Das halten die Parteien von höheren Steuern in Illnau-Effretikon
Uneinigkeit über Steuerfuss
Die Bevölkerung in Illnau-Effretikon muss voraussichtlich ab nächstem Jahr bei der Steuerrechnung tiefer in die Tasche greifen. Ob das die Parteien goutieren?
Überrascht hat es niemanden. Der Stadtrat von Illnau-Effretikon will den Steuerfuss um drei Prozent erhöhen. Somit wäre der Steuerfuss mit 113 Prozent wieder so hoch wie vor fünf Jahren. Bei den meisten Fraktionen löst dies keine Freudensprünge aus.
Die zwei bürgerlichen Fraktionen der SVP und der FDP inklusive Jungliberalen stehen einer Steuerfusserhöhung skeptisch gegenüber. Wie SVP-Fraktionspräsident Daniel Huber sagt, müsse die Erhöhung der Steuern verhindert werden. «Eigentlich sollte sogar eine Senkung des Steuerfusses angestrebt werden.»
Die FDP ergänzt: «Erfahrungsgemäss führt eine Steuererhöhung lediglich zu weiterer ‹Ausgabenfreudigkeit›.» Und die Ausgaben seien in den Bereichen Bildung und Gesellschaft sowie mit der Vergrösserung der Verwaltung ohnehin schon stark gestiegen.
Muss der Steuerfuss noch weiter steigen?
Die andere Seite des politischen Spektrums begegnet der Steuerfusserhöhung mit Verständnis. «Eine Steuerfusserhöhung ist für niemanden angenehm, aber die Fakten sprechen klar dafür», meint etwa Urs Gut von den Grünen. Er fragt sich gar, ob der angesetzte Steuerfuss nicht noch höher angesetzt werden müsste.
Die SP pflichtet bei: «Alle Kennzahlen zeigen, dass eine Steuerfusserhöhung notwendig ist und dass somit unsere letztjährige Forderung einer Steuerfusserhöhung von fünf Prozent absolut gerechtfertigt war.»
Unschlüssige Mitte-Parteien
Während sich die GLP besorgt über die Entwicklung der Ausgaben zeigt und sich dennoch eine vorübergehende Erhöhung des Steuerfusses vorstellen kann, lässt sich die Mitte noch nicht allzu stark in die Karten blicken. Die Fraktion könne nachvollziehen, dass durch die gewachsene Bevölkerung auch die Ausgaben stiegen. Langfristig könnte dadurch aber auch mit höheren Steuereinnahmen gerechnet werden. Die EVP-Fraktion konnte zeitlich bedingt keine Stellung zum Budget nehmen.
Letztlich wird das Parlament an seiner Sitzung vom 12. Dezember über das Budget 2025 befinden. Bis dahin prüfen die Parteien noch mögliche Einsparungen.
