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Greifensee fragt sich: Wie viele Ämter bringt man unter einen Hut?

Diese vier Kandidatinnen und Kandidaten wollen für Greifensee in den Gemeinderat. Sie alle wollen bei der Jugendarbeit ansetzen.

Die vier Kandidierenden (im Uhrzeigersinn) : Patrick Schoch (oben links), Tania Hauser, Konrad Sägesser und Beatrice Heldt Viganò.

Foto: PD/Grafik: Dominik Gut

Greifensee fragt sich: Wie viele Ämter bringt man unter einen Hut?

Mögliche Kandidaten

Am 24. November entscheidet Greifensee, wer neu in den Gemeinderat nachrücken soll. Zwei Männer und zwei Frauen stellen sich zur Verfügung. Haben sie alle genug Zeit?

Zwei Frauen und zwei Männer haben sich als neues Mitglied des Greifenseer Gemeinderats aufstellen lassen. Der Grund für eine Ersatzwahl: Der jetzige Sozialvorsteher Andreas Jakob (FDP) verlässt seinen Posten auf Ende Jahr – er zieht aus Greifensee weg.

Die Greifenseer dürfen am 24. November wählen, wen sie als Nachfolgerin oder Nachfolger möchten. Alle Behördenmitglieder üben ihr Amt nebenberuflich aus. Philippe Sturzenegger, der Gemeindeschreiber von Greifensee, rechnet vor, dass das Amt als Gemeinderat dennoch zeitweise bis zu 30 Prozent einer Arbeitswoche beanspruchen kann.

Zwei Ämter in der Exekutive?

Einer der vier Kandidierenden ist Patrick Schoch (Aktion G) mit Jahrgang 1973. Als Vizepräsident sowie Finanz- und Liegenschaftsvorsteher der Oberstufe Nänikon-Greifensee hat er schon ein Amt in einer Exekutive inne. «Ich weiss, was es bedeutet, in Behörden mitzuarbeiten und Verantwortung zu übernehmen», sagt er.

Sollte Schoch in den Gemeinderat von Greifensee gewählt werden, würde er sich in zwei Ämtern der Exekutive engagieren. Das ist erlaubt. Wie würde er sich jedoch zeitlich mit den beiden nebenberuflichen Tätigkeiten arrangieren?

«Erst muss ich gewählt werden», sagt Schoch pragmatisch dazu. Dann werde er sich um Lösungen kümmern. «Ich wäre sicher nicht der Erste, der ein Amt abgibt.» Mit einem Gesuch an den Bezirksrat sei der Weg machbar.

Zudem gebe es schon einige Leute, die sein jetziges Amt in der Oberstufenschulpflege Nänikon-Greifensee gerne übernehmen würden. «Vielleicht würde ich aber auch mein Jobpensum etwas reduzieren», fügt er an. Es gebe also einige Möglichkeiten.

Schoch ist in Uster als Versicherungsfachmann und Unternehmensspezialist tätig. Er wohnt seit 46 Jahren in Greifensee und ist Vater von zwei Kindern.

Er würde bei der Jugendarbeit ansetzen: «Die Sachbeschädigung durch Jugendliche in Greifensee hat stark zugenommen.» Als Mitglied der Oberstufenschulpflege seien ihm die Anliegen und die Wünsche der Jugendlichen bekannt. Nur mit der Polizei sei das Problem in seinen Augen nicht zu lösen.

Ressourcen besser einsetzen

Eine zweite Kandidatin ist Tania Hauser (parteilos). Die studierte Politologin mit Jahrgang 1976 sagt, sie habe vor allem genug Zeit zur Verfügung, um sich um das Amt als Gemeinderätin zu kümmern. «Mir ist die Inklusion sehr wichtig», sagt die selbständige Mediatorin. Zudem liege ihr der Wohnraum im Naturschutzgebiet am Herzen.

Tania Hauser steht in Winterjacke vor einem Baum und lächelt.
Tania Hauser ist Politologin und Mediatorin.

Hauser findet, Greifensee könnte Ressourcen besser einsetzen, vor allem wenn es um Polizeieinsätze und Jugendliche geht. «Mit einfachen Mitteln können nachhaltige Lösungen erzielt werden.» Sie möchte eher in einen Mobilitätsservice für Betagte investieren – oder in überdachte Parkbänke.

Greifensee soll langfristig attraktiver werden

Die zweite Frau, die sich für die Ersatzwahl zur Verfügung stellt, heisst Beatrice Heldt Viganò (parteilos). Die 48-Jährige lebt seit 30 Jahren mit ihrem Mann in Greifensee und ist Mutter von zwei Töchtern.

Diese vier stellen sich der Ersatzwahl.
Beatrice Heldt Viganò möchte sich für genug Kinderkrippen einsetzen.

Sie ist diplomierte Schulverwaltungsleiterin und motiviert, Greifensee für alle Menschen langfristig attraktiver zu gestalten. «Ich besitze den nötigen Hintergrund für dieses Amt», sagt sie. Sie wolle sich vor allem für die nächste Generation einsetzen.

«Gezielte Programme und Angebote können Jugendlichen Unterstützung bieten, die sie brauchen, um ihr Potenzial zu entfalten.» Zudem ist es Heldt Viganò ein Anliegen, dass in Greifensee ausreichend Krippenplätze geschaffen werden. «Damit Eltern Beruf und Familie besser vereinbaren können.»

Auch Konrad Sägesser (FDP) möchte sich als «Ur-Greifenseer» fürs Dorf engagieren. Der 52-Jährige ist Vater von zwei Kindern und hat sich schon in der Feuerwehr und im Vorstand der Elternmitwirkung eingesetzt. Er arbeitet in der Messtechnik, zuerst bei Mettler-Toledo im Produktmanagement und im Marketing, seit drei Jahren ist er Teamleiter bei einem KMU.

Konrad Sägesser in Hemd und Blazer.
Konrad Sägesser (FDP) möchte sich für Greifensee engagieren.

Als Gemeinderat wolle er dort anpacken, wo er Probleme vermute: «In der Schulleitung scheint keine Stabilität einzukehren, die Tempo-30-Umsetzung ist noch nicht abgeschlossen, und die Jugendarbeit kann optimiert werden.» Es müsse auch finanziell aufgehen: auch im Sozialamt, das den zweitgrössten Budgetposten der Gemeinde benötige.

Ob die neue Person im Amt dann auch das Ressort Soziales übernimmt oder ob es intern eine Rochade gibt, das ist noch nicht bekannt.

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