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Illnau-Effretiker Parlament spricht Geld für «Wohnen am Stadtgarten»

Die Parlamentarierinnen und Parlamentarier hatten das letzte Wort und entschieden sich für ein Ja.

«Wohnen am Stadtgarten»: Das Parlament hat die Finanzierung für die 56 Wohnungen an zentralster Lage in Effretikon gesprochen.

Visualisierung: Helle Architektur GmbH

Illnau-Effretiker Parlament spricht Geld für «Wohnen am Stadtgarten»

Zentrales Wohnen für Senioren

Das letzte Wort hatten die Parlamentarierinnen und Parlamentarier in Illnau-Effretikon. Das Ja dafür war einstimmig.

In wenigen Jahren können die Seniorinnen und Senioren in Illnau-Effretikon an zentralster Lage wohnen und betreut werden. Für das Projekt «Wohnen am Stadtgarten» hatten die Parlamentarierinnen und Parlamentarier das letzte Wort. Und sie haben Ja gesagt.

Die Stadt hat zusammen mit dem Alters- und Pflegezentrum Bruggwiesen (APZB) einen Rahmenvertrag, der alle vier Jahre die Ausrichtung des Betriebs definiert. So, wie nun für die Jahre 2025 bis 2028. Das Kerngeschäft wird weiterhin die Betreuung und Pflege sein.

Der Vertrag hat aber zwei zusätzliche Aspekte erhalten: das Projekt «Wohnen am Stadtgarten» und das Tageszentrum Bruggwiesen. Es ging hauptsächlich um die Finanzen dieser beiden Einrichtungen.

Beim Projekt «Wohnen am Stadtgarten» genehmigte das Parlament die Anschubfinanzierung. Die Stadt wird 56 Wohnungen der Siedlung, die gleich beim Stadthaus gebaut wird, weitervermieten. Die Priorisierung ist bei pflegebedürftigen Seniorinnen und Senioren aus Illnau-Effretikon oder Lindau. Diese können dort eine umfängliche Betreuung beziehen – mit Spitex und Essensservice.

«Der Aufwand ist gross und kann vom APZB nicht so einfach abgehandelt werden», erläutert Brigitte Röösli (SP), Stadträtin im Ressort Gesellschaft. Sie bezieht sich damit auf grössere Verwaltungs- und Vermietungsaufwände.

Doch auch auf die Spitex, die das APZB gründen muss. Denn das Abrechnungssystem zwischen dem Alterszentrum Bruggwiesen und der Siedlung «Wohnen im Stadtgarten» unterscheidet sich.

Für den Aufbau des Projekts hat das Parlament darum einen Betrag von 201’665 Franken genehmigt.

Wohnungen durch Ergänzungsleistungen noch nicht bezahlbar

Eine 2-Zimmer-Wohnung am Stadtgarten soll zwischen 1750 Franken und 2050 Franken kosten. «Der Mietzins ist nicht so tief, dass er durch Ergänzungsleistungen bezahlbar wäre. Doch die Ergänzungsleistungsbeiträge für Wohnungen werden nächstes Jahr steigen», erklärte Röösli.

Da die Wohnungen am Stadtgarten zwar kostendeckend, aber nicht gewinnorientiert betrieben werden, bringen die Siedlungen auch finanzielle Risiken mit – vor allem, wenn es Wohnungen gibt, die nicht vermietet werden können. Dafür hat das Parlament eine Defizitgarantie in Höhe von 333’333 Franken auf zehn Jahre genehmigt.

Um Leerstände zu vermeiden, sollen auch jüngere Generationen die Möglichkeit haben, befristet dort zu wohnen – ein Antrag der Geschäftsprüfungskommission, der in der Sitzung genehmigt wurde. Doch über leere Wohnungen macht sich Brigitte Röösli keine Sorgen. «Die Wohnungen werden weggehen wie frische Weggli.»

Unterstützung für Tageszentrum

Das Tageszentrum ist eine Einrichtung des APZB und gleichzeitig eine Entlastungsmassnahme für Betreuungspersonen, die ihre Angehörigen pflegen. Dieses Zentrum unterstützt die Betreuungspersonen insofern, als sie die Pflegebedürftigen ins Tageszentrum bringen und sich mal einen freien Tag nehmen können.

Da diese Einrichtung aber kaum kostendeckend betrieben werden kann, braucht es finanzielle Unterstützung. Ebenfalls neu im Rahmenvertrag ist deshalb, dass das Defizit zu 80 Prozent von den Trägergemeinden Illnau-Effretikon und Lindau übernommen wird. Für Illnau-Effretikon macht das einen Beitrag von maximal 66’665 Franken jährlich aus.

Urnengang für das Schulhaus Eselriet

Platzmangel herrscht auch für Schülerinnen und Schüler. Deshalb plant die Stadt für das Schulhaus Eselriet eine Erweiterung für die bereits grösste Schulanlage in Illnau-Effretikon.

Das Projekt umfasst vier zusätzliche Klassenzimmer. Dazu kommen Räume für Förderklassen, Gruppen- und Therapienutzungen oder Versammlungen, wie auch ein neuer Singsaal, der «eine sensationelle Bühnentechnik aufweisen wird», so Rosmarie Quadranti (Die Mitte), Stadträtin Ressort Hochbau. Von der Infrastruktur sollen Vereine genauso profitieren können.

Um dieses Vorhaben realisieren zu können, wird der aktuelle Singsaal, die Hauswartwohnungen und die Garage abgebrochen. Der Neubau wird dann gleich an die Turnhalle angrenzen. Weil das Projekt auf Nachhaltigkeit zielt, wird das Dach mit einer vollflächigen Photovoltaikanlage ausgestattet.

Dass sich die Stadt für das künftige Wachstum wappnen muss, war den Parlamentarierinnen und Parlamentarier klar. Es gab zwar Bedenken von der Rechnungsprüfungskommission (RPK), ob diese Erweiterung langfristig ausreichen würde.

Trotzdem empfahl sie, den Objektkredit von rund 15,5 Millionen Franken zu genehmigen – was das Parlament tat. Im Februar 2025 werden die Stimmberechtigten an der Urne abstimmen können.

Weitere Beschlüsse

– Das Postulat «Auszeichnung von Biodiversitätspreis» von Beat Bornhauser (GLP) wurde mit 17 zu 14 Stimmen überwiesen. Es handelt sich dabei um einen Preis, der private Personen und ihre Gärten auszeichnen soll, die einen Beitrag an die örtliche Biodiversität leisten.

– In der Geschäftsleitung war bisher ein Stimmenzähler vakant. Die Funktion übernimmt jetzt Ralf Antweiler (GLP).

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