschaft erschliessen. Zudem gehört zu seinen Aufgaben, externe Gelder – beispielsweise von Stiftungen – einzuholen.
Das Engagement beschränkt sich anfangs auf ungefähr eine Sitzung pro Monat. Nach der Aufbauphase dürfte sich der Aufwand jedoch etwas reduzieren.
Für seine Arbeit erhalte der Verwaltungsrat «dieselbe Vergütung wie Mitglieder einer städtischen Behörde», heisst es in der Mitteilung. Wie hoch die Entschädigungen letztlich ausfallen, kann die Stadtpräsidentin noch nicht auf den Franken genau beziffern. «Die Vergütungen belaufen sich auf ein paar tausend Franken jährlich. Es braucht also eine Leidenschaft und ein gewisses Herzblut für ein Verwaltungsratsmandat.» Der Stadtrat hoffe nun auf spannende Bewerbungen und darauf, dass sich auch geeignete Menschen für den Verwaltungsrat finden liessen.
