Reformierte Kirche in Bäretswil wird saniert
Einstimmig dafür
Die reformierte Kirche in Bäretswil darf endlich saniert werden. Bis zum 200-Jahr-Jubiläum soll die neue Fassade stehen. Der Weg dahin war nicht immer einfach.
«Es war ein historischer Tag», schreibt die Reformierte Kirchgemeinde über die Kirchgemeindeversammlung vom Sonntag, 8. Dezember. Einstimmig genehmigten die rund 48 anwesenden Stimmberechtigten den Kredit von knapp einer Million Franken für die Sanierung der reformierten Kirche in Bäretswil.
Die Renovation umfasst Fassadenarbeiten und die Isolierung des Dachbodens. Die Bauarbeiten sollen im kommenden Jahr beginnen und bis Ende 2025 abgeschlossen sein. Rechtzeitig zum 200-Jahr-Jubiläum der Kirche 2027.
Die Zürcher Landeskirche wird den Kredit von 989’500 Franken durch den Finanzausgleich mittragen. Auch der Denkmalschutz soll sich beteiligen, wobei die genaue Verteilung der Kosten noch offen ist. Der Kirchenbetrieb wird während der Sanierung ohne Einschränkungen weitergeführt.
Eine lange Geschichte der Renovation
Warum ist die Sanierung dieser Kirche historisch? «Die Renovation der Kirche ist das Ergebnis jahrelanger Gespräche mit der Zürcher Landeskirche», erklärt Daniel Meier, Präsident der Kirchenpflege.
In der Vergangenheit gab es mehrere Anläufe, die Renovation umzusetzen, doch diese scheiterten aus verschiedenen Gründen. Vor etwa zehn Jahren stimmte die Gemeinde an der Urne für eine umfassende Sanierung. Das damalige Projekt wurde jedoch von der Landeskirche aufgrund der hohen Kosten – rund sechs Millionen Franken – abgelehnt.
«Die Zürcher Landeskirche schlug vor, das Projekt in Etappen umzusetzen», sagt Meier. Das aktuelle Vorhaben stellt nun eine Teilrenovation des ursprünglich geplanten Gesamtkonzepts dar.
So sei es die Landeskirche, die nun der Gemeinde gesagt habe, sie solle mit dem Projekt vorwärtsmachen. «Während sie früher den Eindruck vermittelte, die Gemeinde zurückhalten zu wollen, zeigt sich die Landeskirche heute unterstützend und motivierend», sagt Meier.
Historische Bedeutung der Kirche
Die reformierte Kirche von Bäretswil wurde zwischen 1825 und 1827 im klassizistischen Stil erbaut und ist mit über 1000 Sitzplätzen die zweitgrösste Landkirche im Kanton Zürich.
Ihr Bau war ein Gemeinschaftsprojekt: 907 Gemeindemitglieder leisteten fast 19’000 Frondiensttage unter der Leitung von Pfarrer Hans Rudolf Waser, der das Projekt trotz vielen Hürden unterstützte und bis auf das letzte Detail organisierte.
Seit der Errichtung gab es bereits mehrere Renovationen, etwa 1927 und 1968/1969, als die nördliche Empore entfernt wurde. Allerdings bleibt die Aussenfassade der Kirche seit fast 100 Jahren unangetastet. «Deshalb ist die Sanierung von grosser Bedeutung», sagt Meier.
