Primarschule Uster sieht keine Krise – Gemeinderätin fordert Nulltoleranz
Nach Pornovideo in Klassenchat
Die Primarschule Uster will vorerst kein Konzept für den Umgang mit explizit pornografischen Videos ausarbeiten. In der Politik stösst sie damit auf Unverständnis.
Vor einigen Monaten machte an der Primarschule Uster ein Video mit explizit pornografischen Inhalten in einem Klassenchat auf Whatsapp die Runde. Der Fall beschäftigte anschliessend sowohl die Schulverantwortlichen wie auch die Eltern. Die Frage: Macht die Schule genug, um die Kinder vor solchen Inhalten zu schützen?
Im Mai wurde ein Jugendlicher im konkreten Fall mittels Strafbefehl verurteilt. Er musste einen Medienkurs besuchen und die Verfahrenskosten tragen. Die Schule sah keinen weiteren Handlungsbedarf und berief sich auf das bestehende Präventionskonzept sowie ihr Krisenhandbuch. Pikant: Das Krisenhandbuch ist im konkreten Fall aber gar nicht zur Anwendung gekommen. Dies geht nun aus einer Antwort der Primarschule auf eine Anfrage aus der Ustermer Politik hervor.
Denn der Vorfall hatte im Nachgang die Ustermer Politik aufgerüttelt. Die drei Gemeinderatsmitglieder Claudia Frei (GLP), Marco Kranner (GLP) und Matthias Bickel (FDP) verlangten von der Primarschulpflege Antworten zur Häufigkeit von solchen Sexvideos und zum Umgang damit. Zwar attestierten die Parlamentarier der Primarschulpflege, dass sie sich um die Prävention kümmere, allerdings sei diese im konkreten Fall nicht überzeugend gewesen.

