Wasserversorgung wird zur Aktiengesellschaft
Klares Ja
Aus einer einfachen Gesellschaft wird eine AG mit 14 Aktionären: Die acht beteiligten Gemeinden haben sich klar für die neue Rechtsform der GWVZO ausgesprochen.
Die Vorlage mit dem sperrigen Titel «Interkommunale Vereinbarung (IKV) betreffend Änderung der Rechtsform der Gruppenwasserversorgung Zürcher Oberland in eine Aktiengesellschaft» hatte im Vorfeld keine grossen Wellen geworfen. So waren beispielsweise der Einladung an eine öffentliche Informationsveranstaltung der Gemeinde Hinwil ganze fünf (5!) Stimmberechtigte gefolgt.
«Diese komfortable Mehrheit freut mich ungemein»
Dass die Vorlage nicht nur relativ emotionslos für das Stimmvolk, sondern auch absolut unbestritten war, zeigte sich am Sonntag. Mit Ja-Anteilen zwischen 68 und fast 90 Prozent haben die acht betroffenen politischen Gemeinden die Vorlage diskussionslos angenommen.
Somit kann aus der einfachen Gesellschaft Gruppenwasserversorgung Zürcher Oberland die GWVZO AG werden. Entsprechend erleichtert äussert sich Beat Schüpbach, Betriebsleiter der Gemeindewerke Rüti und Geschäftsführer der GWVZO: «Diese komfortable Mehrheit freut mich ungemein. Damit ist eine entscheidende Hürde genommen.»
Die Änderung der Rechtsform wurde mit dem neuen kantonalen Gemeindegesetz von 2018 unumgänglich. Denn mit dem neuen Gesetz sind die Anforderungen an die GWVZO deutlich gestiegen. Als einfache Gesellschaft hat diese bis dato keine eigene Rechtspersönlichkeit. Sie hat damit auch keine eigene Bilanz und keine eigene Jahresrechnung.
Ein Weiterfahren mit der bisherigen Organisation hätte gerade im Bereich der Budgetierung oder der Rechnungslegung zu einem absurden Mehraufwand geführt und auch die Beschlussfassung sehr kompliziert gemacht.
Die GWVZO liefert seit mehr als 60 Jahren Trink-, Brauch- und Löschwasser in die angeschlossenen Gemeinden. 14 sehr unterschiedliche Partner sind darin zusammengeschlossen. Neben den acht politischen Gemeinden Bubikon, Dürnten, Hinwil, Hombrechtikon, Mönchaltorf, Rüti, Wald und Wetzikon sind es die Wasserversorgungsgenossenschaften von Bertschikon, Grüningen, Grüt/Gossau, Hadlikon und Rapperswil-Jona sowie die öffentlich-rechtliche Gemeindeanstalt «Gemeindewerke Pfäffikon ZH».
Um politische Gemeinden, Genossenschaften und öffentlich-rechtliche Anstalten aus zwei Kantonen unter einen Hut zu bringen, sei die Rechtsform der Aktiengesellschaften «der einzig sinnvolle und machbare Weg», argumentierte die Bau- und Betriebskommission der Gruppenwasserversorgung im Vorfeld der Abstimmung.
Die Genossenschaften haben der Umwandlung in eine AG bereits an ihren Generalversammlungen zugestimmt. Mit dem Ja der politischen Gemeinden kann die GWVZO nun in eine nicht gewinnorientierte Aktiengesellschaft umgewandelt werden. Das soll im Dezember geschehen.
Die Beteiligten werden im Verhältnis ihrer heutigen Optionen (Wasserbezugsrechte in Kubikmeter pro Tag) an der zukünftigen Aktiengesellschaft als Aktionäre beteiligt. Insgesamt werden 48’700 Aktien mit einem Nominalwert von 20 Franken ausgegeben.
Grösster Aktionär wird die Politische Gemeinde Wetzikon mit einem Anteil von 17,25 Prozent vor der Wasserversorgungsgenossenschaft Rapperswil-Jona (13,14 %) sowie den Gemeinden Hinwil (12,32 %) und Rüti (10,27 %). Kleinster Aktionär ist die Genossenschaft in Bertschikon, die 200 Aktien oder 0,41 Prozent hält.
