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Hinwiler und Wetziker Veloweggegner verschaffen sich beim Kanton Gehör

Zwischenzeitlich verstummte die Diskussion um die Veloroute in Hinwil und Wetzikon. Nun reichte aber ein Komitee eine Petition beim Kanton ein.

Petenten übergeben die gesammelten Unterschriften gegen einen neuen Veloweg zwischen Hinwil und Ettenhausen dem Kantonsratspräsidenten – im Beisein diverser Kantonsräte.

Foto: Jan Gubser

Hinwiler und Wetziker Veloweggegner verschaffen sich beim Kanton Gehör

Gegen einen zweiten Veloweg

Zwischen Hinwil und Ettenhausen plant der Kanton eine neue Veloroute. Die Gegner reichten deswegen eine Petition mit mehreren tausend Unterschriften beim Kantonsratspräsidenten ein.

Die Pläne des Kantons für einen Veloweg zwischen Hinwil und Ettenhausen bei der Hinwilerstrasse führten zu Unmut in der lokalen Bevölkerung. Neben der mit 80 km/h befahrenen Strasse will der Kanton eine Veloroute und Fussgängerwege für rund 13 Millionen Franken bauen; 6 Millionen kostet allein der Veloweg.

Im März sorgten Gegner des Velowegs für Aufmerksamkeit, als sie die landwirtschaftliche Fläche markierten, die für die Veloroute weichen müsste. Doch zwischenzeitlich verstummte die Diskussion förmlich. Am Montagmorgen verzeichneten die Gegner des Velowegs nun einen ersten Erfolg.

Vor dem Rathaus Hard in der Stadt Zürich versammelte sich eine Gruppe – zu ihr gehörte auch Stefan Burch (EVP), Teil des Petitionskomitees gegen den geplanten Weg. Er hielt eine unscheinbare Kartonschachtel in der Hand, darin befand sich die Petition mit 2500 Unterschriften.

«Wir wollten mit den Unterschriften in den vierstelligen Bereich kommen. Wir wurden jedoch positiv überrascht», meinte Burch. Die von der EVP lancierte Petition fand Unterstützung bei der SVP, der FDP, der EDU sowie der Mitte aus Hinwil und Wetzikon.

Nun überreichte das Petitionskomitee am Montagmorgen die gesammelten Unterschriften persönlich dem Kantonsratspräsidenten Jürg Sulser (SVP). Dieser Akt war eine reine Formsache, für die Veloweggegner aber ein wichtiger Schritt.

Ein oder zwei Velowege?

Für die Petentinnen und Petenten sprechen viele Gründe gegen die neue Veloroute. Denn unweit von der Kantonsstrasse führt bereits heute ein Veloweg über die Holzweidstrasse und den Bächelacker. «Dieser müsste einfach besser markiert werden», meinte Burch. Durch den Bau des neuen Wegs würde zudem landwirtschaftliche Fläche in der Grösse von eineinhalb Fussballfeldern verschwinden.

Die Befürworter der Veloroute – wie der Wetziker Stadtrat – setzen sich für die direkte Verbindung für Velofahrende zwischen den Ortschaften ein. So sieht es auch der kantonale Richtplan vor. Allerdings sei die Hinwilerstrasse für Velos wegen des vorbeirasenden Verkehrs zu gefährlich. Deshalb setzt der Kanton auf den geplanten Veloweg.

Wenig Einfluss, viel Hoffnung

Ob die eingereichte Petition ihre Wirkung entfaltet, bleibt vorerst abzuwarten. Mit der geplanten Veloroute beschäftigt sich in nächster Instanz die zuständige Kommission für Planung und Bau des Kantonsrats. Definitiv über den Baukredit und somit über das Projekt befindet letztlich der Kantonsrat.

Die Petentinnen und Petenten waren bereits mit einigen Parlamentariern im Gespräch. Sie hoffen auf Unterstützung aus dem bürgerlichen Lager bis zur Mitte. «Ich denke, dass wir realistische Chancen mit unserem Anliegen haben», sagte Andrea Grossen-Aerni, EVP-Kantonsrätin aus Wetzikon.

Im März schätzte der Regionalplaner Thomas Rubin die Erfolgschancen der Petition als gering ein. Die sozialdemokratischen und die grünen Kantonsräte dürften eher der Haltung ihrer Ortsparteien folgen, die sich für die Veloroute ausgesprochen hatten.

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