Fehraltorf will die Steuern anheben – aber nur noch einmal
Budget 2025
Um 2 Prozentpunkte soll der Steuerfuss in Fehraltorf auf das kommende Jahr hin steigen. Auf eine weitere Steuererhöhung 2027 will die Gemeinde aber verzichten.
111 Prozent soll der Steuerfuss in Fehraltorf neu betragen. Das sind zwei Prozentpunkte mehr als bisher. Die Steuererhöhung kommt nicht überraschend. Ganz im Gegenteil: Sie war schon lange geplant. Die Gemeinde hatte diesen Weg bereits vor vier Jahren angekündigt. Bis 2027 sollten die Steuern alle zwei Jahre um jeweils 2 Prozentpunkte angehoben werden. Das erste Mal auf das Jahr 2023 hin.
Nun folgt also der nächste Schritt. Von 109 auf 111 Prozent soll der Steuerfuss auf das kommende Jahr hin steigen. «Denn es müssen Schulden zurückgezahlt werden», heisst es in einer aktuellen Mitteilung.
«Die Finanzlage verdüstert sich», hatte Gemeindepräsident Anton Muff (DGF) schon an der Gemeindeversammlung im vergangenen Dezember gewarnt. Negativ auf den Finanzhaushalt der Gemeinde wirken sich vor allem die Investitionen in die Infrastruktur, wie etwa in den Bau der im Frühling eröffneten Mehrzweckhalle, aus.
Verzicht auf weitere Steuererhöhung
Ganz so pessimistisch wie im Dezember sieht der Gemeindepräsident die Situation inzwischen aber nicht mehr. «Das grösste Investitionsvolumen ist durch», sagt er. «Die Lage ist noch düster, aber nicht mehr ganz so dunkel wie vor zwölf Monaten.»
Anton Muff hat deshalb auch gute Nachrichten für die Bevölkerung. Die eigentlich geplante Anhebung des Steuerfusses auf 113 Prozent im Jahr 2027 soll entfallen. Der Gemeinderat geht davon aus, mit einem Steuerfuss von 111 Prozent den Finanzhaushalt mittelfristig wieder ausgleichen zu können.
Verschuldung steigt
Allerdings gibt der Gemeindepräsident zu bedenken, dass es sich bei den Gemeindefinanzen stets um eine rollende Planung handelt. So schloss Fehraltorf beispielsweise das Jahr 2023 überraschend positiv mit einem Plus von 4,26 Millionen Franken ab. Der Ertragsüberschuss resultierte hauptsächlich aus Einnahmen aus der Grundstückgewinnsteuer – eine inkonstante Einnahmequelle.
Bereits damals war in einer Mitteilung nur von einem «erfreulichen Zwischenhoch» die Rede. Als Euphoriebremse diente auch der Umstand, dass die Gemeinde gleichzeitig erstmals seit Jahrzehnten in die Verschuldung abrutschte.
Die Nettoschuld, also das Finanzvermögen abzüglich des Fremdkapitals, betrug Ende 2023 knapp 3,8 Millionen Franken. Im nächsten Jahr rechnet Fehraltorf mit einer zunehmenden Verschuldung auf insgesamt 15 Millionen. Gemäss einer Langfristprognose soll diese in den kommenden Jahren sogar noch weiter ansteigen – auf maximal 38 Millionen. Daran hält Gemeindepräsident Muff trotz der etwas optimistischeren Aussichten weiterhin fest.
Minus trotz Sparpaketen
Im laufenden Jahr ist ebenfalls ein Plus von 644’000 Franken budgetiert. Ein Blick auf die Budgetplanung für 2025 verdeutlicht aber die Dringlichkeit der aktuellen Steuererhöhung. Trotz der erhofften Zusatzeinnahmen in Form von Steuergeldern rechnet die Gemeinde mit einem Minus von 442’000 Franken. Der Gesamtaufwand liegt bei 57,4 Millionen Franken.
Die Budgetplanung zeige, dass eine Anpassung des Steuerfusses unumgänglich sei, heisst es in der entsprechenden Mitteilung der Gemeinde. Mit zwei Sparpaketen über alle Abteilungen hinweg hatte der Gemeinderat in den vergangenen Jahren zwar versucht, der zunehmenden Verschuldung entgegenzuwirken.
Allerdings würden viele Sparanstrengungen durch überproportional steigende Kosten wieder zunichte gemacht. So etwa im Asylbereich oder in der Pflege. Gleichzeitig erhält Fehraltorf im nächsten Jahr voraussichtlich 1,8 Millionen Franken weniger aus dem kantonalen Finanzausgleich.
Überprüfung der Schulraumplanung
Doch zurück zu den grössten Kostentreibern. Mit der Eröffnung der Mehrzweckhalle und den Schulräumen im Holzprovisorium sind die zwei teuersten Infrastrukturprojekte in Fehraltorf inzwischen fertiggestellt. Das Preisschild: gut 34 Millionen Franken.
Die Schulraumplanung ist damit noch nicht ganz abgeschlossen. Nun steht gemäss der Vision 2044 noch die Sanierung von bestehenden Schulgebäuden an. Der Gemeinderat will diesbezüglich aber nochmals genau hinschauen und etwa die Entwicklung der Schülerzahlen überprüfen. Denn Gemeindepräsident Muff macht klar: «Weitere grosse Investitionen können wir uns gar nicht mehr leisten.»
Es sei sowieso eine Daueraufgabe des Gemeinderats, die Kosten und Ausgaben stets zu überprüfen. Gleichzeitig hofft Muff, auf einschneidende Sparmassnahmen verzichten zu können: «Denn wir sind an einem Punkt angelangt, bei dem die Bevölkerung weitere Sparmassnahmen deutlicher spüren würde als bisher.»
Über das Budget und damit auch über die geplante Steuererhöhung können die Stimmberechtigten am 2. Dezember befinden. Dann steht die Gemeindeversammlung in der Mehrzweckhalle Heiget statt.
