Bevölkerung von Uster erhält vier Tage lang Gratiswasser
Nach Trinkwasserverschmutzung
Die Energie Uster AG präsentiert neue Erkenntnisse zur Trinkwasserverunreinigung im August. Und sie will sich bei der Bevölkerung revanchieren.
Im August verbreitete es sich wie ein Lauffeuer auf den sozialen Medien: Das Ustermer Trinkwasser war mit Escherichia-coli-Bakterien verunreinigt.
Obwohl die Quelle der Verunreinigung rasch beim Grundwasserpumpwerk Strandbad gefunden wurde, verunsicherte der Vorfall die Bevölkerung. Denn statt von der offiziellen Medienstelle der Stadt oder der Energie Uster AG, erfuhren Hunderte Menschen durch die sozialen Medien vom Vorfall – ein Kommunikationsdebakel.
Bereits seit einigen Wochen läuft die Untersuchung, um die Quelle der Verunreinigung zu eruieren. Nun äussert sich auch die für das Trinkwasser zuständige Energie Uster AG zum Stand der Aufarbeitung – und schenkt den Kundinnen und Kunden für vier Tage den Wasserverbrauch.
Vier Tage geschenkt
Die Aktiengesellschaft erklärt erneut, dass die Bewältigung des Ereignisses zwar auf technischer Seite gut und zeitnah funktioniert habe, doch «eindeutig unzureichend war die Kommunikation». Diese soll nun aufgearbeitet und extern überprüft werden.
Das Ziel sei es, die richtigen Lehren aus dem Ereignis zu ziehen und notwendige Korrekturen bei den Kommunikationsgrundlagen für einen solchen Fall vorzunehmen. Entsprechende Ergebnisse würden nach Abschluss der Analyse bekannt gegeben.
Als Ausgleich für «die Unannehmlichkeiten», die mit dem Vorfall einhergingen, habe der Verwaltungsrat der Energie Uster AG beschlossen, allen Wasserkundinnen und Wasserkunden der Stadt Uster die Gutschrift für vier Tage Wasserverbrauch auszustellen.
Ursache nach wie vor unbekannt
Energie Uster gibt ausserdem weitere Details in Zusammenhang mit der Trinkwasserverunreinigung bekannt. Offenbar hatte man das Grundwasserpumpwerk Strandbad schon 23 Minuten nach der Meldung an das Kantonale Labor als Quelle identifiziert.
Anschliessend wurde das Pumpwerk vom Netz genommen und zeitgleich die Wasserdruckzonen getrennt, um eine Ausbreitung zu verhindern. Zudem sei umgehend sauberes Trinkwasser aus der Gruppenwasserversorgung bezogen worden, und noch am selben Tag hätte der Spülbetrieb begonnen, wodurch die Verunreinigung behoben werden konnte.
Doch die Ursache für die Verunreinigung ist nach wie vor ungeklärt. Das Grundwasserpumpwerk bleibt deshalb weiterhin vom Netz. Ausserdem wird die Häufigkeit der Trinkwasserproben erhöht, bis klar ist, woher die Bakterien stammen und wie sie ins Trinkwasser gelangen konnten.
Zusammen mit Fachexperten führt die Energie Uster AG Untersuchungen zum Ursprung des Problems durch. Bis Ende Oktober wird ein Spülbetrieb mit Färbeversuchen durchgeführt, um herauszufinden, woher die E. coli-Bakterien kamen. Diese Farbtests sind für Menschen und Umwelt unbedenklich.
Wie lange die Suche nach der Ursache der Verunreinigung noch dauert, könne aktuell nicht abgeschätzt werden. Auch da will die Energie Uster AG laufend weiter informieren, sobald es neue Erkenntnisse zum Ursprung und entsprechenden Massnahmen zur Behebung gibt.
