So steht es um die Sanierung des Strandbads Auslikon
Nach mehreren Verzögerungen
Bald muss das Wetziker Parlament über den Umbau des Strandbads Auslikon entscheiden. Das Preisschild des Projekts könnte für Diskussionen sorgen.
Beim Besuch im Strandbad Auslikon ist es auf den ersten Blick ersichtlich: Die Infrastruktur am beliebten Freizeitort ist in die Jahre gekommen.
1958 wurde die Anlage letztmals neu gestaltet. Seit 1964 ist sie im Eigentum der Stadt Wetzikon. Im August 2021 hat der Stadtrat erstmals angekündigt, dass die Badi saniert werden soll. 2022 bewilligte er einen Projektierungskredit.

Doch die Badegäste müssen sich voraussichtlich auch in den nächsten beiden Sommern noch mit der gegebenen Infrastruktur zufriedengeben.
Eigentlich hätte der Neubau der Badi im Frühling dieses Jahrs bezugsbereit sein sollen, im vergangenen Sommer wurde der Baustart dann auf Ende 2024 angesetzt. Doch nun ist klar: Frühestens am Ende der Badi-Saison 2026 werden in Auslikon die Bagger auffahren.
Projekte entkoppelt
Die Verzögerung liegt daran, dass der Aufwand für das Projekt höher ist als angenommen. «Neben der Planung des Neubaus Strandbad Auslikon muss auch die Verkehrserschliessung geklärt werden», sagt Stadträtin Sandra Elliscasis (FDP), die für das Ressort Finanzen und Immobilien zuständig ist.
«Da sich die Klärungen zum Verkehr verzögerten, mussten die Planungsarbeiten für den Neubau des Strandbads unterbrochen werden.» Im Herbst 2023 sei dann entschieden worden, die beiden Projekte zu entkoppeln.
«Dies ist möglich, weil alle Varianten der Verkehrserschliessung für den geplanten Neubau funktionieren», erklärt Elliscasis. Nach diesem Grundsatzentscheid konnten die Planungsarbeiten für das Strandbad wieder aufgenommen werden – mit Verspätung.
Doch nun ist das Projekt reif für den nächsten Schritt. Der Stadtrat hat seinen Antrag für den Baukredit dem Parlament unterbreitet. Dieses muss als Nächstes über das Projekt mit Kosten von 6,3 Millionen Franken befinden. Stimmt es zu, kommt das Geschäft im Herbst 2025 vors Volk.
Sagt auch dieses Ja zum Kredit und liegt die Baubewilligung vor, sollen die Arbeiten im Herbst 2026 beginnen. Zu Beginn der Badesaison 2027 könnten die Besucherinnen und Besucher des Strandbads ihre Badetücher dann in der erneuerten Anlage auslegen.
Teurer als angenommen
So teuer wie heute war das Projekt nicht immer. Als 2021 die Planung für die Auffrischung des Strandbads startete, kalkulierte die Stadt noch mit deutlich tieferen Kosten von zwei Millionen Franken.
«Mit den ursprünglich kommunizierten Grobkosten wurde die Projektkomplexität, ausgehend vom heutigen Zustand, zu wenig berücksichtigt», erklärt Stadträtin Elliscasis. «Durch die detaillierte Planung in den letzten Monaten konnten aber alle Rahmenbedingungen, welche durch den speziellen Standort und die spezielle Ausgangslage gegeben sind, optimal und wirtschaftlich mit dem Projekt abgestimmt werden», ist sie gleichzeitig überzeugt.
An der Ausgangslage ändert das Preisschild aber nichts. «Eine naturnahe Erneuerung ist für die Verlängerung der Betriebskonzession unumgänglich», schreibt der Stadtrat in seinem Antrag. Denn damit die Stadt die Badi am See betreiben darf, braucht sie eine Konzession des Kantons.
Der Stadtrat ist überzeugt, dass ohne Neubau eine dauerhafte Konzessionsverlängerung nicht möglich ist. So steht der heutige Kiosk, der Ende der 1980er Jahre eröffnet wurde, zu nahe am Chämptnerbach.
Künftig soll die ganze Infrastruktur der Badi auf ein Bauwerk konzentriert werden – vom Kiosk über die Betriebsräume bis zu den Garderoben und Toiletten. Beim Kiosk sind ausserdem Sitzmöglichkeiten geplant, und der Spielplatz wird neu eingerichtet.

Am Betriebskonzept ändere sich durch den Neubau aber nichts, betont der Stadtrat. Der Kiosk wird wie bis anhin, unabhängig vom Badebetrieb, ganzjährig geöffnet. Dasselbe gilt für die öffentliche WC-Anlage, die auch von Wanderern oder Ausflüglern benutzt wird.
«Das übergeordnete Ziel, den Eingriff in die einzigartige Naturlandschaft so gering wie möglich zu halten, wurde über die gesamte Planung prioritär behandelt», betont Elliscasis. Deshalb ist die Gestaltung der Umgebung bewusst zurückhaltend geplant. Nur die Flächen um das geplante Gebäude werden angepasst, die ganze Liegewiese bis zum See hingegen nicht.
