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Gemeinde Rüti sagt Ja zu Windrädern, aber …

Der Rütner Gemeinderat steht Windrädern grundsätzlich offen gegenüber, hat jedoch Bedingungen für die künftige Zusammenarbeit mit dem Kanton formuliert.

Der Batzberg als Standort von Windrädern: Die Gemeinde Rüti zeigt sich dafür grundsätzlich offen. (Archiv)

Foto: Simon Grässle

Gemeinde Rüti sagt Ja zu Windrädern, aber …

Windkraft auf dem Batzberg

Der Rütner Gemeinderat ist Windrädern nicht ganz abgeneigt. Trotzdem stellt er nun Forderungen, um künftig mit dem Kanton zusammenarbeiten zu können.

Auf Rütner Boden werden mal Windräder stehen. Das ist jedenfalls sehr wahrscheinlich. Der Kanton hat den Batzberg als Eignungsgebiet für Windkraftanlagen qualifiziert. Drei Windräder könnten dereinst zwischen Rüti und Wald stehen.

Doch nicht nur der Kanton hat sich für den Batzberg entschieden, auch andere Interessenten sehen dort eine Chance. Das Elektrizitätswerk Wald (EW) erklärte sich schon als möglichen Investor für einen Windpark. Auch zeigte sich ein Bauer aus Rüti kooperativ mit den künftigen Energieplänen und bot sein Grundstück für die Umsetzung an.

Nun äussert sich auch der Rütner Gemeinderat positiv zu den Windkraftanlagen, die ins Oberland gepflanzt werden sollen.

Übersichtskarte des Batzbergs auf den Gemeindegebieten Rüti und Wald.
Der Batzberg zwischen Rüti und Wald ist ein Eignungsgebiet für drei Windräder.

Auf Anfrage des Kantons hat der Gemeinderat Rüti den Eintrag des Gebiets Batzberg in den kantonalen Richtplan akzeptiert. Doch auch wenn der Gemeinderat die kantonalen Pläne für den Ausbau von Windkraftanlagen unterstützt, so stimmt er nur mit Vorbehalt zu – und stellt gleich selbst Bedingungen. Er fordert Schutzvorkehrungen, um das «ökologisch wertvolle Gebiet» nicht zu gefährden, wie er mitteilt.

Forderung für eine konstruktive Zusammenarbeit

Als Erstes soll ein Störungspuffer eingeplant werden – die wichtigste Forderung. Damit sollen kantonale und kommunale Schutzobjekte nicht gefährdet werden. «Es braucht einen gewissen Abstand, damit wir unsere Gebäude und auch die Natur bewahren können und die Windkraftanlagen nicht stören», erklärt Gemeindepräsidentin Yvonne Bürgin (Die Mitte).

Zweitens sollen die schützenswerten Flächen wie das Flachmoor Grossweiher vom Windpark-Perimeter ausgenommen oder zumindest so eingeplant werden, dass das Gebiet keine Schäden davonträgt.

Drittens fordert der Gemeinderat, dass die umliegenden Schutzgebiete geschont werden, wenn es um die Standortwahl, den Bau oder eine möglichen Erweiterung des Windparks geht. Auch die Waldflächen sollen nur unter klaren Bedingungen gerodet werden.

Den künftigen Planungsprozess will der Gemeinderat konstruktiv begleiten. Dafür erwartet er jedoch eine sorgfältige Abwägung der ökologischen und wirtschaftlichen Auswirkungen. «Wir sind nicht per se gegen Windräder, aber auch nicht absolut dafür. Man muss darüber sprechen können», sagt Bürgin.

Besuch im Nachbarland

Vor Kurzem hat die Gemeinde den Windpark Verenafohren im deutschen Tengen besucht, um sich für die Möglichkeit des Windparks auf dem Batzberg zu wappnen – in Tengen hat es drei Windräder. «Wir haben natürlich über Fledermäuse und Vögel gesprochen, aber auch über die Herausforderungen», erzählt Bürgin.

Auf dem Batzberg wird in einem nächsten Schritt ein Messmast aufgebaut. Durch dessen Messungen soll evaluiert werden, wie effizient die Lage für Windkraftanlagen wirklich ist. «Vielleicht windet es dort im Schnitt zu wenig», so die Gemeindepräsidentin.

Jetzt sei vor allem wichtig, die Bevölkerung abzuholen. Für die Windräder auf den Verenafohren hätte die deutsche Gemeinde mit etwa 80 Landeigentümerinnen und -eigentümern sprechen müssen. Alle hätten mitgemacht. Bürgin ergänzt: «Bei uns sind es ja bei Weitem nicht so viele Eigentümer, doch es ist wichtig, dass die Bevölkerung mitmacht.» Gäbe es eine Opposition, so wäre es womöglich schwierig, meint die Gemeindepräsidentin.

Opposition in Rüti?

Eigentlich hätte an der anstehenden Gemeindeversammlung über eine Initiative abgestimmt werden sollen, die einen Mindestabstand von bewohnten Liegenschaften und Windrädern forderte. Die Gemeinde hatte die Einzelinitiative für gültig erklärt. Doch weil der Initiant aus der Gemeinde wegzog, fiel die Initiative ins Wasser.

Was passiert, wenn sich nun erneut eine Opposition formt? Gegen eine weitere Initiative hätte Bürgin nichts. «Ehrlich gesagt rechne ich ein wenig damit, dass nochmals eine Initiative eingereicht wird.» Damit würde sie die Haltung der Bevölkerung zu möglichen Windrädern spüren – und über diese Thematik will sich die Gemeindepräsidentin offen austauschen.

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