Neue Logos bringen Bubikon in Aufruhr
Knatsch um Logo
Nachdem die Bubiker Bevölkerung mit dem ersten Entwurf eines neuen Logos für die Gemeinde unzufrieden war, kann sie über drei Varianten abstimmen. Doch auch diese finden bei einigen keinen Anklang.
Bubikon erhält ein neues Logo. So viel steht fest. Doch welches soll es nun werden? Aus dem ersten Entwurf wurden mittlerweile drei. Und ein Teil der Bevölkerung kann auch den neuen Versionen wenig Positives abgewinnen.
Am Dienstag schaltete der Bubiker Gemeinderat ein Online-Voting auf, am Mittwoch erreichten nun auch Briefe die lokale Bevölkerung. Die Menschen können bis zum 13. Oktober ihre Stimme einem von drei Vorschlägen für ein neues Logo geben. Die Version mit der grössten Zustimmung wird letztlich zu Bubikons neuem Logo gekürt.



Allerdings gibt es einen Teil der Bevölkerung, der sich lautstark gegen alle Vorschläge wehrt. Die Reaktionen zeigen sich auf verschiedenen Wegen. Eine Person meldete sich anonym bei dieser Redaktion. Die Bürger wollten das bestehende Logo beibehalten, und der Gemeinderat habe wieder mal kein Gehör für seine Einwohner, heisst es in der Nachricht.
Unter einem Artikel der Plattform «Buebikernews» brodelt es zudem in der Kommentarspalte. «Alle drei Logos sind ein extrem schlechter Witz», kommentiert eine Person. Ein anderer User unter dem Pseudonym «Bubiker Bürger» schreibt: «Das Fehlen des bestehenden Logos empfinde ich als grossen Affront und entspricht nicht meinem Verständnis für Demokratie.»
Den Grund für den Unmut bringt ein anderer Kommentar auf den Punkt. «Ein Logo hat für manche Personen eine grosse Bedeutung!»
Was ist denn mit dem alten Logo?
Selbst den Gemeindepräsidenten Hans-Christian Angele (FDP) erreichten an diesem Mittwoch erste Reaktionen. Dass sich ein Teil der Bevölkerung über die Auswahl der neuen Logos echauffiert, überrascht ihn nicht: «Die Reaktionen waren bereits im Vorfeld absehbar.»
Doch weshalb muss denn das alte Logo weichen? «Gemeinde und Schule haben ein neues Kommunikationskonzept erarbeitet, und das bisherige Logo entspricht nicht mehr dem, was gegen aussen vermittelt werden soll.»
Dazu gehören Werte wie naturnah, lebendig, erfolgreich, klimaneutral, gestaltend. Diese ermittelte der Gemeinderat im Rahmen einer Strategie zu Beginn der Legislatur 2022 bis 2026. Sie wurden in einer Online-Befragung, die im letzten Jahr durchgeführt wurde, von der Bevölkerung bestätigt.
Die neuen Werte sollen sich nun auch den Auftritt der Gemeinde und der Schule widerspiegeln. Eine Arbeitsgruppe nahm sich dieser Aufgabe an, wurde dabei auch von einer externen Firma unterstützt.
Gemeindepräsident Angele unterstreicht, weshalb das alte Logo für Bubikon nicht mehr geeignet ist. «Es symbolisiert das Ritterhaus, zeigt das Wappen von Bubikon und ist gut 20 Jahre alt oder noch älter.» Des Weiteren sei das Logo markenrechtlich nicht geschützt und für die Verwendung in den sozialen Medien wenig geeignet.
Was ist der Unterschied zwischen einem Logo und einem Wappen?
Wappen dienten früher als Erkennungszeichen für Staaten oder auch Familien. Meist beschränkt sich die Gestaltung auf eine schildähnliche Form. In den Gemeinden sind sie häufig an Fahnenmasten präsent. Anders das Logo, das es erst seit wenigen Jahrzehnten gibt. Logos werden für den einheitlichen Auftritt im Internet und für den Schriftverkehr von allen möglichen Personen, Marken, Organisationen oder eben Gemeinden genutzt.
Die letzte Chance
Mit der laufenden Abstimmung erhofft sich der Gemeinderat, das Logo-Kapitel endgültig abschliessen zu können. Denn im Juni stellte Angele bei einem Informationsabend erstmals das beabsichtigte neue Logo vor. Anschliessend kam es zu negativen Rückmeldungen, weshalb letztlich zwei weitere Entwürfe erstellt wurden.
Diese nehmen die Elemente des bestehenden Logos zum grossen Teil auf, orientieren sich auch farblich daran. Selbst die heiss geliebte Silhouette des Ritterhauses, welche viele Menschen missten, ist nun in den überarbeiteten Versionen enthalten.
Für Gemeindepräsident Angele spielt es keine Rolle, welche der drei Varianten nun das Rennen macht. «Die erste Variante vermittelt unsere Vorstellungen am besten. Ich kann mit allen Versionen leben.» Das alte Logo werde jedoch nicht mehr zur Abstimmung gebracht.
