Ein Grüninger Schauspiel: Die Sache mit der Steuererhöhung
Über Geld, Kampf und Versöhnung
Ein aufreibender Abend für den Gemeinderat von Grüningen. Das Stimmvolk wehrt sich vehement gegen die Steuerfusserhöhung von 5 Prozentpunkten. Es ist ein Schauspiel sondergleichen.
Die Nacht ist schon über das ruhige Stedtli Grüningen hereingebrochen. Das nasse Wetter treibt die Bevölkerung um diese Uhrzeit üblicherweise in die gemütliche Wärme – doch heute strömen die Grüninger Stimmbürger in die reformierte Kirche. Für ein Schauspiel, wie man es von einer grossen Bühne kennt.
Sichtlich überwältigt von den Massen, die den Saal füllen, steht Gemeindepräsident Carlo Wiedmer (SVP) an seinem Pult. «Schön, dass Sie heute so zahlreich erschienen sind», begrüsst er die Grüningerinnen und Grüninger pünktlich um 20 Uhr zur letzten Gemeindeversammlung des Jahrs.
Verwunderlich ist es nicht, dass sich heute 226 Stimmbürger im Kirchgemeindesaal einfinden. Denn es geht nicht nur um die Abnahme des Budgets 2025, sondern vor allem um die Steuerfusserhöhung von 5 Prozentpunkten. Diese sollte die zweistündige Sitzung nicht nur bestimmen – vielmehr kochen an diesem Abend die Gemüter im Publikum so hoch, dass euphorisch geklatscht, hämisch gelacht und gedämpft geflucht wird.

