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So geht es bei der geplanten Fusion von Pfäffikon und Wildberg weiter

Wo gehen die Kinder zur Schule? Wie hoch sind die Steuern? Die Gemeinderäte von Pfäffikon und Wildberg gaben erstmals Einblick in ihre Pläne.

Das grosse Pfäffikon will das kleine Wildberg aufnehmen.

Fotos: Simon Grässle

So geht es bei der geplanten Fusion von Pfäffikon und Wildberg weiter

Erste Informationen für Bevölkerung

Wildberg will fusionieren, und zwar mit Pfäffikon. Das wird zahlreiche Änderungen mit sich bringen, vor allem für die Wildberger. Die Bevölkerung konnte sich jetzt ein erstes Bild machen.

Die Grössenverhältnisse zwischen den Gemeinden sind eigentlich klar: Wildberg hat gut 1000 Einwohner, Pfäffikon 12’700. An den beiden Informationsveranstaltungen der zwei Gemeinden zur geplanten Fusion war das aber für einmal umgekehrt.

Während die Turnhalle in Wildberg am Mittwochabend mit über 150 Teilnehmenden bis auf den letzten Platz gefüllt war, kamen am Donnerstag in Pfäffikon nur etwa 60 Personen in die Palmeria – darunter ebenfalls viele Wildberger.

Der Wildberger Gemeindepräsident Dölf Conrad (SVP) und sein Pfäffiker Amtskollege Marco Hirzel (parteilos) skizzierten an den zwei Veranstaltungen die Pläne für eine Fusion ihrer beiden Gemeinden. Viele Detailfragen sind aber ohnehin noch offen.

Der Andrang macht es deutlich: Vor allem die Wildbergerinnen und Wildberger wollen wissen, was sich bei einer möglichen Fusion für sie ändert. Und das ist einiges. Die wichtigsten Punkte.

Warum Pfäffikon?

Wildberg hat zahlreiche Verflechtungen mit dem Tösstal, beispielsweise bei der Feuerwehr oder der Sekundarschule. Für eine mögliche Fusion hat Wildberg alle Nachbargemeinden angeschrieben.

«Es geht im Moment nicht mit dem Tösstal», hielt Dölf Conrad mehrmals fest. So sind beispielsweise die Schulgrenzen der Primarschulen von Wila und Turbenthal nicht bereinigt – das verunmöglicht eine Fusion, die für den Gemeinderat ohnehin nur mit einer Einheitsgemeinde infrage kommt.

Auch eine Fusion mit Russikon erschien dem Gemeinderat nicht zielführend. In einer umfassenden SWOT-Analyse, so nennt man eine Technik, die Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken analysiert, habe Pfäffikon hingegen überzeugt.

Karte des Zürcher Oberlands. Die Gemeinden Pfäffikon und Wildberg sind blau markiert.
Wenn Wildberg und Pfäffikon tatsächlich fusionieren, hätte die neue Gemeinde knapp 14’000 Einwohner und eine Fläche von gut 30 Quadratkilometern.

Zudem war Pfäffikon bereit, die Fusion zu prüfen. «Wir begrüssen eine engere Zusammenarbeit in der Region», betonte Marco Hirzel. Die Anfrage aus Wildberg beurteilt er zwar als mutig. «Aber als strategisch richtig.»

Das sind die Pläne für die Schule

Wildberg ist seit Anfang 2021 eine Einheitsgemeinde, die Primarschule ist damit in die Politische Gemeinde integriert. Gleichzeitig besteht weiterhin die Sekundarschulgemeinde Turbenthal-Wildberg.

Sekundarschüler aus Wildberg und Ehrikon besuchen den Unterricht in Turbenthal, diejenigen aus Schalchen mit einem Anschlussvertrag die Sekundarschule in Wila.

Künftig soll sich dies ändern: Der Standort der Primarschule und des Kindergartens in Wildberg sei zwar auch bei einer Fusion gesichert, betonte Conrad. Die Sekundarschulgemeinde muss aber für eine Fusion aufgelöst werden.

Im Anschluss sollen alle Kinder aus der Gemeinde Wildberg den Kindergarten und die Primarschule im Dorf besuchen – und später die Sekundarschule in Pfäffikon.

«Es wird Übergangslösungen geben, damit die Jugendlichen nicht während der Sek die Schule wechseln müssen», stellte der Gemeindepräsident in Aussicht. Er bewertete es positiv, dass Wildberg Teil einer Schule mit Angebot vom Kindergarten bis zum Eintritt ins Berufsleben wird.

Dass der Schulweg für die Sekundarschülerinnen und -schüler länger und wohl nur noch mit dem Postauto zu bewältigen ist, ändere daran nichts. «Wir sprechen hier von Sek-Schülern», betonte Conrad mehrmals. «Distanz ist immer relativ.»

So steht es um die Finanzen

Der Gesamtsteuerfuss in Wildberg beträgt im Moment 127 Prozent, in Pfäffikon liegt er lediglich bei 110 Prozent. Obwohl die Steuerkraft in Wildberg niedriger ist, ist das Nettovermögen pro Kopf höher als in Pfäffikon.

An der Informationsveranstaltung präsentierte Marco Hirzel den Anwesenden eine Überschlagsrechnung. Basierend auf der Jahresrechnung 2023 müsste der Steuerfuss in einer neu fusionierten Gemeinde 111 Prozent betragen.

Er mahnt jedoch, diese Rechnung mit Vorsicht zu geniessen. Die Finanzplanung müsse für eine Fusion vertieft angeschaut werden. «Das sind komplexe Berechnungen.» So weit sei man noch nicht.

So geht es mit den Zweckverbänden weiter

Wildberg ist auch Mitglied in zahlreichen Zweckverbänden, beispielsweise der Feuerwehr Turbenthal-Wila-Wildberg, dem Zivilschutz oder dem Zweckverband Pflege und Betreuung Mittleres Tösstal, der die Spitex und zwei Pflegezentren betreibt.

Im Gegensatz zu den Schulgemeinden müssen Zweckverbände nicht den Grenzen der Politischen Gemeinden entsprechen – auch nach einer Fusion könnte die neu grössere Gemeinde Pfäffikon Mitglied bleiben. Trotzdem wird es Anpassungen geben.

Ein Verbleiben im Zweckverband Pflege und Betreuung stufte Dölf Conrad beispielsweise als sinnvoll ein. Und da die Zivilschutzorganisation bereits heute zu klein sei, biete sich ein Anschluss an diejenige von Pfäffikon-Fehraltorf-Hittnau-Russikon ohnehin an.

Gleichzeitig räumte er ein: «Vor allem die Feuerwehr ist ein emotionales Thema.» Man werde frühzeitig mit den Betroffenen das Gespräch suchen. «Es gibt keinen Wechsel von heute auf morgen», versprach er.

Auf die Frage eines Wildbergers erläuterte Conrad, dass sowieso keine Fakten geschaffen werden ohne die Zustimmung des Volks. «Es geht jetzt um Abklärungen.»

Das sind die nächsten Schritte

Damit die Fusion ins Auge gefasst werden kann, ist zuerst ein Austritt von Wildberg aus der Sekundarschulgemeinde Turbenthal-Wildberg nötig. Darüber müssen die Stimmberechtigten aus der ganzen Schulgemeinde an der Urne entscheiden.

«Wann die Abstimmung durchgeführt wird, ist im Moment aber noch offen», erklärt Daniel Schneiter (parteilos), Vizepräsident der Sekundarschulpflege, auf Anfrage.

Ist der Austritt vollzogen, gibt es zwei Optionen: eine Grundsatzabstimmung in Wildberg und Pfäffikon, ob sie einen Fusionsvertrag ausarbeiten wollen – oder gar gleich die Abstimmung über den Zusammenschlussvertrag.

Dies machen die Gemeindevertreter vom Echo an den Informationsveranstaltungen abhängig. Ein Entscheid steht noch aus. Im ganzen Prozess sind zudem weitere Informationsveranstaltungen geplant.

Interessant: Eine Jahreszahl, bis wann die Fusion erfolgen soll, wurde an den beiden Info-Anlässen nicht genannt.

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