Illnau-Effretikons Regierung sieht sich auf Kurs
Legislatur 2022–2026
Der Stadtrat zieht eine positive Halbzeitbilanz bei der Umsetzung seines Schwerpunktprogramms. Bedarf ortet er vor allem in Illnau – beim Dorfplatz und der gestoppten Alterssiedlung.
«In die Zukunft investieren, Angestossenes umsetzen» – so lautet der Leitbegriff des Schwerpunktprogramms 2022 bis 2026 des Stadtrats von Illnau-Effretikon. Dieser hatte im Dezember 2022 sieben Ziele definiert. Einige hätten in der Zwischenzeit erfüllt werden können, bei anderen sei bis zum Abschluss der Amtsdauer «noch gehöriger Effort zu leisten», kommt er in einer Zwischenbilanz zum Schluss.
Ein Ziel lautete, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. Hier sieht sich der Stadtrat auf Kurs. Er verweist auf das geplante Begegnungs- und Beratungszentrum am Stadtgarten: In der Wohnüberbauung im Zentrum von Effretikon sollen diverse Angebote für alle Altersgruppen eingerichtet werden. Das Stadtparlament wird den Kreditantrag an seiner nächsten Sitzung vom 5. September behandeln.
Mit dem Pilotprojekt für die Quartierarbeit in der Weiherstrasse sowie verschiedenen Dialogverfahren zur Gestaltung von öffentlichen Räumen wie beispielsweise des Märtplatzes werde zudem der Einbezug der Bevölkerung gestärkt. «Bis Ende der Amtsdauer wird es möglich sein, weitere Massnahmen umzusetzen oder mindestens die notwendigen Grundsatzentscheide zu fällen.»
Dorfplatz in Illnau weiterhin blockiert
Beim Schwerpunktthema «Lebensräume bewusst gestalten» ortet der Stadtrat hingegen noch Handlungsbedarf. Zwar werde gerade auch im Zuge der Neugestaltung des Zentrums von Effretikon darauf geachtet, dass die öffentlichen Flächen «so weit als möglich» benutzerfreundlich und mit hoher Aufenthaltsqualität gestaltet werden.
Nach wie vor blockiert bleibe aber die weitere Planung des Dorfplatzes in Illnau. Hier rechnet der Stadtrat im zweiten Halbjahr mit einem Entscheid des Bundesgerichts zur Entlassung des Gebäudes Usterstrasse 23 aus dem Inventar der potenziell schutzwürdigen Objekte.

Ins Stocken geraten ist zudem die geplante Alterssiedlung Gupfen in Unterillnau. Anfang Mai stoppte die Genossenschaft Sonnenbühl überraschend deren Planung mit Verweis auf gestiegene Kosten. Die Stadt hatte das rund 5000 Quadratmeter grosse Grundstück 2018 für 4,5 Millionen Franken an die Genossenschaft verkauft. Zurzeit werde mit dieser nach neuen Umsetzungslösungen gesucht.
Beim Massnahmenplan im Umgang mit dem Klimawandel sieht sich der Stadtrat auf Kurs. Diverse Massnahmen wie beispielsweise das Schwammstadt-Konzept oder die Umsetzung des Energieplans befänden sich in der Umsetzungsphase. Vertraglich gesichert ist der Wärmeverbund Effretikon, Basis für die Dekarbonisierung der städtischen Bauten. Für Illnau ist ebenfalls ein grösserer Wärmeverbund im Aufbau.
Dank der Einzonung und des Erwerbs der Grundstücke im Effretiker Riet befindet sich auch die Ansiedlung von zusätzlichen Arbeitsplätzen auf gutem Weg. Der im Mai durch den Stadtrat verabschiedete Masterplan «Geen» gibt den Rahmen für weitere Planungsarbeiten in Illnau vor. Auf dem rund 77’000 Quadratmeter grossen Areal soll künftig gewohnt und gearbeitet werden.
Die städtischen Infrastrukturprojekte kommen laut Stadtrat ebenfalls wie geplant voran. Der neue Vierfach-Kindergarten im Rosswinkel wurde bezogen und die Kredite für das Feuerwehr- und Werkgebäude sowie die Projektierung des Wärmeverbunds im Gebiet Eselriet bewilligt. Der Objektkredit für die Schulraumerweiterung im Eselriet liegt zurzeit dem Stadtparlament vor.
Gemeinsamer Posten von Stapo und Kapo
Die Schwachstellenanalyse des Fuss- und Radverkehrs sowie des motorisierten Individualverkehrs wurde abgeschlossen und erste Massnahmen umgesetzt.
In einem Grundsatzentscheid legte der Stadtrat zudem fest, dass im Gebiet Hinterbüel in Effretikon ein neuer gemeinsamer Posten für die Kantons- und die Stadtpolizei geplant werden soll. Ein Organisationsentwicklungsprozess soll zudem die Feuerwehr Illnau-Effretikon/Lindau als Milizorganisation stärken.
Auf der Basis der Smart-City-Strategie wurden unter anderem mobile Werkstoffsammelstellen in den Quartieren und die Förderung von Vernetzungsmöglichkeiten für Senioren aufgegleist. Der Stadtrat geht davon aus, das Ziel einer Stadt als zukunftsorientierte Dienstleisterin bis Ende Amtsdauer zu erreichen.
