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Knallt es in Dürnten auch in Zukunft?

Während in Zukunft in der Gemeinde vorerst weitergeböllert werden darf, scheint auch die Sache mit der Schule Ruhe zu finden.

Es knallt – oder doch nicht? Wie es mit dem lärmenden Feuerwerk in Dürnten weitergeht, ist aktuell noch ungewiss.

Foto: Manuela Kägi

Knallt es in Dürnten auch in Zukunft?

Vielleicht, vielleicht aber auch nicht

Die Sache mit dem lärmenden Feuerwerk ist für die Gemeinde noch nicht erledigt. Ob es auch um die Schule Dürnten weiterhin unruhig bleibt, wird sich zeigen.

Das praktisch ausgeglichene Budget und der gleichbleibende Steuerfuss von 113 Prozent liessen an der letzten Dürntner Gemeindeversammlung keine besonderen Vorkommnisse vermuten.

Doch gab es durchaus Themen, welche die Dürntnerinnen und Dürntner aus ihrem Feierabend in die Mehrzweckhalle lockten: Das mögliche Verbot lärmender Feuerwerkskörper, die Teilrevision der Gemeindeordnung und nicht zuletzt Anfragen von zwei Stimmberechtigten, die beide vom Thema Schule handelten, sollten die Versammlung bestimmen.

Unter den wachsamen Augen einer Sek-Klasse, die der Versammlung beiwohnte, startete Gemeindepräsident Peter Jäggi (Freie Demokratische Vereinigung) den Abend pünktlich um 20 Uhr.

Weder verhältnis- noch zweckmässig

Die Dürntner Stimmbevölkerung sollte an diesem Abend darüber abstimmen, ob lärmendes Feuerwerk in Zukunft verboten werden sollte, so wie es beispielsweise in Bubikon bereits der Fall ist.

Man darf vermuten, dass nicht zuletzt deshalb 264 Dürntner Stimmbürgerinnen und Stimmbürger am Donnerstagabend den Weg in die Mehrzweckhalle Blatt in Tann fanden – zumal nach Erledigung dieses Geschäfts Dutzende von ihnen die Gemeindeversammlung verliessen.

Der Gemeinderat empfahl im beleuchtenden Bericht bereits im Vorfeld die Ablehnung der Einzelinitiative, mit der Begründung, die Tradition wiege mehr als etwaige Nachteile für Mensch, Tier und Umwelt – ein Verbot werde weder als verhältnis- noch als zweckmässig beurteilt.

Die meisten Dürntner wollen Böllerverbot

Mit dem Statement von Georg Raguth, einem der zehn Initiantinnen und Initianten, wurde deutlich: Die Argumente gegen lärmendes Feuerwerk überwiegen in Dürnten. Die Verletzungsgefahr, die Luftverschmutzung, der Abfall – und nicht zuletzt das Wohlbefinden von Mensch und Tier.

Mit persönlichen Anekdoten zu seinen Hunden, eindringlichen Appellen und rhetorischen Fragen in die Runde hatte er das Publikum rasch im Sack – und erntete am Ende tosenden Applaus.

Als Raguth am Ende seiner Rede Videoaufnahmen eines Falkennests von einer Nacht am Züri-Fäscht 2023 zeigte, in dem die Vögel panisch flüchteten, war die Sache eigentlich in trockenen Tüchern. Auch die anschliessende Diskussion brachte mehrheitlich Befürworter auf die Bühne, die mit persönlichen Geschichten und Meinungen die Argumente des Initianten unterstrichen.

Oder doch nicht?

Nur wenige sprachen sich für «die Tradition» aus, redeten davon, dass es den Tieren gar nicht so viel ausmache und dass man den Jungen doch nicht noch mehr Verbote auferlegen solle.

Ein deutliches Mehr stimmte letztlich für die Initiative – und damit gegen lärmendes Feuerwerk.

Doch die Rechnung wurde ohne einen Votanten gemacht, der einen Antrag auf nachträgliche Urnenabstimmung stellte. Einen Drittel und damit 88 Stimmen hätte es gebraucht – mit 94 Stimmen wurde das Vorhaben angenommen.

Feuerwerk oder kein Feuerwerk: Das ist hier die Frage. Es ist eine, die an der letzten Dürntner Gemeindeversammlung des Jahrs nicht beantwortet wurde und damit voraussichtlich am 9. Februar 2025 an die Urne kommt.

«Wir haben bereits damit gerechnet und bereiten jetzt alles für die Abstimmung im Februar vor», so Gemeindeschreiber Daniel Bosshard.

Sie findet keine Ruhe

Nach Erledigung der übrigen Geschäfte sollte die Gemeindeversammlung um rund 22 Uhr zu den zwei Anfragen kommen, die im Voraus eingereicht wurden. Beide drehten sich um die Schule Dürnten.

Denn im Frühjahr sorgten mehrere Abgänge an den Schulen für Furore und das Bedürfnis nach Klärung. Zur Redaktion sagte Miriam Cadisch (FDP) damals, die Schule brauche nun erst einmal Ruhe, um sich auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren.

Ruhe, die sie anscheinend nicht erhält – denn mit gleich zwei Anfragen an die Schulpräsidentin scheint vor allem ein Ziel verfolgt zu werden: hinterfragen, ob die Dinge aus Sicht der Eltern nun endlich richtig laufen.

Die Luft war spürbar dick, als Cadisch die erste Anfrage zum ICT-Projekt der Schule, namentlich dem Vorhaben rund um den Einsatz von iPads, in einem 20-minütigen Monolog vortrug und beantwortete.

Ob es an der mässigen Verständlichkeit, der späten Uhrzeit oder der Relevanz für die Anwesenden lag, bleibt offen – klar ist jedoch, dass Dutzende Stimmbürgerinnen und Stimmbürger die Mehrzweckhalle während Cadischs Redezeit verliessen.

Im Gegensatz zu den anderen Rednern aus Politik und Bevölkerung wurde für Cadisch nicht geklatscht. Es zeigte sich, die Dürntner wollten an der letzten Gemeindeversammlung ein Zeichen setzen.

Ein jähes Ende

Es half nicht. Auch nicht, als der zweite Anfragesteller, der die Veränderung in der Organisationsstruktur der Schule hinterfragte, beteuerte, die Situation der Schule habe sich aus seiner Sicht verbessert.

Als ein Votant unberechtigterweise die Diskussion eröffnete und ohne Mikrofon in die Menge rief, er habe nichts verstanden und ob man die Sache denn nicht einfacher gestalten könne, platzte Gemeindepräsident Peter Jäggi der Kragen.

«Doch, das kann man. Beispielsweise, indem man Anfragen direkt an die Gemeindemitglieder richtet und sie nicht im Rahmen der Gemeindeversammlung stellt.» Es mache für gewisse Themen durchaus Sinn, diese öffentlich zu besprechen. Für andere jedoch weniger.

Nach zwei Stunden und 40 Minuten fand die Gemeindeversammlung ein Ende. «Ich weiss, es ist schon spät – aber vielleicht sehen wir uns noch in der Festwirtschaft oder dann im neuen Jahr am Apéro», sagte Jäggi.

Und damit entliess er die Dürntner Stimmbevölkerung, die rasch ihre Sachen packte, um vor der Mehrzweckhalle jene Diskussion zu führen, die zuvor drinnen nicht in Gang gekommen war – darüber, wie Cadisch die Dinge besser hätte machen können.

Die übrigen Geschäfte

Das Budget 2025 wurde mit einem Aufwandüberschuss von 15’600 Franken, wie empfohlen vom Gemeinderat und von der Rechnungsprüfungskommission, angenommen. Ebenso wurde dem gleichbleibenden Steuersatz von 113 Prozent ohne Diskussion mit grosser Mehrheit zugestimmt.

Auch die Kreditgenehmigung für den Ersatz der Wärmeerzeugung der Schulanlage Bogenacker für 850’000 Franken wurde mit einer deutlichen Mehrheit angenommen.

Änderungen in der Teilrevision der Gemeindeordnung

An der Gemeindeversammlung wurden zwei Anträge zur Änderung der Teilrevision der Gemeindeordnung behandelt und angenommen: zum einen betreffend den Verkauf von Liegenschaften, die Kompetenz des Gemeinderats weiterhin bei einer Million zu belassen und nicht auf zwei Millionen zu erhöhen – zum anderen, die Geschäfte, über welche an der Urne abgestimmt wird, weiterhin an einer vorberatenden Gemeindeversammlung zu beleuchten.

Über die vorgestellte Teilrevision einschliesslich der genehmigten Änderungsanträge wird am 9. Februar 2025 an der Urne abgestimmt.

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